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Assessment-Training: Gesamtschüler bereiten sich auf Bewerbung vor

NORDKIRCHEN Vorbereitung ist alles: zumindest im Bewerbungsgespräch. Damit die Schüler der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule nicht ins kalte Wasser springen müssen, haben sie sich nun mit einem Assessment-Training auf die Ausnahmesituation vorbereitet.

von Von Stefanie Büning

, 22.08.2008

"Glauben Sie nicht, dass ein Lächeln nicht gesehen wird!" , sagte Dozent Carsten Chytry zu den ernsten Mienen der 23 Zwölftklässler der Gesamtschule Nordkirchen, die an einem Assessment-Center-Training teilnahmen, wie es im modernen Sprachgebrauch heißt.Gruppendiskussionen Man könnte es auch weniger griffig "Vorbereitung auf zukünftige Bewerbungsgespräche" nennen, was dort in den Räumen der Nordkirchener Volksbank stattfand. Auf zwei großen Tafeln klebten rosafarbene und rote Zettel- die "Spielregeln" für Präsentationen und Gruppendiskussionen.

Dazu forderte Dozent Carsten Chytry, Leiter der Barmer in Lünen ist, nun die Schüler auf. Prompt entschuldigte sich schon die erste, sie müsse zur Toilette gehen. "Darf ich davon ausgehen, dass Sie kein Interesse haben, daran teilzunehmen?" mutmaßte Chytry schmunzelnd ob des verdächtigen Zeitpunkts.

Rauchverbot einhalten

Aber es fanden sich doch noch sechs Zwölftklässler, um über das Thema "Rauchverbot an unserer Schule" zu diskutieren. Sie begrüßten sich ganz offiziell mit Handschlag und diskutierten dann über Vorbildfunktion der älteren Schüler und Lehrer. Auch über die Schwierigkeiten bei einem absoluten Rauchverbot. "Ich kann mich im Unterricht nicht konzentrieren, wenn ich die ganze Zeit an meine Fluppen denken muss weil ich nicht rauchen darf." sagte Laurin, einziger Raucher der Gruppe. Er war aber nicht gänzlich gegen ein Verbot.

Kasim meinte: "Es ist erschreckend, wenn Kinder in der sechsten Klasse schon rauchen." Letztendlich einigten sie sich auf ein Teilverbot mit Raucherräumen oder -zonen.

Die Zeit war knapp. "Es ist nicht jeder ausreichend zu Wort gekommen" beschwerte sich Laura beim anschließenden "Feedback". Auch die Mitschüler waren als Beobachter beteiligt: Ob gelangweilt mit dem Piercing gespielt oder etwas zu mitteilungsbedürftig jemandem ins Wort gefallen wurde - ihnen entging nichts. Insgesamt lief die Diskussion sehr geordnet ab, vielleicht sogar ein wenig zu reibungslos. "Das war eher eine Talkrunde als eine Diskussion", räumte Kasim ein. Der abschließende Vortrag des Gruppensprechers wurde mit anerkennendem Klopfen honoriert.

Richtiger Händedruck

Am Ende der vierstündigen Veranstalter hatte Friedhelm Prolingheuer, beteiligt an der Bewerberauswahl der Volksbank, auch noch ein paar Tipps für die zukünftigen Ausbildungsanwärter: Wenige Fehlstunden und ein fehlerloses Anschreiben seien wichtiger als Kopfnoten. "Formulieren Sie pfiffig, nicht nullachtfünfzehn!"

Auftreten wichtig

Zudem sei das Auftreten wichtig: Passende Kleidung, richtiger Händedruck, das Verhalten am Telefon, Stimme und Gesichtsausdruck - all dies wird analysiert. "Also nicht miesepetrig gucken", animiert er die aufmerksamen Zuhörer zu einem spontanen Lächeln. Prolingheuer räumt mit Vorurteilen auf: "Glauben Sie nicht, dass Mathe hier so wichtig ist, gerechnet wird mit Computern. Kommunikation ist viel mehr gefragt", so der Banker. Um kurz nach zwölf wurde die für manchen Lehrer wünschenswerte Ruhe der Qualität "Musterschüler-leise" zum ersten Mal durch leichte Unruhe gestört. "Bin gleich fertig", beruhigt er die Schüler, die den Hinweis "Zeit einhalten" von der Tafel mit den roten Zetteln durchaus ernst nahmen. Die Kursteilnehmer haben Prolingheuer insgesamt sehr beeindruckt: "Sie haben das wunderbar gemacht!" Stefanie Brüning

 

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