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Nordkirchener sollen leichter von A nach B kommen

Mobilität in Nordkirchen

Günstig, zuverlässig, schnell und umweltschonend von einem Ort zum anderen. Das Thema Mobilität bekommt im Münsterland besondere Bedeutung. Und die Gemeinde Nordkirchen mischt konkret mit.

Nordkirchen

, 03.08.2018
Nordkirchener sollen leichter von A nach B kommen

Nordkirchen und die Mobilität im ländlichen Raum: Ein großes Thema, zu dem die Gemeinde jetzt Projekte ausprobieren darf. Auch E-Bikes kommen mit ins Spiel. Die Gemeinde kann bereits eine beachtliche Mobilitäts-Infrastruktur – zum Beispiel Strom für E-Bikes am Rathaus – vorweisen. © Arndt Brede

Die Gemeinde Nordkirchen darf jetzt Projekte zur Verbesserung der Mobilität ausprobieren, mit ihnen experimentieren, sie auf Machbarkeit abklopfen. Möglich wird das durch ein Förderprogramm der Landesregierung, von dem auch der Münsterland e.V., der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (ZVM) und die Kommune des Münsterlandes profitieren sollen.

20 bis 30 Millionen Euro wolle die Landesregierung innerhalb der Legislaturperiode jährlich für Mobilitätsideen im ganzen Land ausgeben, sagte gestern Bodo Middeldorf, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. Er war nach Nordkirchen gekommen, um für Ideen zu werben. „Wir werden enorm viele Möglichkeiten haben, Mobilität neu zu gestalten“, so Middeldorf.

Schlossgemeinde ist gut vorbereitet

Wobei er in der Schlossgemeinde auf eine Verwaltung, eine Gemeindespitze und eine Politik trifft, die schon vorbereitet sind. Ab 2019 – ein genauer Förderbeginn stehe noch nicht fest – sind Anträge für Projekte einzureichen.

Eine der Ideen in Nordkirchen: Um den angedachten Mobilitätspunkt im Haus Westermann zu realisieren, nimmt die Gemeinde den jungen Nordkirchener Unternehmer Björn Paulus mit seinem Unternehmen Pickshare ins Boot. „Im Mobilitätspunkt soll es nicht nur um Ticketverkauf gehen oder um Beratung“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann. „Dort sollen auch andere Serviceleistungen angeboten werden können. Ich bin von Menschen angesprochen worden, dass sie mit dem Gedanken spielen, wegzuziehen, weil es hier einige Serviceangebote nicht gibt.“

Wie kommt man spätabends von Capelle nach Nordkirchen? Wie kann ich mein Paket abholen?“ Da setzt Björn Paulus an: „Wir fanden es spannend, beim Thema Mobilität mitzugestalten. Ich kann mich mit Freunden und Nachbarn vernetzen, Paketabholung organisieren. Wer einen Nutzen in Serviceleistungen sieht, steigt vom Auto um.“ Der Mobilitätspunkt könne mehrere Angebote – Mobilität durch Öffentlichen Personennahverkehr, Bürgerbus aber auch Servicedienstleistungen – bündeln. Und dort Carsharing-Fahrzeuge oder E-Bikes anzubieten, sei auch möglich. Paulus und sein Unternehmen sollen den Mobilitätspunkt mit ausgestalten.

Mobilität neu gedacht

Nach Auskunft von Bürgermeister Bergmann müsse Mobilität für die Gemeinde neu gedacht werden. Lastenfahrräder, die den Einkauf zwischen den Ortsteilen erleichtern, seien denkbar. Attraktive Angebote können dazu führen, dass Haushalte vielleicht auf das zweite Auto verzichten.

Klaus Ehling, Geschäftsführer des Münsterland e.V., machte die Notwendigkeit deutlich, Mobilität gerade im ländlichen Raum wie dem Münsterland zu verbessern: „Wir müssen uns als Region um die Themen kümmern, die gesellschaftliche Relevanz haben.“ Dazu gehöre die Mobilität. „Jüngere Menschen, die im ländlichen Raum aufwachsen, stellen sich die Frage, ob sie überall hinkommen können, ohne sich selber ein Auto kaufen zu müssen.“

Nordkirchener sollen leichter von A nach B kommen

Zusammen mit Bürgermeister Dietmar Bergmann (vorne l.) schauten sich unter anderem FDP-Landtagsabgeordneter Bodo Middeldorf (Mitte) und Klaus Ehling, Geschäftsführer des Münsterland e.V., wichtige Punkte der Verkehrsinfrastruktur in der Gemeinde Nordkirchen an: hier den Bahnhof Capelle, der noch nicht barrierefrei ist.

Um ein Abwandern junger Menschen in die Ballungsräume zu verhindern, wolle sich das Münsterland „an die Spitze derer setzen“, die versuchen, das Thema anzupacken. Dazu wird das Münsterland zum „Reallabor“, also einem Raum, in dem experimentiert werden kann. Mit den Projekten, die ausprobiert werden können, sind potenziell auch Fördergelder des Landes verbunden. „Experimente können aber auch schief gehen“, erklärte Klaus Ehling. „Sie müssen auch schief gehen dürfen.“

Bürger als Ideengeber

Es gebe Förderzusagen vom Land, einen Mitarbeiter für die Koordinierung des Reallabors beim ZVM einzustellen. Start soll mit Projekten, wie in Nordkirchen, sein. Projekte, zu denen die Gemeinde auch Bürger als Ideengeber hinzuziehen wolle.

Wer Ideen hat, kann sich im Rathaus Nordkirchen, Bohlenstraße 2, Tel. (02596) 91 70, melden.

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