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Oetker greift offenbar nach Beck's & Co

Bielefeld/Brüssel (dpa) Der Lebensmittelriese Dr. Oetker will einem Zeitungsbericht zufolge in einem Zug Beck's, Franziskaner, Hasseröder und weitere deutsche Biermarken schlucken.

Oetker greift offenbar nach Beck's & Co

Oetker und die Konzerntochter Radeberger Gruppe wollten den Zeitungsbericht auf Anfrage der dpa am Freitag nicht kommentieren.

Nach Informationen der «Lebensmittel Zeitung» verhandeln InBev und die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe über das Deutschlandgeschäft des belgischen Braukonzerns. Die Gespräche seien weit fortgeschritten, berichtete die «Lebensmittel Zeitung» am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Sollte eine Übernahme des Deutschlandgeschäftes von InBev gelingen, käme bundesweit künftig jedes vierte Bier aus dem Hause Dr. Oetker: Der Anteil der Radeberger Gruppe am nationalen Biermarkt würde schlagartig von derzeit 15 auf 25 Prozent steigen. Die Radeberger Gruppe hatte schon vor längerem verkündet, dass sie ihren deutschen Marktanteil auf «20 Prozent plus» steigern will.

Oetker und die Konzerntochter Radeberger Gruppe wollten den Zeitungsbericht auf Anfrage der dpa am Freitag nicht kommentieren. Der belgische Braukonzern InBev nahm ebenfalls keine Stellung. Zur Finanzierung des US-Brauriesen Anheuser-Busch werde zwar überlegt, gewisse Aktivitäten abzugeben. «Doch derzeit können wir keinen Kommentar dazu abgeben, welche Geschäfte betroffen sein könnten», sagte eine InBev-Sprecherin der dpa am Firmensitz in Löwen bei Brüssel. Wie aus dem Bericht der «Lebensmittel Zeitung» hervorgeht, will sich InBev nicht komplett von Beck's trennen, der bekanntesten deutschen Biermarke im Ausland. Das Deutschland-Geschäft von Beck's sei Teil des Verhandlungspaketes, berichtete die Zeitung weiter.

Die Radeberger Gruppe ist Nummer 1 auf dem deutschen Biermarkt. Der Aufstieg zum Marktführer erfolgte 2004 durch die Übernahme des Dortmunder Getränkekonzerns Brau und Brunnen. Die Radeberger Gruppe braut an bundesweit 14 Standorten mehr als 40 Biermarken. Di größten Marken sind Radeberger, Jever, Schöfferhofer und Sternburg. Zur Oetker-Tochter gehören unter anderem auch Berliner Pilsner, DAB, Sion Kölsch, Schlösser Alt, Ur-Krostitzer, Tucher und Stuttgarter Hofbräu. Der Getränkeabsatz inklusive der Mineralwasser-Marke Selters belief sich 2007 auf 14,4 Millionen Hektoliter. Der Umsatz betrug 2007 rund 1,25 Milliarden Euro. Die Gruppe hat rund 4500 Beschäftigte.

Die deutsche InBev-Tochter ist mit einem Absatzvolumen von neun Millionen Hektolitern Bier im Jahre 2007 der zweitgrößte Bieranbieter in Deutschland. Zu InBev Deutschland gehören der Altbierhersteller Diebels sowie die Marken Gilde, Haake-Beck, Löwenbräu und Spaten. Der belgische Brauriese stieg 2001 in den deutschen Biermarkt mit der Übernahme von Diebels ein. Heute hat die deutsche Tochter fünf Braustandorte. Die Mitarbeiterzahl beträgt 3100. Bereits bei dem Griff von InBev nach Anheuser-Busch im Sommer gab es in der deutsche Braubrranche die Spekulation, dass InBev sein Deutschlandgeschäft weiter straffen könnte. Der belgische Konzern hat in den vergangenen Jahren Brauereien in Braunschweig und Stuttgart wieder verkauft.

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