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Lange Haftstrafe für Zigaretten-Schmuggler

NORDKIRCHEN Am Ende ging alles doch schneller als ursprünglich gedacht: Das Amtsgericht Münster hat am Mittwoch zwei Zigarettenschmuggler (beide 39) aus Nordkirchen verurteilt. Der Haupttäter wurde mit drei Jahren und acht Monaten Haft bestraft. Sein Komplize erhielt eine 15-monatige Bewährungsstrafe.

27.08.2008
Lange Haftstrafe für Zigaretten-Schmuggler

Die Staatsanwaltschaft hatte den Männern Geschäfte mit mehr als 30 000 Stangen unversteuerter Zigaretten vorgeworfen. Dem Fiskus sollen auf diese Weise rund 800 000 Euro entgangen sein.  

Auch das Gericht zeigte sich nach wochenlanger Verhandlung davon überzeugt, dass die beiden Nordkirchener keinesfalls nur kleine Fische in einem viel zu großen Haifischbecken gewesen sind. „Sie haben nicht nur gewerbsmäßig, sondern fast schon hauptberuflich mit unverzollten Zigaretten gehandelt“, hieß es in der Urteilsbegründung. Vor allem der Haupttäter habe eine „beeindruckende Hartnäckigkeit“ an den Tag gelegt, um seine kriminellen Geschäfte erfolgreich über die Bühne zu bringen. Hartnäckig präsentierte sich allerdings auch das Gericht. Nachdem die beiden Angeklagte zu Beginn des Prozesses angekündigt hatten, sich schweigend verteidigen zu wollen, hatten die Richter eine überaus akribische Beweisaufnahme in Gang gesetzt.

Stundenlang wurden an den einzelnen Verhandlungstagen Mitschnitte von Telefongesprächen der Angeklagten vorgespielt. Immer wieder ließen die Richter die Aufzeichnung zurücklaufen, um sich die Sätze wörtlich zu notieren. Nach mehreren so verbrachten Tagen kam es letztlich doch noch zu einer Übereinkunft zwischen Gericht, Anklage und Verteidigung. Im Falle eines Geständnis wurden beiden Nordkirchenern Straf-Obergrenzen zugesichert, und die Männer nahmen das Angebot an. Mitte August gaben sie schließlich doch noch zu, dass sie es waren, die mit den aus Osteuropa stammenden Schmuggel-Zigaretten Geld verdient hätten.

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