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Gut versorgt trotz dünner Personaldecke

NORDKIRCHEN Fünf Hausärzte praktizieren derzeit in der Schlossgemeinde – drei in Nordkirchen und zwei in Südkirchen. Laut Messzahl der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) sind dies zwei zu wenig.

von Von Kevin Kohues

, 26.11.2007
Gut versorgt trotz dünner Personaldecke

Dr. Bernd Fallenberg mit Patient Wilhelm Böcker.

Der Bedarfsplanung der KVWL zufolge, die auf Werten des Jahres 2006 beruht, müssten es eigentlich sieben Allgemeinmediziner sein, um eine optimale Versorgung der Patienten gewährleisten zu können. Die Planung fußt auf der Einwohnerzahl des jeweiligen Ortes, die in Nordkirchen 10 492 Bürgerinnen und Bürger beträgt.

Gut besetzt

Dr. Bernd Fallenberg, der seit 1978 eine Praxis an der Schloßstraße betreibt, hält die Zahl für die Gemeinde Nordkirchen allerdings für übertrieben. Der 63-Jährige erklärt: „Wir sind hier gut besetzt. Eine Faustregel lautet, dass auf 2500 Einwohner ein Arzt kommen sollte. Das trifft in Nordkirchen zu.“ Seit dem 1. Oktober betreibt er seine Praxis zudem gemeinschaftlich mit seinem Sohn Bernd-Christian, so dass auch die Nachfolge geregelt ist, wenn Bernd Fallenberg in einigen Jahren aus Altersgründen ausscheiden wird. Klar ist jedoch auch, dass die Schlossgemeinde prinzipiell mit dem gleichen Problem zu kämpfen hat wie andere ländliche Kommunen. „Viele Kollegen wollen nicht mehr auf‘s Land“, weiß Bernd Fallenberg. Die Gründe dafür liegen in der mangelnden Attraktivität, die der Beruf des Hausarztes heute besitzt. Viel Arbeit und hoher Bürokratieaufwand bei schlechter Bezahlung schrecken viele Nachwuchsmediziner ab.

Die Patienten würden einen Mangel an Ärzten in Form von längeren Wegen und längeren Wartezeiten unmittelbar zu spüren bekommen. Doch in Nordkirchen besteht kein Grund zur Panik. Dr. Bernd Fallenberg ehrlich: „Wir sitzen hier auf einer Insel der Seligen.“

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