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Nordkirchener Bürger sorgen sich um künftige Gebühren

Abwassernetz

Die Gemeinde Nordkirchen steht vor einer Entscheidung: Wird der Lippeverband das Abwassernetz übernehmen? Vor der Diskussion im Rat waren die Bürger bei einer Infoveranstaltung gefragt.

Nordkirchen

, 05.09.2018
Nordkirchener Bürger sorgen sich um künftige Gebühren

Nach einem Vortrag konnten die Bürger in Kleingruppen mit Experten Einzelfragen klären. © Foto: Gemeinde Nordkirchen/Büsch

In drei Wochen soll Klarheit herrschen, ob der Lippeverband künftig für die komplette Abwasserbeseitigung zuständig ist – oder ob es bei der Kläranlage bleibt. Eine Bürgerinformation am Dienstagabend hat die Gemeinde in ihren Plänen bestärkt, die Dinge neu zu ordnen und damit die Gemeinde auf einen Schlag schuldenfrei zu machen (wir berichteten).

Von einer „erfolgreichen Veranstaltung“ sprach am Mittwoch Bürgermeister Dietmar Bergmann. Er räumte zugleich ein, dass der ein oder andere Bürger die Sorge formuliert habe, dass die Übernahme durch den Lippeverband zu deutlichen Gebührenerhöhungen führen könnten. „Das haben wir aber entkräften können“, sagt Bergmann. Deutliche Unterstützung bekam die Verwaltung an diesem Abend für ihren Vorschlag, mit den Einnahmen (40 Millionen Euro; die Red.) sparsam umzugehen.

Neue Druckrohrleitung

Positiv sei bewertet worden, so der Bürgermeister, dass es mit dem Lippeverband auch in Zukunft einen hoheitlichen Träger geben soll. Ganz im Sinne der Bürger scheint auch die erste geplante Baumaßnahme des Lippeverbandes zu sein. Die Druckrohrleitung, die aktuell noch in der Nähe des Wohnmobilstellplatzes verläuft, soll nach den derzeitigen Plänen ganz außen um Nordkirchen herum verlaufen. Damit könnte das leidige Thema „Geruchsbelästigung“ zu den Akten gelegt werden. Noch viel länger begleiten wird viele Nordkirchener das Thema „Kanalanschluss-Beiträge“.

Die geübte Praxis, dass Häuslebauer einen Erschließungsbeitrag zu zahlen haben, muss bei einer Übernahme des Netzes durch den Lippeverband geändert werden. „Investitionen in das Kanalnetz werden künftig über Gebühren finanziert“, sagt Kämmerer Bernd Tönning. Damit die Bürger, die bereits Gebühren bezahlt haben, nicht schlechter gestellt werden, erhalten sie einen Abschlag. „Aktuell handelt es sich um eine Gesamtsumme von rund 4 Millionen Euro, die in den nächsten 30 Jahre (Abschreibungszeitraum) zurückerstattet werden“, so der Kämmerer.

Er macht zugleich eine weitere Rechnung auf. Obwohl der Zinsstand historisch niedrig ist, muss die Gemeinde aktuell rund 450.000 Euro Zinsen für Kredite bezahlen. Die Summe fällt natürlich mit dem Tag weg, an dem alle Kredite bezahlt sind.

Planungssicherheit
Stimmt der Rat für die Übergabe des Netzes an den Lippeverband, soll das spätestens Ende 2019 der Fall sein. Das bringe der Gemeinde natürlich große Planungssicherheit, so Tönning. Ohne Übergabe würde mit jeder Zinssteigerung die Gemeinde stärker zur Kasse gebeten. Ein weiteres starkes Argument aus Sicht der Verwaltung, den vorgeschlagenen Weg zu gehen. Im Haupt- und Finanzausschuss am 25. September beraten die Politiker dann die vorgeschlagene Übergabe des Netzes. Doch auch die Bürger sind weiter mit im Boot. „Wer Fragen hat, kann sich gerne in der Verwaltung melden. Wir stehen für Gespräche zur Verfügung“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann.

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