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Gemeinde prüft Abwasserdeal mit Lippeverband weiterhin

Nordkirchener Kanalnetz

Soll der Lippeverband die Bewirtschaftung des Nordkirchener Kanalnetzes übernehmen? Die Verwaltung berechnet, wie sich das Angebot auswirken würde – und will bald das Ergebnis präsentieren.

Nordkirchen

, 31.07.2018
Gemeinde prüft Abwasserdeal mit Lippeverband weiterhin

Der Lippeverband möchte die Bewirtschaftung der Kanäle und Bauwerke, die sich im Eigentum der Gemeinde befinden, übernehmen. © Foto: Arndt Brede

Die Nordkichener Verwaltung rechnet weiter, ob die Gemeinde die Bewirtschaftung ihres Kanalnetzes an den Lippeverband übertragen soll. „In den groben Zügen stehen die Berechnungen“, teilt Gemeindekämmerer Bernd Tönning am Montag auf Anfrage mit. Es gibt auch bereits ein Datum, wann die Prüfung beendet sein soll und die Politik über ein Ja oder Nein zum Deal abstimmen soll. In der Ratssitzung am 27. September soll das Ergebnis den Fraktionen vorgestellt werden, kündigt Bernd Tönning an.

Angebot wird geprüft

Rückblick: Im November vergangenen Jahres haben Vertreter der Verwaltung und des Lippeverbandes das Angebot, das derzeit intensiv geprüft wird, vorgestellt. Rund 40 Millionen Euro ist der Lippeverband bereit zu zahlen, um die Bewirtschaftung der Kanäle und Bauwerke, die sich im Eigentum der Gemeinde befinden, zu übernehmen. Dazu gehören auch rund 90 Kilometer Kanäle für Schmutzwasser, Regenwasser und Mischwasser, sowie die Bewirtschaftung von 25 Pumpwerken. Dabei geht es nicht um einen Verkauf des Kanalnetzes, der Lippeverband übernimmt nur Bewirtschaftung und Unterhaltung.

Die Gemeinde Nordkirchen ist nicht die einzige Kommune, die zurzeit ein solches Angebot durchrechnet. Wie berichtet, hat die Stadt Schmallenberg im Hochsauerlandkreis bereits im Oktober 2017 ihr Abwassernetz an den Ruhrverband übertragen. Die Stadt Dortmund, die zurzeit einen Schuldenberg von rund 2,6 Milliarden Euro vor sich herträgt, überlegt nach Informationen dieser Zeitung sogar einen Verkauf ihrer Abwasserleitungen an die Emschergenossenschaft. Der Wert: knapp drei Milliarden Euro.

Kompliziertes Verfahren

An der Summe von rund 40 Millionen, die der Lippeverband bereit wäre, für das Nordkirchener Kanalnetz zu zahlen, habe sich auch nach monatelanger Berechnung nichts geändert, sagt der Gemeindekämmerer. Nicht nur in seinem Fachbereich werde das Angebot genau unter die Lupe genommen, vielmehr seien es gleich mehrere Fachbereiche. Das Verfahren sei kompliziert, sagt Tönning.

Im Grunde würden die beiden Szenarien verglichen: Wie würde sich – finanziell gesehen – eine Übertragung anders auswirken, als der bisherige Betrieb. Betrachtet werde dabei ein Zeitraum von etwa 20 Jahren in die Zukunft. Das sei der durchschnittliche Abschreibungszeitraum der Nordkirchener Kanäle.

Parallel dazu hat die Gemeinde bei ihren Kreditgebern angefragt, ob sich verschiedene Kredite mit Sonderzahlungen tilgen lassen. „Die Antworten landen jetzt nach und nach in unserem Briefkasten“, sagt der Kämmerer. Weiter ins Detail geht er noch nicht. Ein paar Wochen Arbeit haben Kämmerei und die restliche Verwaltung dabei noch vor sich. Dann liegt die Entscheidung bei der Politik. Wenn der Rat dem Angebot des Lippeverbandes zustimmt, ist eine Übertragung des Kanalnetzes zum 1. Januar 2019 wahrscheinlich, sagt Bernd Tönning.

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