Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nordkirchens größtes Volksfest

Prinz-Heinrich-Fahrt

NORDKIRCHEN Am 6. Juli 1911 war Schloss Nordkirchen Etappenziel der spektakulären Prinz-Heinrich-Fahrt. Über diese frühe Autorallye, die Kaiser Wilhelms Bruder Heinrich einige Jahre vorher ins Leben gerufen hatte, veröffentlichte Bernhard Rips einen Aufsatz im Jahresgeschichtsheft 2003 des Nordkirchener Heimatvereins.

06.08.2010
Nordkirchens größtes Volksfest

Seine Majestät liebte es sportlich: Der Benz 100 PS, genannt Prinz-Heinrich-Wagen von 1910.

Hier stark zusammengefasst ein Auszug: "Am 6. Juli 1911 war Schloss Nordkirchen Etappenziel der Prinz Heinrich-Fahrt, eine Veranstaltung der Automobilclubs Englands und Deutschlands. Tags zuvor waren in Bad Homburg 65 Fahrtteilnehmer gestartet und hatten eine erste Tagesstrecke bis Köln zurückgelegt.

Am Steuer seines grünen Benz beteiligte sich Prinz Heinrich von Preußen, der ältere Bruder des damaligen deutschen Kaisers Wilhelm II. Er führte das Feld von hochstehenden Persönlichkeiten in ihren wertvollen Automobilen an, unter ihnen der Besitzer des Schlosses Nordkirchen, der Herzog Engelbert von Arenberg. Dieser hatte zum Zwischen-Aufenthalt auf seinem hochherrschaftlichen Wohnsitz eingeladen.   Gleichzeitig nahm er die Gelegenheit wahr, ein großes Fest für die Nordkirchener Bevölkerung, ja für den gesamten Kreis Lüdinghausen auszurichten. Kosten: 150.000 Reichsmark An den Vorbereitungen für das Jahrhundertereignis waren sämtliche Nordkirchener Vereine, die Gemeindeverwaltung, alle Berufsgruppen sowie die Bediensteten der Schlossverwaltung beteiligt. Etwa drei Stunden dauerte der Aufenthalt auf dem Schloß Nordkirchen, dann machten sich die Fahrer wieder auf den Weg. Das nächste Etappenziel war Münster, wo ihnen ebenso ein stürmischer Empfang bereitet wurde. In Nordkirchen waren die geladenen Gäste inzwischen auf das Volksfest eingestimmt.

Der lustige Teil der Veranstaltung konnte beginnen. Es war Vorsorge getroffen worden, auch mehrere Tausend Menschen mit Speis und Trank zu versorgen. In Restaurationszelten auf der Rennbahn und der Waschhauswiese floss das Bier in Strömen. Fast jedem Wirt aus dem Dorf stand eines dieser Zelte zur Verfügung.   Die Fahrt-Teilnehmer waren gegen 8 Uhr zu der ca. 220 km langen Strecke gestartet. Auf dem Wege über Düsseldorf nach Nordkirchen hatten die Städte und Dörfer reichlich Festschmuck angelegt. Die Bevölkerung freute sich, so vielen prominenten Persönlichkeiten hautnah zuwinken zu können. Daher zeigte die Uhr bereits 12.30 Uhr, als der Wagen des Prinzen Heinrich die Ortsgrenze erreichte.   Das Dorf erstrahlte in Flaggenschmuck, Girlanden und Blumenkränzen. Überall sah man nur fröhliche Gesichter. Unter tosendem Beifall sprach Wilhelm Tennhof herzliche Begrüßungsworte im Auftrag der Gemeinde Nordkirchen. Fräulein Rengshausen überreichte einen leuchtenden Blumenstrauß und trug gemeinsam mit noch drei Mädchen ein Willkommensgedicht vor.

Auf dem Schlossplatz hatte sich inzwischen alles auf den Empfang vorbereitet. Der Herzog von Ardenner war vorausgefahren und hatte mit seiner Familie auf der Freitreppe Aufstellung genommen. In den Alleen warteten die Schüler aller Klassen auf das Ereignis. Die Schulleitung hatte für sämtliche Kinder schulfrei angeordnet." 

Lesen Sie jetzt