Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Nordkoreas Kim Jong Un hat keine Zeit für Peking

Pjöngjang/Peking (dpa) Die Beziehungen zwischen Nordkorea und China sind so schlecht wie nie. Nordkoreas Führer Kim Jong Un weigert sich, zu den Verhandlungen über sein Atomprogramm zurückzukehren - und gibt Peking einen Korb.

Nordkoreas Kim Jong Un hat keine Zeit für Peking

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Bisher gehörte China zu den wenigen Ländern, in denen das Regime in Pjöngjang noch auf Verständnis hoffen konnte. Foto: KCNA/EPA

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wird voraussichtlich nicht an Chinas Feiern zum 70. Jahrestag des «Sieges über den Faschismus» am 3. September in Peking teilnehmen.

«Der «geachtete Marschall» ist sehr beschäftigt», sagte ein hoher Beamter der Internationalen Abteilung des Zentralkomitees der Arbeiterpartei in Pjöngjang der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, ob Kim Jong Un der chinesischen Einladung zum Gedenken an den Krieg gegen Japan nachkommen werde.

Er verwies darauf, dass der Militärführer mit den Feiern zum Ende der japanischen Kolonialherrschaft im August und dem 70. Geburtstag der Arbeiterpartei am 10. Oktober viel zu tun habe. In Peking sahen Experten nur eine Ausrede. Kim Jong Un wolle vermeiden, in Peking über den Atomkonflikt sprechen zu müssen.

«Es ist nur ein Vorwand», sagte Professor Cui Yingjiu von der renommierten Peking Universität. «Ich wüsste keinen Grund, warum Kim Jong Un die Reise antreten wollte. Wenn er kommt, wird er die Atomfrage nicht umgehen können.» Unter Hinweis auf die Weigerung Pjöngjangs, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, sagte der Nordkorea-Experte: «Es gibt nichts, worüber geredet werden könnte.»

Mit seltener Offenheit beschrieb der nordkoreanische Beamte in Pjöngjang die Beziehungen zwischen den Nachbarländern als «nicht so gut». Nordkorea ist verärgert, dass China die jüngsten Sanktionen unterstützt. Umgekehrt gibt es in China Unmut über Nordkoreas anhaltende Entwicklung von Atomwaffen und seine Weigerung, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

«Der Führer Nordkoreas ist so jung und unreif, dass seine Politik unberechenbar ist», sagte auch Professor Zhou Xiaozheng von der Volksuniversität in Peking. Auch China habe keine Strategie, wie er an den Verhandlungstisch geholt werden könne. Die Aussichten für eine Denuklearisierung seien schlecht, weil der junge Machthaber seine Atomwaffen «überhaupt nicht aufgeben will». Kim Jong Un sei sich bewusst, dass er dann einen großen Teil an Macht verlieren würde.

Chinas Führung bemüht sich nach Angaben aus diplomatischen Kreisen um ranghohe ausländische Gäste bei den Gedenkfeiern, die von einer seltenen Militärparade gekrönt werden sollen. Bislang hat Russlands Präsident Wladimir Putin zugesagt. Der nordkoreanische Führer war schon im Mai einer Einladung zu den Feiern anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes nach Moskau nicht nachgekommen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Sondierungen in Berlin

Optimismus und Skepsis nach Jamaika-Gesprächen

Berlin Jamaika ausloten, Tag zwei: FDP und Grüne wollten am Donnerstag bei ihrem Treffen bei Blumenkohlsuppe und Streuselkuchen nicht zu sehr in Verletzungen der Vergangenheit rumwühlen. Nebenbei rumort es aber ordentlich - vor allem im konservativen Lager.mehr...

Fußball: Champions League

FC Bayern schlägt Celtic Glasgow ohne Probleme

MÜNCHEN Der deutsche Fußball-Meister FC Bayern München hat den Einzug in das Achtelfinale der Champions League wieder fest im Visier. Die Münchner gewannen am Mittwoch am dritten Spieltag der Gruppe B daheim 3:0 (2:0) gegen Celtic Glasgow.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Urteil naht

13 Jahre Haft gefordert: Camperin vergewaltigt?

BONN 156 Monate Freiheitsentzug – das fordert die Staatsanwaltschaft im Fall gegen einen 31-Jährigen. Dieser soll im April in der Nähe von Bonn eine junge Frau bedroht und vergewaltigt haben. Am Donnerstag soll das Urteil fallen. Der Angeklagte hat zum Vorfall eine völlig andere Sichtweise.mehr...

Politik

Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Dresden (dpa) Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. Seine CDU wird kalt erwischt.mehr...