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Braucht die Gesamtschule einen Schulsozialarbeiter?

Diskussion um Gesamtschule Nordkirchen

Beinahe zufällig ist die Diskussion am Donnerstag im Schulausschuss entstanden: Braucht die Gesamtschule einen Schulsozialarbeiter? Zusätzliche Mittel wird es aber nicht geben – aus einem bestimmten Grund.

Nordkirchen

, 25.02.2018
Braucht die Gesamtschule einen Schulsozialarbeiter?

Unterrichtsalltag in der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule: Was hier aus Sicht der Nordkirchener Grünen fehlt, ist ein Schulsozialarbeiter. Am Donnerstag wurde im Schulausschuss darüber diskutiert. © Foto: Tobias Weckenbrock

Die Notwendigkeit eines Schulsozialarbeiters an der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule (JCS) wolle man keinesfalls absprechen – da waren sich alle Mitglieder des Ausschusses für Familie, Schule, Sport und Kultur einig. Es sei lediglich der falsche Anlass. Im Rahmen der Vorberatung des Haushaltsplanes 2018 am Donnerstag haben die Grünen vom Ortsverband Nordkirchen zusätzliche Gelder gefordert – für einen Schulsozialarbeiter.

„Viele Schwierigkeiten“

„Es gibt dort viele Schwierigkeiten, Schüler werden gemobbt und wollen nicht mehr zur Schule kommen“, sagt Martina Balzer im Ausschuss. Ein Schulsozialarbeiter sei notwendig, müsse aber meist zur Hälfte von der Kommune selbst bezahlt werden. „Eine neutrale Schnittstelle zwischen Eltern, Schülern und Lehrern ist an jeder Schule unerlässlich“, argumentiert sie vor dem Ausschuss.

Ulrich Vomhof ist jemand, der die Situation an der Gesamtschule beurteilen kann. Der Leiter der JCS hat ebenfalls an der Ausschusssitzung teilgenommen, allerdings als Besucher und deshalb ohne Rederecht. „Der Antrag der Grünen wurde im Vorfeld nicht mit mir oder dem Kollegium abgestimmt“, sagt er in einem Gespräch mit dieser Redaktion. „Die Einführung eines Schulsozialarbeiters ist für jede Schule ein Geschenk“, sagt Vomhof. Man sei dennoch in der Lage, die Probleme an der Schule aufzufangen. Zwei Beratungslehrer hätten für die Schülerinnen und Schüler offenes Ohr und starke Schulter zugleich. Außerdem pflege die Schule einen engen Kontakt zum schulpsychologischen Dienst des Kreises Coesfeld und zum Jugendamt. „Es ist nicht so, dass wir ganz alleine stehen“, sagt der Leiter der Gesamtschule.

„Mehrere Integrations- und Inklusionshelfer“

Bürgermeister Dietmar Bergmann kann das bestätigen: „Die Schule hat bei der Verwaltung nicht explizit den Bedarf an Unterstützung geäußert“, sagt er am Donnerstag vor dem Ausschuss. Und weiter: „Es gibt dort außerdem mehrere Integrations- und Inklusionshelfer. Es soll nicht im Raum stehen, der JCS werde nicht geholfen.“

Über ihren Antrag wollten Martina Balzer und Ulrich Stuecken die Ausschussmitglieder trotzdem abstimmen lassen. Das Ergebnis: Zusätzliche Gelder für einen Schulsozialarbeiter an der Nordkirchener Gesamtschule wurden einstimmig von den übrigen Mitgliedern abgelehnt.

Vorerst. „Etwas einfach auf Verdacht in den Haushalt einzuschließen, ist bedenklich“, äußerte sich Heinz-Josef Tepper vom CDU-Gemeindeverband Nordkirchen und erhielt dafür deutlichen Zuspruch der übrigen Mitglieder. Die Schule selbst solle die Notwendigkeit eines Schulsozialarbeiters mit der Gemeinde beraten, nicht eine Partei auf Verdacht, so Tepper weiter.

Und das solle auch bald passieren, berichtet Ulrich Vomhof. „Wir werden uns in Ruhe zusammensetzen und die Strukturen an unserer Schule beurteilen“, sagt er.

Informationen von Bekannten

Martina Balzer und Ulrich Stueken bleiben dabei: „Die Probleme der Schüler gehen am Regelbetrieb einer großen Schule vorbei.“ Ihre Informationen über interne Probleme an der JCS habe Martina Balzer von einer Bekannten erhalten, deren Tochter die Gesamtschule besuche, sagt sie im Gespräch mit den RN.

Der Ausschuss für Familie, Schule, Sport und Kultur hat am Donnerstag in seiner Sitzung im Bürgerhaus dem Haushaltsplanentwurf für 2018 zugestimmt. Nach der Ablehnung ihres Antrags enthielten sich die Grünen der Abstimmung. Die übrigen Ausschussmitglieder stimmten für den Haushaltsplan.

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