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Südkirchenerin verärgert: Hund verletzt Reh

Ohne Leine unterwegs

Blaue Flecken sind geblieben. Und eine gehörige Portion Wut. Diesen Tag wird eine Südkirchenerin nicht so schnell vergessen. Den Tag, an dem sie ein Rehkitz vor einem wildernden Hund gerettet hat. Doch was kann und soll man in solch einem Fall eigentlich tun? Das haben wir Fachleute gefragt.

SÜDKIRCHEN

, 21.10.2016

Die blauen Flecken kommen vom Rehkitz, „das sich wild gewehrt hat, als ich es auf den Arm genommen habe“, sagt die Frau (Name der Redaktion bekannt). Wütend sei sie auf Hundebesitzer wie in diesem Fall, „die ihre Hunde einfach frei rumlaufen lassen“.

Was war genau geschehen?

Es war der 6. Oktober. Sie habe beobachtet, wie ein Hund ein Rehkitz auf einem Feld an der Oberstraße gewildert habe, sagt die Südkirchenerin. Sie sei sofort hingelaufen und habe es auf den Schoß genommen, um es vor dem Hund zu schützen. Der Hund habe auch sofort vom Reh abgelassen, habe ihr nichts getan.

Dennoch: Auch wenn die Hundebesitzerin die Polizei gerufen habe, als sie dazu gekommen sei, hätte der Hund ihrer Meinung nach von vornherein angeleint werden müssen: „Ich erlebe sehr häufig, dass gerade auch kleinere Hunde in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn größere Hunde nicht angeleint rumlaufen.“

Ihr Appell an die Hundebesitzer:

„Lassen Sie die Hunde doch einfach an der Leine oder nehmen Sie sogar eine Schleppleine.“ Eine Anfrage bei der für die Gemeinde Nordkirchen – also auch für Südkirchen – zuständigen Kreispolizeibehörde Coesfeld, ob der Fall bekannt sei, brachte folgende Antwort: „Uns ist dieser Vorfall nicht bekannt.“ Wie das sein kann, obwohl Polizei laut der betroffenen Südkirchenerin vor Ort war? Vielleicht liegt es daran, dass niemand Anzeige gestellt hat, wie es die Frau berichtet.

Und das Rehkitz? „Das hat von Hundebissen geblutet und ist weggelaufen.“

Leinenzwang in Nordkirchen
Laut Ortssatzung Nordkirchen gilt Leinenzwang innerhalb der Ortsteile. Auch in Naturschutzgebieten.
Besitzer müssen dafür sorgen, dass der Hund keine Personen gefährdet und Sachen beschädigt.
Wer gegen diese Bestimmungen verstößt, riskiert Auflagen des Ordnungsamts, eventuell eine Geldbuße.

Der Revierpächter: Suche nach Reh erfolglos

Der Vorfall hat sich im Jagdrevier von Dr. Hubert Baumeister abgespielt. Er habe durch Zufall davon erfahren, sagt er auf Anfrage der Redaktion. Dass ein Hund ein Wild reißen will, komme immer mal wieder vor. „Zweimal hat der Jagdaufseher einen Hund sogar erschossen, der gewildert hat“, sagt er. Er habe das Revier in Südkirchen seit 30 Jahren gepachtet.

Wie Hubert Baumeister erzählt, sei die Suche nach dem verletzten Rehkitz bisher erfolglos gewesen. „Es ist ja in den Wald gelaufen, und da ist es schwer, es zu finden.“ Es werde aber weitere Anstrengungen geben, das Tier zu finden.

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Die Jagdexpertin: "Polizei rufen"

Wie soll man sich verhalten, wenn der eigene Hund ein Wild gerissen oder man mit dem Auto ein Reh angefahren hat? Tipps der Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit bei der Kreisjägerschaft Coesfeld, Christiane Nöcker:

  • „Rufen Sie umgehend die Polizei an. Die kennt die Grenzen der Reviere und kann den Pächter oder Jagdaufseher informieren.“
  • „Bleiben Sie vor Ort, bis die Polizei oder der Pächter da ist.“
  • „Ziehen Sie zum Selbstschutz eine Warnweste an und schalten sie beim Auto die Warnblinker ein.“
  • „Fassen Sie das verletzte Tier nicht an. Würden Sie das Tier erlösen, wäre das Wilderei.“
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