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Nordkoreas Top-Diplomat zu Gesprächen in Schweden

Stockholm/Washington. Der nordkoreanische Außenminister geht nicht oft auf Reisen. Umso mehr facht sein Besuch in Schweden Spekulationen an. Wollen sich Donald Trump und Kim Jong Un womöglich dort treffen?

Nordkoreas Top-Diplomat zu Gesprächen in Schweden

Ri Yong Ho verlässt den schwedischen Regierungssitz Rosenbad. Foto: Vilhelm Stokstad/TT News Agency/AP

Nach diplomatischen Gesprächen in Stockholm deutet immer mehr darauf hin, dass Schweden Gastgeber eines möglichen Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un werden könnte.

Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho traf am Freitag bei einer seiner seltenen Auslandsreisen nicht nur seine Kollegin Margot Wallström, sondern auch Schwedens Regierungschef Stefan Löfven. Nach Angaben des schwedischen Außenministerium sollen die Gespräche am Samstag fortgesetzt werden. Zum konkreten Inhalt wurde zunächst wenig bekannt.

Trump ist weiter zuversichtlich, dass es bis Ende Mai zu dem Gipfeltreffen mit Kim kommt. Der US-Präsident und sein südkoreanischer Kollege Moon Jae In hätten in einem Telefonat angesichts jüngster Entwicklungen vorsichtigen Optimismus geäußert, erklärte das Weiße Haus in Washington. Trump und Moon hätten sich einig gezeigt, dass nur Konkrete Taten und nicht Worte der Schlüssel für eine dauerhafte Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel seien. Die Politik des „maximalen Drucks“ auf Nordkorea müsse aufrechterhalten werden.

Löfven bekräftigte nach dem kurzen Treffen am Vormittag sein Angebot, als Vermittler zwischen Trump und Kim aufzutreten. Wenn Schweden das Gipfeltreffen ermöglichen könne, werde man das tun, sagte der Sozialdemokrat bei einem Besuch in Berlin.

Ende vergangener Woche hatte Trump überraschend seine Bereitschaft zu einem Treffen mit Kim erklärt und eine entsprechende Einladung angenommen. Ort und Zeit standen allerdings zunächst nicht fest. In Kreisen des südkoreanischen Präsidialamts in Seoul waren zuletzt neben Schweden auch die Schweiz, die südkoreanische Insel Jeju und der Grenzort Panmunjom zwischen Süd- und Nordkorea als mögliche Orte für ein solches Treffen genannt worden.

Schweden könnte eine besondere Rolle spielen, weil das Land seit den 1970er-Jahren eine Botschaft in Pjöngjang unterhält und vor Ort auch die Interessen der USA vertritt. Wallström betonte: „Wir sind nicht naiv und wollen nicht den Eindruck erwecken, alle Probleme der Welt lösen zu können.“ Wenn Schweden aber helfen könne, indem das Land seine Rolle und Kontakte nutze, werde man das tun.

Wallström sprach mit Ri unter anderem über die Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel. Der nordkoreanische Außenminister will Berichten zufolge das gesamte Wochenende in Schweden verbringen.

Löfven hatte zuvor betont, einem Gipfeltreffen in dem skandinavischen Land müssten alle Hauptakteure - Südkorea, Nordkorea, China, die USA und Japan - zustimmen. In Berlin sagte er, es sei aber für alle Länder der Welt wichtig, dass der Korea-Konflikt nicht eskaliere.

Kim und Trump hatten sich im vergangenen Jahr immer wieder gegenseitig beleidigt und verspottet. Das nährte Befürchtungen, der Konflikt könne eskalieren. Eine diplomatische Lösung ist extrem kompliziert. Zuletzt hatten sich die beiden Koreas wieder vorsichtig angenähert.

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