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Wie gut ist die Wasserversorgung in Nordkirchen?

Wasserversorgungskonzept

Kann die Gemeinde Nordkirchen alle Bürger in den nächsten Jahren konstant mit Wasser versorgen und wie gut ist dieses Wasser? Ein neues Konzept soll diese Fragen beantworten.

Nordkirchen

, 22.06.2018
Wie gut ist die Wasserversorgung in Nordkirchen?

Das Wasser für Nordkirchen kommt unter anderem aus dem Wasserwerk in Haltern. Foto: Gelsenwasser © Ruediger Schlesselmann

Einstimmig hat der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Umwelt und ländliche Entwicklung am Donnerstag das Wasserversorgungskonzept für die Gemeinde Nordkirchen beschlossen, das von Gelsenwasser vorgelegt worden ist. Was bedeutet das genau? Dazu Fragen und Antworten.

Wieso gibt es ein Wasserversorgungskonzept?

Das Landeswassergesetz aus dem Jahr 2016 verpflichtet Gemeinden, neben dem Abwasserbeseitigungskonzept nun auch ein Wasserversorgungskonzept aufzustellen. Dieses Konzept wurde für die Gemeinde von Gelsenwasser erarbeitet und muss der Bezirksregierung vorgelegt werden. Das Konzept umfasst insgesamt 65 Seiten und gilt für sechs Jahre. Danach muss eine neue Vorlage präsentiert werden.

Warum ist dieses Konzept wichtig?

„Es geht darum, sicherzustellen, dass bei der Gemeinde in den nächsten sechs Jahren keine Engpässe in Sachen Wasserversorgung entstehen“, erläutert Manfred Hochbein von Gelsenwasser bei der Zusammenfassung des Konzepts im Ausschuss. Was ist zum Beispiel bei einer Dürre, ändert sich etwas durch zusätzliche Einwohner und wie sieht es mit Verunreinigungen aus? Die Faktoren demografischer Wandel, industrieller Wandel und auch Klimaänderungen müssen also berücksichtigt werden. Die Wasserversorgung sei ein essenzielles Thema für die Gemeinde, unterstreicht auch Dietmar Bergmann bei der Ratssitzung.

Wie hoch ist der Wasserverbrauch in Nordkirchen?

Relativ konstant. „Der Pro-Kopf-Verbrauch (genauer: spezifischer Verbrauch von Haushalten und Kleingewerbe) variierte in den letzten fünf Jahren nur geringfügig“, heißt es in der Vorlage. Er lag bei 127 beziehungsweise 133 Liter pro Kopf. Im fünfjährigen Mittel kam Nordkirchen auf rund 131 Liter pro Tag. Das ist etwas höher als der Schnitt des Kreises Coesfeld. Der lag laut Zahlen von IT.NRW aus dem Jahr 2013 bei 127 Litern pro Kopf.

Wie viel Wasser wird in den nächsten Jahren benötigt?

Für die Prognose geht die Gemeindeverwaltung ebenfalls von einem konstanten Pro-Kopf-Verbrauch von 131 Litern aus. Dazu spielen weitere Faktoren eine Rolle: „Wir gehen davon aus, dass wir einwohnertechnisch in den nächsten Jahren nicht schrumpfen, vielleicht sogar leicht zunehmen“, erläutert Bauamtsleiter Josef Klaas, „beim Gewerbe gehen wir von einem Zuwachs aus.“ Aufgrund dieser Annahmen hat Gelsenwasser dann den zukünftigen Verbrauch prognostiziert. Für 2017 bis 2027 hat Gelsenwasser einen Gesamtverbrauch von rund 422.000 Kubikmeter pro Jahr für die gesamte Gemeinde berechnet.

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Und wie kann die Wasserversorgung sichergestellt werden?

Aus einer Kombination von verschiedenen Faktoren. Zum einen dadurch, dass drei Wasserwerke für die Belieferung der Gemeinde zuständig sind. „Wir haben dadurch eine sehr hohe Versorgungssicherheit“, sagt Manfred Hochbein bei der Präsentation. Hinzu komme, dass in das Rohrnetz stetig investiert werde und dass es strenge Qualitätsüberwachungen, unter anderem mit einem eigenen Labor, gebe.


Woher bekommen die Nordkirchener Haushalte eigentlich ihr Wasser?

Südkirchen und Capelle bekommen ihr Wasser aus den Ruhr-Wasserwerken Halingen und Echthausen. Nordkirchen wird teilweise aus Haltern, teilweise aus Echthausen beliefert.

Apropos Qualität: Wie sieht es aus mit Schadstoffen im Wasser?

„Dieses Trinkwasser ist geeignet für Babynahrung“, verspricht Manfred Hochbein vom Gelsenwaser. Er sagt zudem: „Wir sind seit 30 Jahren bleifrei.“

Für die Ratsmitglieder ist bei der Präsentation vor allen Dingen das Thema Nitrat von Interesse. So liegt der Nitrat-Jahresmittelwert im Jahr 2016 im Wasserwerk Halingen zum Beispiel bei 11,3 Milligramm pro Liter, in Echthausen bei 10,8 Milligramm. In Haltern ist er höher, liegt bei 16,8 Milligramm pro Liter. Doch auch das liegt gründlich unter dem Nitrat-Grenzwert von 50 Milligramm je Liter, der Richtwert liegt bei 25. Man arbeite aber auch seit vielen Jahren mit Landwirten zusammen, um sicherzustellen, dass der Nitratwert trotz intensiver landwirtschaftlicher Nutzung niedrig bleibe.

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