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Nordkirchener Politiker streiten über Sporthalle

CDU unterliegt Antrag

Nordkirchen braucht möglichst schnell eine weitere Sporthalle. Darin waren sich am Dienstagabend im Sportausschuss alle Politiker einig – eigentlich. Warum sich die CDU und die Gruppe Nordkirchen mehr als eine Stunde lang gestritten haben und sich dann eine Kampfabstimmung leisteten, lesen Sie hier.

NORDKIRCHEN

, 26.10.2016
Nordkirchener Politiker streiten über Sporthalle

Vor zwei Monaten hat die Gemeinde innerhalb von wenigen Tagen ihre stillgelegte Sporthalle zu einer Notunterkunft für Flüchtlinge umfunktioniert.

„Jetzt zum Antrag der CDU-Fraktion.“ Als Ausschussvorsitzender Joachim Seidel das am Dienstagabend im Sitzungssaal des Bürgerhauses sagte, ist es 19.10 Uhr. Der Einsatz für Heinz-Josef Tepper (CDU): Drei Fragen formuliert er. Was es kosten würde, die geschlossene Turnhalle im Schlosspark wieder in Betrieb zu nehmen? Ob die Verwaltung die CDU-Auffassung teilt, dass eine Turnhallenerweiterung „zeitnah notwendig ist“. Und wie es mit Zuschüssen aussieht?

Alles Fragen, die Bürgermeister Dietmar Bergmann nicht unvorbereitet trafen – nicht nur, weil er sich auf den Antrag vorbereitet hatte, sondern weil das in Ausschuss und Rat schon mehrfach Thema war. „Was Sie da darstellen von der CDU, ist ja nicht neu.“ Bergmann verwies auf den einstimmigen Ratsbeschluss aus dem Vorjahr, für das Hallenbad und für die Sporthalle in die Vorplanung einzusteigen, nachdem beide Gebäude im Schlosspark wegen Baufälligkeit schließen mussten. „Förderanträge sind längst gestellt.“ Zu fragen, ob die Verwaltung eine schnelle Lösung richtig finde, erledige sich damit.

"Sie springen nur auf den fahrenden Zug auf"

Gereon Stierl (SPD) wunderte sich nicht, warum die CDU den Antrag gestellt hatte, obwohl das Thema längst bearbeitet werde. „Sie wollen bei den Bürgern den Eindruck vermitteln, Vorreiter zu sein, dabei springen sie nur auf einen fahrenden Zug auf.“ Das sei unfair.

Den Vorwurf ließ Leo Geiser (CDU) nicht auf sich und seinen Parteifreunde sitzen. „Uns geht es um die Schüler.“ Dass an Grundschule und Gesamtschule Sportstunden ausfielen, weil eine Halle fehle, „ist nicht hinnehmbar“. Bislang sei das Thema Hallenbau stets im Zusammenhang mit dem Schwimmbadbau angegangen worden. „Wir wollten den Blick auf die Halle lenken.“ Inzwischen sei bekannt, dass der Investor, der ein 124-Betten-Hotel in Nordkirchen errichten will, auch ein Hallenbad baut, das die Gemeinde mitnutzen wird. „Das war für uns Anlass, uns der Sporthallenfrage zu widmen.“

„Dabei haben wir heute auch ganz neue Informationen erhalten“, so der CDU-Mann. Dass eine Ertüchtigung der geschlossene Halle rund 150.000 Euro kosten würde, „war so bislang nicht bekannt“. Stimmt, bestätigte Bergmann. Die Verwaltung habe bislang nur von unverhältnismäßig hohen Kosten gesprochen. „Die Zahl genauer zu ermitteln, hat uns jetzt rund 2000 Euro gekostet.“

Daten nennen oder nicht?

Die Gruppe Nordkirchen  stellte selbst einen Antrag. Fast hätte er auch die Zustimmung der CDU gefunden – Bei einer Änderung. „Dass wir die Planungarbeit der Verwaltung für eine neue Sporthalle begrüßen, brauchen wir nicht ausdrücklich in einen Antrag zu schreiben“, so Geiser. Die Empfehlung, die von allen geforderte neue Halle neben der Gesamtschul-Sporthalle zu errichten, fand aber Konsens.

Die Gruppe Nordkirchen:
 Ist der Zusammenschluss aus Bündnis 90/Die Grünen, FDP, SPD und UWG.

Dass die CDU um 20.20 Uhr dennoch gegen den Gruppenantrag stimmte und für ihren eigenen – und damit knapp unterlag – , hatte mit dem Hinweis auf zwei vorangegangene Ratssitzungen im September und November zu tun. Die Gruppe wollte die Daten nennen, die CDU nicht: „Damals ging es ja immer um Halle und Bad zusammen“, so Geiser – anders als heute.

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