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Öl-Konzern hofft auf Herausgabe der «Sirius Star»

Nairobi/Riad (dpa) Der saudische Öl-Konzern Aramco rechnet mit einer baldigen Freigabe des von Piraten gekaperten Supertankers. Der Konzern gehe davon aus, dass die somalischen Piraten die Mitte November gekaperte «Sirius Star» in den kommenden Tagen freigeben.

Öl-Konzern hofft auf Herausgabe der «Sirius Star»

Gekaperter Ozeanriese: Der Tanker "Sirius Star" hat Öl im Wert von rund 100 Mio. Dollar an Bord.

Das berichtete die Zeitung «Okaz» am Dienstag unter Berufung auf gut informierte Kreise der saudischen Öl-Industrie. Demnach werde die Reederei Vela in Dubai, der das Schiff gehört, voraussichtlich ein Lösegeld von zwei bis drei Millionen US-Dollar (1,6 bis 2,3 Millionen Euro) bezahlen müssen, um den Tanker noch diese Woche zurückzuerhalten. Ein US-Unternehmen werde die Übergabe des Geldes organisieren.

Das saudische Kabinett hatte am Montag über die Piraten-Krise beraten. Nach der Sitzung, an der auch König Abdullah teilnahm, wurden jedoch keine Einzelheiten bekannt. Ob das niedrigere Lösegeld mit der Ankündigung der somalischen Islamisten zu tun hat, sie wollten gegen die Piraten kämpfen, blieb ebenfalls unklar. Anfangs hatten die Seeräuber 25 Millionen Dollar Lösegeld gefordert.

Die Piraten hatten den Supertanker, der zwei Millionen Barrel Öl aus Saudi-Arabien an Bord hat, vor der Küste Kenias gekapert und anschließend nach Somalia gesteuert. Zur Zeit haben die Seeräuber mehr als ein Dutzend Schiffe und rund 300 Seeleute aus aller Welt in ihrer Gewalt, darunter die mit mehr als 30 Kampfpanzern beladene ukrainische MS Faina.

Unterdessen wurde bekannt, dass somalische Piraten bereits am vergangenen Mittwoch im Golf von Aden ein Frachtschiff aus dem Jemen gekapert haben. Schiffseigner Attas Salim Abud, sagte in einem Telefoninterview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in der jemenitischen Hafenstadt Mukalla: «Wir werden an die Piraten nichts bezahlen, nicht einmal zehn Cent.» Er bestätigte Berichte, wonach die Seeräuber zwei Millionen US-Dollar Lösegeld für die «Erina» gefordert haben sollen, die sie am 19. November auf dem Weg von Mukalla zur Insel Sokotra gekapert hatten. Das Schiff liegt seinen Angaben zufolge im Hafen Eyl vor Anker.

Er habe einen somalische Geschäftspartner gebeten, sich in die Verhandlungen um die Herausgabe des Schiffes und die Freilassung der Besatzung einzuschalten. Die Verhandlungen liefen bereits zwischen den Piraten und lokalen Stammesführern aus der Region Puntland.

Abud, ein Jemenit somalischer Herkunft, erklärte, der Besatzung des Frachters gehörten drei Jemeniten, drei Somalier und zwei Seeleute aus Tansania an. Das Schiff hat 570 Tonnen Stahl und und andere Baumaterialien geladen. Es ist das erste Mal, dass die Piraten ein großes Schiff aus dem Jemen gekapert haben. Bislang hatten sie im Golf von Aden lediglich jemenitische Fischerboote überfallen.

In Deutschland und vielen anderen von den Piratenüberfällen betroffenen Ländern werden die Diskussionen über eine Bekämpfung der Seeräuber am Horn von Afrika fortgesetzt. Die Bundeswehr könnte bis zu 1400 Soldaten und damit weit mehr Kräfte als zunächst erwartet für den geplanten EU- Einsatz gegen Piraten am Horn von Afrika bereitstellen. Über eine entsprechende Truppenstärke werde in den zuständigen Ministerien beraten, wurde am Dienstag in Regierungskreisen in Berlin bestätigt.

Die EU will die Mission am 8. Dezember starten, hat dem Verteidigungsministerium in Berlin zufolge aber noch keinen Operationsplan vorgelegt. Danach richteten sich aber die deutschen Pläne, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Insgesamt will die EU fünf bis sieben Schiffe und See- Aufklärungsflugzeuge schicken. Als Einsatzgebiet sieht die EU den Golf von Aden und die Gewässer von Somalia und seinen Nachbargebieten bis zu 500 Seemeilen vor der Küste vor. Das Mandat soll für ein Jahr erteilt werden. Das laufende Mandat der Vereinten Nationen ist bis zum 2. Dezember befristet. Die Entscheidung über eine Verlängerung steht ebenfalls noch aus.

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