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Obama: Amerika braucht Politikwende

Denver (dpa) In seiner ersten Rede als offizieller Präsidentschaftskandidat hat Barack Obama beim Parteitag der US- Demokraten vor mehr als 80 000 Anhängern eine grundsätzliche Wende in der US-Politik gefordert.

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Barack Obama während seiner Rede in Denver, Colorado.

Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter küsst Barack Obamas Frau Michelle.

Der demokratische Senator Joseph Biden umarmt auf der Bühne des Parteitags der US-Demokraten seinen Sohn Beau.

Ein Delegierter trägt auf dem Parteitag der US-Demokraten in Denver sein Kind vor dem Bauch.

Hillary Clinton und ihre Tochter Chelsea drücken sich.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama (r.) und sein Vize Joseph Biden umarmen dessen Frau Jill Biden.

Ab heute nicht mehr "designiert": Barack Obama will nächster Präsident der USA werden.

Auch das gehört zu US-Parteitagen: Sänger John Legend tritt in Denver zusammen mit einem Chor auf.

Senator Edward Kennedy bekommt nach seiner Parteitagsrede einen Kuss von seiner Frau Vicki.

Indianische Kriegsveteranen hissen auf dem Parteitag in Denver die amerikanische Flagge.

Barack Obamas Halbschwester Maya Soetoro-Ng spricht auf dem Parteitag in Denver.

Am ersten Tag nur per Video: Barack Obama winkt während einer Live-Schaltung seinen Töchtern Malia (r) and Sasha zu.

Hillary Clinton wird in Denver begeistert gefeiert.

Das gelte sowohl für die Innen- wie die Außenpolitik, sagte der 47-Jährige in seiner von vielen mit Spannung erwarteten Antrittsrede im Footballstadion von Denver (US-Bundesstaat Colorado) am Donnerstagabend (Ortszeit). Seine Partei hatte ihn am Vortag offiziell ins Rennen um das Weiße Haus geschickt.

«Mit tiefer Dankbarkeit und großer Demut akzeptiere ich die Nominierung für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten», waren die ersten Worte der 46-minütigen Grundsatzrede. Im Gegensatz zu der unbestimmten Versprechung von «Wandel» («Change») in den meisten bisherigen Wahlkampfveranstaltungen wurde Obama in Denver konkreter. Bis zum 4. November, dem Wahltag, hat Obama nun Zeit, die Amerikaner und vor allem enttäuschte Anhänger der in den Vorwahlen knapp unterlegenen Hillary Clinton zu überzeugen.

«Amerika, wir sind besser als diese letzten acht Jahre (...). Wir lieben dieses Land zu sehr, als dass die kommenden vier Jahre aussehen wie die vergangenen acht», sagte der schwarze Senator aus Illinois. Die USA müssten Menschen ohne Arbeit und in wirtschaftlicher Not, alleingelassenen Kriegsveteranen sowie Familien und Kindern ohne Krankenversicherung beistehen. Es sei auch Zeit, den amerikanischen Traum wiederzubeleben, der jedem faire Chancen eröffne. Obama kündigte an, im Fall eines Wahlsieges 95 Prozent der Familien steuerlich entlasten zu wollen. «Steuerschlupflöcher» sollen gestopft und Steuervergünstigungen für Konzerne und Reiche gestrichen werden.

Erwartungsgemäß griff der Präsidentschaftskandidat auch seinen designierten republikanischen Kontrahenten John McCain scharf an. Der 72-Jährige stehe «allein in seiner halsstarrigen Weigerung, einen fehlgeleiteten Krieg (im Irak) zu beenden». Er glaube nicht, dass McCain sich nicht um Amerika kümmere, aber dieser verstehe einfach die Probleme des Landes nicht. Zudem sei er ein Mitläufer und habe in der Vergangenheit zu 90 Prozent mit dem republikanischen Präsidenten Bush gestimmt. Obama wirbt auch für neuen Politik-Stil in Washington.

Der Demokrat bekräftigte erneut seine Absicht, den Irakkrieg zu beenden, nannte diesmal aber keinen konkreten Zeitpunkt für einen Rückzug der US-Truppen. Vor einigen Wochen hatte Obama versprochen, die US-Truppen binnen 16 Monaten aus dem Irak zu holen. Obama will zudem die US-Streitkräfte neu organisieren. Im Atomkonflikt mit dem Irak würde er das Mittel einer «harten, direkten Diplomatie» anwenden, um Teheran «zu hindern, Atomwaffen zu bekommen».

Mehrere Redner erinnerten zum Ende des viertägigen Parteitags daran, dass vor genau 45 Jahren der Bürgerrechtler Martin Luther King (1904-1968) seine berühmte Rede «I have a dream» (Ich habe einen Traum) über eine Gesellschaft ohne Rassenschranken gehalten hat. Martin Luther King III., Sohn des 1968 Ermordeten, meinte, sein Vater «wäre stolz auf Barack Obama gewesen, stolz auf die Partei, die ihn nominiert hat, und stolz auf das Amerika, das ihn wählen wird».

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