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Was vom Sturm geblieben ist und wie Gemeinde und Feuerwehr vorsorgen

Orkan Friederike

Wetterlagen werden extremer. Das zeigte sich vor einem halben Jahr, als Orkan Friederike über Nordkirchen hinwegfegte. Wie bereiten sich die Gemeinde und die Feuerwehr auf Unwetter vor?

Nordkirchen

, 19.07.2018
Was vom Sturm geblieben ist und wie Gemeinde und Feuerwehr vorsorgen

Sturm Friederike sorgte besonders beim Hallenbad für Schäden. Überall lag das Styropor verteilt. © Theo Wolters

Ein halbes Jahr ist es her, dass Orkan Friederike über Nordkirchen hinweggefegt ist. Damals war besonders das Dach des Hallenbades in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Dach war durch den Sturm komplett abgedeckt worden, auf dem Parkplatz flogen Styroporplatten umher. Repariert worden war das Dach bereits vier Wochen nach dem Sturm, wie Bauamtsleiter Josef Klaas sagt: „Wir haben die notdürftigen Reparaturen durchgeführt.“ Notdürftig heißt so, dass es nicht durch das Dach tropft, aber nicht so umfangreich wie es normalerweise von Nöten wäre.

Die Gemeinde habe keinen Sanierungsauftrag gestellt, weil nach wie vor nicht klar sei, was eigentlich mit dem Gebäude passiert, so Klaas. Ganz einfach sei das auch nicht, schließlich ist das Gebäude denkmalgeschützt. „Wir suchen eine neue Nutzungsmöglichkeit“, sagt der Bauamtsleiter und dann werde das Dach auch wieder entsprechend gedeckt. Wie das seit Sommer 2016 leerstehende Gebäude und auch die gegenüberliegende Mensa in Zukunft genutzt werden, ist nach wie vor offen.

Wohnen im ehemaligen Hallenbad

Gemeinsam mit dem Land NRW hatte die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben (wir berichteten), welche zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten denkbar wären. Darunter seien Vorschläge für studentisches, aber auch für luxuriöseres Wohnen im Schlosspark eingegangen, wie Josef Klaas erklärt. Für Oktober sei ein Gespräch mit Vertretern des Landes angesetzt, aus dem sich die Gemeindeverwaltung Antworten zur Zukunft des Hallenbades erwartet.

Auch vom Finanzministerium lautet die Antwort auf Anfrage dieser Zeitung am Donnerstag sinngemäß: Land und Gemeinde sind weiterhin im Gespräch, konkrete Angaben oder gar einen zeitlichen Ablauf, bis wann eine Folgenutzung gefunden werden soll, könne aktuell nicht genannt werden, so die Auskunft des stellvertretenden Pressesprechers des Ministeriums, Robert Flader.

Wenig Schaden in Nordkirchen

Sturmtief Friederike hatte ansonsten in der Gemeinde wenig Schaden hinterlassen. Es habe einige Bäume erwischt, die entfernt werden mussten.

Gibt es bei der Gemeinde eigentlich einen konkreten Plan, um Schäden wie diese bei künftigen Unwettern zu verhindern? „Wo wollen Sie da anfangen?“, fragt Klaas. Er verdeutlicht dies an den heruntergerissenen Dachpappen am Hallenbad. Die seien nur punktuell geklebt gewesen. „Das ist eine Befestigungstechnik, die heute nicht mehr eingesetzt wird“, so Klaas. Aber natürlich könne man nicht alle Gebäude auf einmal erneuern.

Der Klimawandel mache sich allerdings durchaus in der Stadtplanung bemerkbar. Bei der Kanalwirtschaft habe man zum Beispiel ganz andere Vorgaben als vor drei bis vier Jahren, um auf stärkere Gewitter reagieren zu können. Aber auch hier gilt: „Man kann nicht mal eben die ganze Kanalisation um 20 Prozent größer machen.“ Auch in Sachen Baumbepflanzung gebe es andere Überlegungen, darüber, was für Bäume für das Stadtbild ausgewählt werden. Heute werde zum Beispiel mehr auf Bäume gesetzt, die die Hitze besser vertragen. Das werde dann entsprechend berücksichtigt, wenn neue Bäume gepflanzt werden.

Die Feuerwehr ist vorbereitet

Bei der Feuerwehr hat sich in Sachen Ausbildung nichts geändert, wie Tobias Heitkamp von der Feuerwehr in Nordkirchen sagt, „Sturmlagen sind sowieso Bestandteil der Ausbildung“, sagt er. Wenn eine Lage wie bei Orkan „Friederike“ auftritt, gibt es aber ein bestimmtes Vorgehen.

Bei gehäuften Meldungen werde der Ausnahmezustand ausgerufen. „Das heißt, alle treffen sich am Feuerwehrhaus und fahren nicht mehr zu einzelnen Einsätzen raus.“ Dann werde ein Voraustrupp eingesetzt, der die einzelnen Orte abfahre und die Prioritäten festlege.

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