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Dieter Geerlings ist neuer Bischof für Nordkirchen

Weihe in Münster

NORDKIRCHEN Das Bistum Münster hat drei neue Weihbischöfe. In einer festlichen Zeremonie im St.-Paulus-Dom in Münster sind Dieter Geerlings, Christoph Hegge und Wilfried Thesing am Sonntag zu Bischöfen geweiht worden. Dieter Geerlings ist zuständig für das Kreisdekanat Coesfeld, zu dem auch Nordkirchen gehört.

von Von Jörg Gierse

, 29.08.2010
Dieter Geerlings ist neuer Bischof für Nordkirchen

Dieter Geerlings wurde am Sonntag zum Bischof geweiht.

Flach auf dem Bauch, der Länge nach ausgestreckt, das Gesicht an den kalten Steinboden gepresst. Zehn Minuten lang liegen Dieter Geerlings, Dr. Christoph Hegge und Wilfried Theising so da, während um sie herum 3000 Menschen für sie beten. Es ist die stärkste Geste bei einer Bischofsweihe: ein Bild der Demut und der Hingabe. Als sie sich am Altar des Doms vor Bischof Felix Genn niederwerfen, gestern Nachmittag um vier Uhr, da haben die drei Priester bereits ihr Gelöbnis gesprochen. Neun Mal hat Genn sie gefragt, nach ihrer Treue zum Glauben, dem Gehorsam gegenüber dem Papst, ihrer Hingabe an die Gläubigen. Neun Mal haben sie geantwortet: „Ich bin bereit.“ Angespannt sind ihre Mienen, gefangen in der Würde des Augenblicks.

Eine gute Stunde zuvor, als die angehenden Weihbischöfe über den Domplatz ziehen, inmitten eines unüberschaubaren Trosses von Würdenträgern in Karmesin und Purpur, da lächeln sie, grüßen Freunde und Bekannte, die ihnen zuwinken. Sie tragen identische Gewänder, cremefarben außen, leuchtend rot innen, schlicht und kaum verziert. Nur die um den Hals gehängten Brustkreuze sind individuell, erste Zeichen der Würde ihres neuen Amts.

Die Litanei mit der Anrufung aller Heiligen ist vorbei, die drei Kandidaten erheben sich wieder, in einem Turm des Doms beginnt eine Glocke zu läuten. Dieter Geerlings tritt vor, kniet vor Felix Genn nieder. Der Bischof legt ihm beide Hände auf den Kopf, spricht, sekundenlang, ein stilles Gebet. Altbischof Reinhard Lettmann und der emeritierte Weihbischof Heinrich Janssen wiederholen die Geste. Christoph Hegge und Wilfried Theising folgen.Als alle die Weihe empfangen haben, ziehen die zwei Dutzend mitzelebrierenden Bischöfe an den drei knieenden Männern vorbei. Jeder legt ihnen die Hände auf. Es ist eine stille Zeremonie, der Dom schweigt. Je zwei Diakone halten die schweren Evangeliare mit den heiligsten Texten der katholischen Kirche aufgeschlagen über die Köpfe der Weihbischöfe. Zeichen, dass Amt und Mensch unter dem Wort stehen

Weitere Gebete, dann salbt Felix Genn die Stirnen seiner Stellvertreter mit Chrisam-Öl und übergibt ihnen die Insignien ihrer neuen Aufgabe: Ring, Mitra, Bischofsstab. Im vollen Ornat dreht sich das Bischofstrio zum ersten Mal um zu den 3000 Menschen im Kirchenschiff, die Chöre der Dommusik singen, und der Anflug eines leichten Lächelns schleicht sich auf die drei Gesichter.Der apostolische Nuntius Jean Claude Périsset klopft Theising aufmunternd auf die Schultern, der Hamburger Erzbischof Werner Thissen, ehemals selbst Weihbischof in Münster, strahlt vor Freude, Hegge strahlt zurück. Es ist geschafft. Später, draußen in den Festzelten auf dem Domplatz, kann man nur ahnen, dass sie wohl weiterstrahlen. Inmitten Hunderter Gratulanten ist das einzige, was von den drei neuen Weihbischöfen zu sehen ist, die purpurne Kopfbedeckung.

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