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Baupläne verdrängen Buche

NORDKIRCHEN "Mein Freund der Baum ist tot", sang Alexandra vor 22 Jahren. So traurig wie dieser Hit klingt auch der Abschied für eine alte Buche am Kindergarten der Kinderheilstätte.

von Von Matthias Münch

, 03.12.2007
Baupläne verdrängen Buche

Schwer fällt Maria Arnschink, Dr. Wolfgang Erfeld und Architekt Andreas Noack der Abschied von der alten Buche.

"Es tut uns sehr leid", erklärt Dr. Wolfgang Erfeld, Geschäftsführer der Kinderheilstätte. "Aber die Buche kann leider nicht erhalten werden." Im Zuge der Erweiterung des heilpädagogischen Kindergartens müssen auch die Außenanlagen umgestaltet werden. Dabei, so Dr. Erfeld, werde leider auch das Wurzelwerk der Buche in Mitleidenschaft gezogen.

Gefährlich für die Kinder

Deshalb sei auf Dauer keine Standsicherheit mehr gewährleistet. Für die Kinder und das Gebäude könnte es also eines Tages gefährlich werden. Daher habe man sich entschlossen, den Baum in dieser Woche zu fällen.

"Das fällt uns nicht leicht", betont auch Kindergartenleiterin Maria Arnschink. Immerhin sei der Baum schon so alt wie das Fachwerkgebäude des Kindergartens. Das frühere Bauernhaus entstand vor rund 140 Jahren. "Wir sind traurig darüber, dass die Buche unserem Bau weichen muss."

Genau so sieht es auch Architekt Andreas Noack, der mit den Planungen des Kindergartenumbaus betraut ist: Aus Sicherheitsgründen müssen wir den Baum leider opfern." Wo die Buche jetzt steht, wird der neue Haupteingang des Kindergartens angelegt. Dabei müsste man das Wurzelwerk zu stark einengen, selbst wenn man die alte Buche erhalten wollte, so Noack: "Es wäre dann ein Baumsterben auf Raten."

Neuer Baum als Abschiedsgeschenk

Allerdings, das ist bereits beschlossene Sache, wird ein neuer Baum im Eingangsbereich des Kindergartens gepflanzt. Ob es wieder eine Buche wird, eine Eiche, eine Kastanie oder vielleicht ein Walnussbaum, das steht noch nicht fest.

In jedem Fall, so Maria Arnschink, soll es ein besonderer Baum werden: "Die Neupflanzung hat für uns eine große Bedeutung. Denn Anfang des nächsten Jahres geht Dr. Erfeld in den Ruhestand. Er möchte der Kinderheilstätte einen Baum hinterlassen. Dass er diesen Abschiedsbaum nun am Kindergarten in die Erde setzen wird, ist für uns eine große Ehre."

Umwandlung zum Kletterbaum

Und noch etwas ist Maria Arnschink und Wolfgang Erfeld wichtig: Die alte Buche werde den Kindergarten nicht komplett verlassen. Denn mit ihren vielen schönen Ästen sei sie ein wunderbarer Kletterbaum. Und als solcher soll das Mittelteil der Buche auch komplett bleiben und nach der Fällaktion auf dem Spielplatz des Kindergartens installiert werden.

Außerdem sollen aus dem restlichen Stamm eine Bank für den Spielplatz gezimmert und aus einzelnen Baumscheiben Adventssterne geschnitzt werden. "Was dann noch übrig bleibt, wird als Brennholz in unserem Backhaus verfeuert", sagt Maria Arnschink. So komme die Buche letztlich in Gänze der Kinderheilstätte zu Gute.

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