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Warenhaus-Kette

Österreicher übernimmt Karstadt für einen Euro

Düsseldorf Für einen Euro wird der österreichische Immobilieninvestor René Benko neuer Besitzer von Karstadt. Er übernimmt vom bisherigen Eigentümer Nicolas Berggruen einen Konzern in der Krise. Wir zeigen die fünf größten Karstadt-Probleme auf, stellen die Karstadt-Filialen der Region auf einer Karte dar und berichten über die Hintergründe.

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Rene Benko.

Filiale in Berlin.

Die Karstadt-Filiale in Essen

Berggruen, der Karstadt 2010 für den symbolischen Preis von einem Euro aus der Insolvenz übernommen hatte, wird sich demnach komplett aus dem Unternehmen zurückziehen. „Wir machen den Weg frei für einen Neuanfang“, wird Berggruen in einer Mitteilung zitiert. 

Fotos: Die Geschichte von Karstadt

1881 gründet  Adolph Karstadt das Geschäft in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern.
Bis zum zweiten Weltkrieg wächst das Unternehmen rasant.
Mit dem Erfolg von Karstadt gehen auch Übernahmen von anderen Konzernen einher. 1994 kommt beispielsweise die Warenhausketter Hertie hinzu.
1999 wird auch Versandunternehmen Quelle ein Teil von Karstadt.
Der Fall beginnt. Nach verfehlten Ergebnisprognosen muss der langjährige KarstadtQuelle-Chef Walter Deuss (rechts) gehen.
Er soll den Konzern aus den roten Zahlen holen:  Christoph Achenbach übernimmt 2004 die Konzernführung und setzt den Rotstift an. 5.700 Stellen werden gestrichen.
2005: Und wieder ein neuer Chef. 2005 kommt Thomas Middelhoff auf Bitten von Quelle-Erbin Schickedanz. 2014 musste sich Middelhoff wegen dem Vorwurf der Untreue vor Gericht verantworten.
2005: Middelhoff verkauft die Modeketten SinnLeffers, Wehmeyer und Hertie. Alle drei Ketten melden später Insolvenz an.
Juli 2007: Die Karstadt-Quelle AG wird in Arcandor AG unbenannt.
2008: Die Verluste im Jahr Middelhoff sind enorm: 700 Euro Nettoverlust, fast eine Milliarde Euro Schulden. Karl-Gerhard Eick wird neuer Vorstandsvorsitzende.
Juni 2009: Arcandor sowie seine Töchter Karstadt und Quelle melden Insolvenz an. Die Gläubiger geben im November grünes Licht für einen Verkauf. Zahlreiche Mitarbeiter müssen gehen und Filialen werden geschlossen.
Juni 2010: Der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen übernimmt den Konzern und versucht mit den Gläubigern zu verhandeln.
Juli 2012: Karstadt streicht weitere 2000 Stellen, im April 2013 kündigt das Unternehmen eine "Tarifpause" für die Beschäftigten an.
September 2013: Karstadt verkauft über 70 Prozent seiner Sport-Filialen an die österreichische Firma Signa. Signa soll im Gegenzug 300 Millionen Euro in die Modernisierung von Karstadt stecken.
Februar 2014: Die ehemalige Ikea-Managerin Eva-Lotta Sjöstedt wird neue Karstadt-Chefin und soll dem Konzern neue Hoffnung geben. Im Juli geht sie schon wieder.
August 2014: Der österreichische Unternehmer Rene Benko (hier mit Ehefrau Nathalie) kauft den Konzern von Berggruen.
Benko zahlt einen symbolischen Euro für das insolvente Unternehmen. Auch Berggruen hatte diesen Preis zuvor gezahlt.

Der Geschäftsführer der Signa Retail GmbH, Wolfram Keil, betonte: „Wir sind bereits umfangreich bei Karstadt engagiert - somit war die komplette Übernahme der Karstadt Warenhaus GmbH angesichts der aktuellen Lage die logische Konsequenz.“ Signa übernehme damit auch die operative Verantwortung und verschaffe dem Unternehmen Klarheit über die künftige Eigentümerstruktur. Wichtigstes Ziel sei es jetzt, dass im Warenhauskonzern Ruhe einkehre und die nächsten Schritte einer tragfähigen Sanierungsstrategie zügig beraten, verabschiedet und umgesetzt würden. 

Benko hatte sich bereits im vergangenen Jahr die Mehrheit an den lukrativsten Unternehmensteilen - den Sporthäusern und den Premium-Filialen wie dem KaDeWe - gesichert. Im Zuge der Übernahme gebe Berggruen auch seine verbliebenen Minderheitsbeteiligungen an diesen Sparten ab, hieß es in der Mitteilung, ebenso seine Beteiligungen an einzelnen Karstadt-Immobilien. Die verlustreiche Warenhaus-Gruppe steht jedoch vor großen Sanierungsaufgaben.

ESSEN Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt verlässt nach weniger als fünf Monaten an der Konzernspitze das angeschlagene Warenhaus-Unternehmen. In einer von Karstadt am Montag in Essen veröffentlichten Erklärung betonte die Schwedin, sie sehe keine Basis mehr für den vor ihr angestrebten Sanierungsprozess.mehr...

 Karstadt steckt seit langem in einer Krise. Die neue Chefin Eva-Lotta Sjöstedt, die als große Hoffnungsträgerin galt, hatte Anfang Juli nach weniger als fünf Monaten ihre Platz geräumt. Sie sehe keine Basis mehr für den von ihr angestrebten Sanierungsprozess, hatte die Schwedin erklärt. In der kommenden Woche wollte der Karstadt-Aufsichtsrat ursprünglich über einen neuen Sanierungsplan beraten, der nach den Worten der Konzernführung „keine Tabus“ mehr kennen sollte.  Welche Karstadt-Filialen es in der Region gibt, sehen Sie auf unserer Karte:

auf einer größeren Karte anzeigen

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Rene Benko.

Filiale in Berlin.

Die Karstadt-Filiale in Essen

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