Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Pastoralreferentin Christiane Poppe geht in den Ruhestand

Gemeinde St. Mauritius

Die Pastoralreferentin Christiane Poppe verlässt die Gemeinde St. Mauritius und geht in den Ruhestand. Ein ungewöhnlicher Weg führte sie in den Beruf.

Nordkirchen

, 27.06.2018
Pastoralreferentin Christiane Poppe geht in den Ruhestand

Christiane Poppe in ihrem Büro im Pfarrheim St. Mauritius.

Pastoralreferentin Christiane Poppe geht in den Ruhestand und verlässt zum 1. Juli die Kirchengemeinde St. Mauritius. Fünf Jahre war sie Seelsorgerin in der Gemeinde und hat einiges bewegen können. 40 Jahre war sie Pastoralreferentin und hat auch für die katholische Kirche im Ausland gearbeitet.

Über Räume, die sich verändert haben – banal ihre Arbeitsräume und Büros –, erzählt sie, mal klein direkt den Pfarrwohnungen angeschlossen, dann groß, gut für die Menschen erreichbar, wie hier in Nordkirchen mit Platz für Treffen mit Gremien und Gemeindemitgliedern. „Menschenräume“, seien ihr wichtig, „die Räume in denen die Menschen leben“, sagt sie mit Blick auf ihre Auslandsaufenthalte, vier Jahre Ägypten, fünf Jahre Indonesien.

Kein direkter Weg

Ihr Weg in die kirchliche Arbeit war kein direkter, sondern einer, den sie als junge Frau beschlossen hat und konsequent gegangen ist. Die Mitarbeit im Jugendbereich ihrer Heimatgemeinde St. Felicitas in ihrem Geburtsort Lüdinghausen war dabei prägend. Christiane Poppe machte zunächst nach Abschluss der Volksschule eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau. Mit 25 Jahren begann sie ihr Fachabitur nachzuholen und begann dann ein Studium am Institut für pastorale Berufe in Münster.

Jetzt lesen

„Glück hatte ich, dass sich einiges geändert hatte nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil“, erzählt Christiane Poppe. Sie gehört zu den ersten ausgebildeten weiblichen Pastoralreferenten überhaupt. Und Glück hatte sie auch mit ihrer ersten Stelle in Ibbenbüren in der Gemeinde St. Ludwig als Mitarbeiterin von Pfarrer Bernhard Honsel, der von den Reformen überzeugt war. Sie bedauert, dass „die Reformen wieder ins Stoppen geraten sind“.

In Nordkirchen hat sich Christiane Poppe, selbst Mutter von vier Kindern, erfolgreich für die Familienarbeit und die Flüchtlingshilfe eingesetzt und konnte einiges voranbringen. Für die Taufvorbereitungen hat sie ein neues Konzept entwickelt. Sie lud Eltern zu monatlichen gemeinsamen Gesprächen ein: „Es kamen einfach Menschen zusammen, die nach Gemeinschaft gesucht haben und die gleiche Lebenswelten entdeckt haben.“

Jetzt lesen

Offene Türen fand sie dabei auch bei Pfarrer Gregor Wolters für neue Konzepte und Experimente. Zwei Kleinkinder-Wortgottesdienste gibt jetzt auch in Nordkirchen und Capelle, die von Müttern vorbereitet werden und gut besucht sind. Die Wortgottesdienste in den Schulen hat sie versucht attraktiver zu machen und in Kindergärten auf das Erzählen von Geschichten gesetzt und Bibelkoffer angeschafft.

Viel erreicht hat sie in Nordkirchen für die Flüchtlingshilfe. Die Caritas in Südkirchen hat sich bereits Ende der 70er-Jahre um Flüchtlinge gekümmert und Renate Müller und Monika Berkenfeld und weitere Helfer haben sich zunächst, als ab 2014 die Zahl der Flüchtlinge und Zuweisungen für die Gemeinde stieg, um die Menschen gekümmert.

Flucht und Angst erlebt

Christiane Poppe hat die Hilfe in den drei Gemeindeteilen zusammengezogen und so gibt es jetzt regelmäßige Treffen mit Leo Kortmann von den Helfern aus Nordkirchen und Joachim Thiele aus Capelle. Alle ziehen an einem Strang und Christiane Poppe hat die Verbindungen zu anderen Organisationen wie etwa dem Sozialdienst katholischer Frauen, dem Deutschen Roten Kreuz und dem Arbeitsamt geknüpft.

Ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe ist auch geprägt durch ihre Auslandsaufenthalte. Sie begleitete 1995 mit den Kindern ihren Mann, der für die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit in Surabaya in Indonesien war. Sie arbeitete als Pastoralreferentin. Die Deutsche Bischofskonferenz beauftrage sie noch 1998 mit dem Aufbau einer Filialgemeinde. Hier erlebte sie selbst, was Flucht und Angst um die Familie bedeuten. Während der Studentenproteste gegen den Diktator Suharto wurde sie im Auto angegriffen. Mit ihrer Familie wurde sie – ohne etwas mitzunehmen – evakuiert und nach Singapur ausgeflogen. Wenige Wochen später nach dem Regierungswechsel kehrte die Familie zurück.

Hilfe für Frauen auf Sumba

Zu der Zeit besuchte sie auch die Insel Sumba: „Da habe ich echte Armut gesehen“, erzählt sie. Sie hatte Kontakt mit Missionarinnen und Ordensschwestern und schloss sich dem Frauenmissionswerk an. Als sie wieder in Deutschland war, baute sie auf Sumba mit Unterstützung ein Frauenzentrum auf. Sie gründete den Verein Sumbafreunde. Hier will sich Christiane Poppe auch im Ruhestand weiter engagieren und sich viel um ihre Familie kümmern. Mittlerweile gibt es auch ein Enkelkind, den 15 Monate alten Jonathan.

Jeder, der sich persönlich von Christiane Poppe verabschieden möchte, ist nach der Vorabendmesse in St. Mauritius, Beginn um 18.30 Uhr am Samstag, 30. Juni, ins Pfarrheim, Mauritiusstraße eingeladen.
Lesen Sie jetzt