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OB Scholz fordert Perspektive für das Opel-Werk

"Großer Absatzmarkt Ruhrgebiet"

So schnell lässt sich das Opelwerk in Bochum nicht schließen. Nicht 2016 und erst recht nicht schon in 2014. Die Stadt Bochum erwartet, dass in den anstehenden Gesprächen eine langfristige und tragfähige Perspektive für das Bochumer Opelwerk entwickelt wird.

BOCHUM

von Von Thomas Aschwer

, 14.06.2012
OB Scholz fordert Perspektive für das Opel-Werk

Steht die Uhr vor und damit sympolisch auch für Opel Bochum auf kurz vor oder kurz nach 12?

„Es sollte möglich sein, bei einer Produktoffensive (...) eine Nachfolgeproduktion für den Zafira nach Bochum zu vergeben“, sagt OB Ottilie Scholz. Alles andere wäre für sie gerade im Jubiläumsjahr „unverständlich und nicht akzeptabel.“

Das hatte der GM-Konzern nach Einschätzung der IG Metall in NRW ganz anders gesehen. Er sei in die Gesprächen gegangen mit der Vorstellung, Bochum Ende 2014 zu schließen. „Wir haben mit dieser Lösung Zeit gewonnen, nicht mehr und nicht weniger“, sagt Bezirksleiter Oliver Burkhard. Denn ursprünglich sollte bis Ende Juni das neue Konzept für Opel verabschiedet sein. Jetzt sei das Zeitfenster bis Ende Oktober geöffnet. Aus Sicht des Konzerns geht es in den noch nicht terminierten Gesprächen vor allem um eine Auslastung der Werke in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach. Eine Perspektive für Bochum sieht GM hingegen nicht. Nach 2016 sei der Standort nicht auszulasten. Ob bis dahin auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet wird, ist völlig unklar. Eine Zusage jedenfalls gibt es nicht. Nur die Bereitschaft, darüber zu verhandeln.

Dicke Bretter sind für Betriebsräte und IG Metall zu bohren. Erst recht, wenn sie den erneuten Anlauf zum Erhalt des Bochumer Werkes unternehmen wollen. Wie sich der Bochumer Betriebsrat positioniert, ist nicht klar erkennbar. Der Vorsitzende Rainer Einenkel hält sich mit Äußerungen komplett zurück. Eine Einschätzung der aktuellen Situation dürfte er jedoch bei der nächsten Betriebsversammlung am Samstag im Ruhr-Congress vornehmen. Hier hat sich auch das neue Frauenkomitee „Basta!“ angekündigt. Es will sich für eine „lebenswerte Zukunft“ einsetzen. Aus Sicht der Stadt Bochum kann die nur mit einem Opel-Werk gelingen. Sie verweist in ihrer Stellungnahme deshalb auch auf den „großen Absatzmarkt“ Ruhrgebiet. „Es lohnt sich für Opel, in den Standort Bochum zu investieren.“ Ein Ziel, das öffentlich auch die IG Metall in NRW verfolgt. Wenn im Herbst der Standort Bochum sein 50-jähriges Bestehen feiert, muss sie Farbe bekennen.