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Einzelhandelskonzept für Nordkirchen vorgestellt

Fragen und Antworten

Die schlechte Nachricht: Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe in Nordkirchen ist seit 2009 gesunken. Die gute Nachricht: Den rund 10.000 Bürgern steht mehr Verkaufsfläche zur Verfügung - etwa 500 Quadratmeter mehr. Das besagt das jetzt vorgestellte Einzelhandelskonzept. Die Hintergründe dazu gibt's bei uns.

NORDKIRCHEN

, 31.10.2016
Einzelhandelskonzept für Nordkirchen vorgestellt

Wie wird sich der Einzelhandel in Nordkirchen - in den Ortsteilen Nordkirchen, Südkirchen und Capelle - entwickeln? Hinweise dürfte das Einzelhandelskonzept geben. Den Entwurf stellt die Gemeinde jetzt öffentlich vor.

„Mit diesen Werten kann Nordkirchen zufrieden sein“, meint Christina Nitz vom Dortmunder Planungsbüro Junker und Kruse, das das Einzelhandelsgutachten erstellt. Wir haben die wichtigsten Inhalte in Fragen und Antorten zusammengestellt.

Welche Waren lassen sich in Nordkirchen kaufen?

Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt in der Gemeinde. Am größten ist das Angebot an Nahrungs- und Genussmittel. Mehr als ein Drittel der gesamten Verkaufsfläche steht für diese Warengruppe zur Verfügung. Umgerechnet entfallen 0,4 Quadratmeter Verkaufsfläche darauf. Auf Rang zwei folgen abgeschlagen die Bausortimente vor Gesundheit/Körperpflege und Blumen/Zoo. Uhren und Schmuck 17 Warengruppen sind in die Statistik eingeflossen.

Wie groß ist die Kaufkraft in der Gemeinde?

Die Kaufkraft beläuft sich auf rund 56,6 Millionen Euro. Das Niveau sei mit dem Bundesdurchschnitt vergleichbar, so Nitz. Rund 40 Prozent der Kaufkraft fließt in Nachbarkommunen ab.

Sind die Einkaufsmöglichkeiten gut über das Gemeindegebiet verteilt?

„Ja“, sagt Diplom-Ingenieurin Christina Nitz: gut, aber nicht gleichmäßig. Was die Grundversorgung – also vor allem die mit Lebensmitteln – angeht, seien alle drei Ortsteile recht gut aufgestellt. Nordkirchen hat das breiteste Angebot. Dafür gibt es in der gesamten Gemeinde aber nur ein kleines Angebot Textilwaren.

Wer hat gute Chancen, sich in der Gemeinde anzusiedeln?

Bei Blumen und Zoobedarf sowie Gartenmarktsortimente sieht das Gutachten keine Entwicklungsspielräume mehr, bei den bereits Gut vertretenen Nahrungs- und Genussmittel immerhin noch kleine. Die größten Entwicklungschancen haben die Bereiche Bekleidung, Spielwaren und Uhren/Schmuck.

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Gibt es gerade Interessenten, die sich ansiedeln möchten?

Laut Bauamtsleiter Klaas besteht kein Grund zur Eile. „Nichts Konkretes.“ Aber sobald sich ein Interessent melde, habe die Gemeinde Planungssicherheit – dank des Konzepts.

Wo wäre eine Neuansiedlung denkbar?

Nur in Ortskernnähe. Das legt der Landesentwicklungsplan (LEP) so fest. Dabei ist die Rede vom sogenannten zentralen Versorgungsbereich. Laut Nitz gibt bei jeder Ansiedlung die Faustregel: „Die Kaufkraftabschöpfung von einzelnen Betrieben zur Nahversorgung darf die Kaufkraft im Versorgungsgebiet nicht übersteigen.“

Können sich größere Einzelhandelsbetriebe erweitern außerhalb des Zentrums?

Ja, aber nur geringfügig. Von zehn Prozent ist die Rede.

Haben die Planer von Junker und Kruse alleine an der Weiterschreibung des Einzelhandelskonzepts gearbeitet?

Nein, Vertreter der Nordkirchener Kaufmannschaft, die Industrie- und Handelskammer zu Münster, die Handwerkskammer Münster und die Bezirksregierung Münster haben den Prozess begleitet. Das Planungsbüro hatte 6000 Kunden Ende Mai befragt. Um auch die Meinung anderer Bürger einfließen zu lassen, hatte die Gemeinde für die vergangenen Woche auch zu einem öffentlichen Diskussionsabend über das neue, 150-seitige Papier eingeladen. „Das ist so nicht vorgeschrieben“, so Bauamtsleiter Josef Klaas, „wir wollten aber alle mit ins Boot holen“. Gekommen waren aber nur acht Interessierte.

Warum hat sich die Gemeinde überhaupt daran gemacht, das Einzelhandelskonzept zu erstellen?

Weil das so vorgeschrieben ist – im Bauplanungsrecht. Danach müssen Städte und Gemeinden für großflächige Betriebe die Einzelhandelsentwicklung in ihren Orten zu steuern – eben auf Grundlage einer solchen Planung, die alle fünf, sechs Jahre fortzuschreiben ist. Der erste Schritt dafür ist die Erfassung des Ist-Zustandes: Wie viele Betriebe haben wie viel Fläche? Dem wird die Nachfrage gegenübergestellt.

Wann können sich Interessierte über das neue Einzelhandelskonzept informieren?

Im Rathaus, Bohlenstraße 2. Außerdem ist es am 29. November, 17.30 Uhr, Thema im Wirtschaftsausschuss im Bürgerhaus, Am Gorbach 2.

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