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Ehemaliger Diakon aus Nordkirchen endgültig wegen sexuellem Übergriff verurteilt

Gerichtsurteil

Bis vor den Bundesgerichtshof ging der Fall des wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten ehemaligen Diakons aus Nordkirchen. Neben der Haftstrafe hat das Urteil für den Mann weitere Konsequenzen.

Karlsruhe/Nordkirchen

, 25.07.2018

Jetzt ist es endgültig: Nach einem sexuellen Übergriff auf einen geistig behinderten Ex-Schüler muss ein früherer Diakon und Schulleiter aus Nordkirchen eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verbüßen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision des 77-Jährigen gegen seine Verurteilung als unbegründet verworfen.

Urteil wurde zunächst aufgehoben

Das Essener Landgericht hatte den Nordkirchener in dieser Angelegenheit bereits zweimal verurteilt. Zunächst waren am 18. März 2016 wegen sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen dreieinhalb Jahre Haft verhängt worden. Auf eine erste – erfolgreiche – Revision des früheren Diakons und Schulleiters war dieses Urteil jedoch wegen rechtlicher Mängel aufgehoben worden, sodass schließlich am 11. Januar 2018 am Essener Landgericht eine zweite Hauptverhandlung anberaumt worden war. In dieser Sitzung war sowohl die rechtliche Einordnung des Übergriffs als auch das verhängte Strafmaß korrigiert und der Angeklagte schließlich wegen Vergewaltigung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Zufälliges Treffen mit ehemaligem Schüler

Die Vorfälle liegen bereits einige Jahre zurück. Der Nordkirchener hatte mehr als 20 Jahre lang in der Förderschule im Ruhrgebiet gearbeitet. Vor dem Essener Landgericht hatte er eingeräumt, mit dem ehemaligen Schüler (heute 45 Jahre) im Anschluss an ein zufälliges Treffen auf einem Ehemaligen-Fest mehrfach sexuelle Praktiken ausgeübt zu haben. Mal in seiner Wohnung in Nordkirchen, als seine Ehefrau nicht zu Hause war. Mal bei einem Besuch in der Wohnung des Ex-Schülers. Der ehemalige Diakon hatte diese sexuellen Kontakte stets als freiwillig und einvernehmlich bezeichnet. Mindestens einen Fall bewerten die Richter allerdings als keinesfalls einvernehmlich. Ans Licht gekommen war das dunkle Geheimnis, als die Betreuerin des Opfers zufällig ein Telefonat mit angehört hatte, bei dem der Nordkirchener den Ex-Schüler offenbar gerade zu sexuellen Handlungen „ferngesteuert“ hat.

Weitere Konsequenzen für den Nordkirchener

Im zweiten Gerichtstermin vor dem Essener Landgericht hatte der frühere Diakon bereits die Zahlung von 8000 Euro Schmerzensgeld an seinen ehemaligen Schüler akzeptiert. Durch das rechtskräftige Urteil (zweieinhalb Jahre Haft) steht ihm nun demnächst die Ladung zum Haftantritt bevor. Außerdem verliert der Beamte (A15) endgültig seine Pensionsansprüche (Az: BGH 4 StR 165/18).

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