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Obama und McCain erstmals konfrontiert

Washington (dpa) Bei ihrer ersten Begegnung auf einer Wahlkampfbühne haben sich der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama und sein republikanischer Rivale John McCain zu christlichen Grundwerten und zum christlichen Glauben bekannt.

Obama und McCain erstmals konfrontiert

Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain und sein demokratischer Rivale Barack Obama beim TV-Prediger Rick Warren.

Während sich Obama am Samstagabend (Ortszeit) in der Großkirche Saddleback im Südosten von Los Angeles für ein Abtreibungsrecht der Frauen aussprach, setzte sich McCain entschieden für die «Pro-Leben-Bewegung» ein, die jede Abtreibung strikt ablehnt. «Menschenrechte beginnen bei der Empfängnis», sagte McCain.

Obama und McCain wurden 80 Tage vor der US-Präsidentschaftswahl und gut eine Woche vor Beginn des demokratischen Parteitags getrennt in jeweils einstündigen Interviews von dem populären Pfarrer und Erfolgsautor Rick Warren befragt. Die beiden Kandidaten begegneten sich vor mehreren tausend Evangelikalen in der Kirche nur kurz auf der Bühne, wo sie sich freundlich begrüßten und kurz umarmten. Die Kandidaten mussten die gleichen Fragen beantworten. Als seinen schlimmsten persönlichen Fehltritt bezeichnete Obama seine Alkohol- und Drogenerfahrungen als Teenager sowie seine «Selbstsucht» als junger Mensch. Der Baptist McCain bedauerte, dass seine erste Ehe gescheitert sei.

Obama bezeichnete es als den «größten moralischen Fehler der USA», dass sie sich nicht ausreichend um Benachteiligte und Arme kümmere. McCain prangerte die mangelnde Opferbereitschaft der USA an, «sich für eine Sache einzusetzen, die größer ist als wir selbst». Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hätte die Politik von den Amerikaner fordern müssen, verstärkt in das Friedenskorps und die US- Streitkräfte einzutreten.

Der demokratische Senator aus Illinois verteidigte das grundsätzliche Recht der Frauen, in persönlicher Not abzutreiben. Allerdings müsse alles getan werden, um Frauen andere Optionen als eine Abtreibung zu eröffnen, wie mehr finanzielle Hilfen oder die Förderung von Adoptionen. Obama kündigte an, dass er als Präsident Steuererhöhungen für Familien einführen möchte, die über 150 000 Dollar (102 000 Euro) verdienen. Steuererhöhungen seien notwendig, um die marode Infrastruktur in den USA zu verbessern und um bessere Schulen zu haben.

Der konservative Senator aus Arizona versprach, als Präsident die Terrororganisation El Kaida zu bekämpfen, bis sie völlig besiegt sei. Den Terroristenführer Osama bin Laden werde er «bis zu den Toren der Hölle jagen» lassen und ihn seiner Strafe zuführen. Den extremistischen Islam nannte McCain eine «Herausforderung des 21. Jahrhunderts». Die USA müssten überall in der Welt dafür einstehen, dass Freiheit und Menschenrechte verteidigt werden.

Die Ehe definierten Obama und McCain übereinstimmend als «heiligen Bund» zwischen Mann und Frau. Obama setzte sich aber auch für eingetragene Partnerschaften ein, die Zivilehe von Homosexuellen.

Beide Kandidaten kämpfen um die Stimmen der betont christlichen Wähler, die traditionell republikanisch wählen und etwa ein Viertel der US-Wähler ausmachen. Obama hat laut Umfragen allerdings zahlreiche Anhänger auch in dieser Wählergruppe. Laut CNN wollen 24 Prozent der weißen Evangelikalen für Obama stimmen. Im Präsidentschaftswahlkampf führt Obama verschiedenen Umfragen zufolge zwischen drei und sechs Prozentpunkte vor McCain.

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