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Nur noch Müll

MENGLINGHAUSEN Exakt um 7.15 Uhr rollten am Mittwochmorgen auf dem heruntergekommenen Grundstück Am Liebringskamp die Bagger an, um das Gelände von Müll und Abfall zu räumen.

von Von Jörg Bauerfeld

, 17.10.2007
Nur noch Müll

Nur mit schwerem Gerät gelang es, die Müllberge beiseite zu räumen.

Vertreter der Verwaltung mit einer Räumungsverfügung und Polizei waren vor Ort, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Gut zehn Jahre hatte hier, mitten in einem Landschaftsschutzgebiet, ein alter Mann als Einsiedler gehaust - umgeben von Müll. Ohne Wasser, ohne Strom (wir berichteten). Aber mit einem unglaublichen Sammeltrieb.

Der hat dafür gesorgt, dass aus einer einst grünen Wiese ein riesiger Müllplatz wurde. Als jetzt die Bagger zu Werke gingen, hatte der Einsiedler schon das Weite gesucht. Auf einem Parkplatz am S-Bahnhof Kruckel suchte er mit einigen Habseligkeiten Zuflucht.

Von dort wurde er später in das Marien-Hospital zur ärztlichen Untersuchung gebracht und soll, so Pressesprecher Hans-Joachim Skupsch, bereit sein, ein Wohnungsangebot der Stadt Dortmund anzunehmen. "Die Anwohner haben sich schon lange beschwert, auch die Verwaltung wusste um den Zustand vor Ort und hat sich um eine Lösung bemüht", sagt Hans Semmler, stellvertretender Bezirksvorsteher aus Hombruch. "Es wurde Zeit, dass endlich etwas passiert."

Mann wohnte illegal auf dem Gelände

Oft hatten örtliche Politiker den alten Mann dazu bewegen wollen, das von ihm illegal bewohnte Gelände zu verlassen. Im August 2007 machte die Bezirksvertretung Hombruch dann Nägel mit Köpfen und forderte die Verwaltung auf, das verwahrloste Grundstück zu räumen. Und wie dringend die Räumung war zeigte, sich mit dem ersten Einsatz der Bagger. Ein beißender Geruch stieg in die Luft, als die ersten Wohnwagen beiseite geschleppt wurden. Auf dem lehmigen Boden hatte sich Altöl gesammelt, bildete kleine Pfützen. Bretter, Kanister und Möbelstücke türmten sich zu großen Haufen.

Die Männer der Firma Domig, die vom Umweltamt der Stadt zur Säuberung des Grundstücks beauftragt wurden, leisteten Schwerstarbeit. Drei Tage, so schätzen sie, wird es wohl dauern, den Unrat vom Grundstück zu entfernen.

Fläche soll rekultiviert werden

Aber nicht nur Müll und Unrat hatte der Mann in den Jahren angesammelt, auch einige Tiere fristeten auf dem Gelände ihr Dasein. Auch die galt es einzufangen und zu versorgen. "Kleine Katzen, Hühner und Kaninchen laufen hier noch herum", sagt Gabriele Bayer vom Tierschutzverein Arche 90, die mit einem Kescher und einer Transportbox über das unübersichtliche Gelände am Waldrand streifte. Wenn die Räumung abgeschlossen ist, soll die Fläche rekultiviert und in ihren ursprünglichen Zustand zurück versetzt werden - ohne Einsiedler.

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