Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Acht Fragen zur K 8n

Mögliche Umgehungsstraße

Ist die Umgehungsstraße K 8n wirklich nötig? Und wie sicher ist die Beteiligung an den Kosten von Lüdinghausen? Viele Fragen gab es bei der Informationsveranstaltung. Aber auch Antworten.

Olfen

, 29.06.2018
Acht Fragen zur K 8n

Bei der Informationsveranstaltung zur K8 n wurden die Besucher zunächst gebeten, ihren Wohnort mit kleinen Stickern aufzukleben. © Sabine Geschwinder

Was passiert eigentlich alles, bevor eine Umgehungsstraße gebaut wird? Die Besucher der Informationsveranstaltung zur K 8n im Olfener Bürgerhaus am Donnerstag erhielten von Fachleuten einen Überblick und konnten dann ihre Fragen stellen. Wir fassen hier einige Erkenntnisse der Veranstaltung zusammen.

Welche Varianten standen noch gleich zur Auswahl?

Noch im Rennen sind zwei von drei möglichen Varianten. Variante 1 würde von der K 9n an die Eversumer Straße anschließen und nach der Stever auf die Kökelsumer Straße treffen. Dafür müsste eine Brücke von 110 Metern über die Stever gebaut werden. Variante 3 würde an dem ehemaligen Bundeswehrgelände vorbeiführen und ohne eine neue Steverbrücke auf die B 58 treffen. Sie ist die am weitesten vom Ort entfernte Variante.

Wie ist der Stand des Verfahrens?

Aktuell befindet sich die Planung in einem sogenannten Linienabstimmungsverfahren. Das bedeutet, dass anhand von Verkehrs- und Umweltstudien über den zukünftigen Verlauf beraten wird. Hier sind zunächst die Städte Olfen und Lüdinghausen gefragt, die eine Entscheidung treffen müssen. Mit dieser würde sich dann der Kreistag beschäftigen und wiederum zu einer Beschlussfassung kommen, die dann bei positivem Entscheid in einem Planfeststellungsverfahren münden würde.

Dafür müssen sich die Städte aber einig sein: Kreisdirektor Joachim Gilbeau sagte: „Wir würden nicht als Kreis gegen den Willen der Städte agieren.“ Er rief dazu auf, vorausschauend zu agieren und an die Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die Gemeinden zu denken.

Aufgrund welcher Faktoren wird die Entscheidung getroffen?

Die drei Faktoren sind die Umweltverträglichkeit, die mögliche Verkehrsentlastung und die Kosten. Für Verkehr und Umwelt haben Experten ein Gutachten erstellt und aufgrund ihrer Ergebnisse eine Empfehlung ausgesprochen.

Was ist das Ergebnis der Verkehrsanalyse?

Das stellte Sylke Schwarz vom Unternehmen IVV in Aachen vor. Die Modellrechnungen, die bis ins Jahr 2030 reichen, wurden für beide Varianten sowie auch eine Nullvariante – also wenn es keine Umgehungsstraße gibt – berechnet. Darin werden die Daten der amtlichen Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 berücksichtigt, die prognostizierte Verkehrssteigerung, die geschätzte Einwohnerentwicklung und geplante Straßenbau- oder auch Bauprojekte, wie zum Beispiel der New Park. Das Ergebnis in Kurzfassung: „Es gibt keine größeren Unterschiede zwischen den beiden Varianten 1 und 3.“ Bei Variante 1 gibt es eine deutliche Entlastung für die Kökelsumer Straße und auch Entlastung für Seppenrade. Variante 3 bringt eine größere Entlastung für die K26. Weil sich die beiden Varianten so gering unterscheiden, müssten laut Empfehlung des Verkehrsgutachtens andere Kriterien, wie Umwelt oder Kosten eine Entscheidungsrolle spielen.

Bringt die geplante Umgehung denn überhaupt eine Entlastung?

Laut der Prognose von Sylke Schwarz tut sie das. Ohne eine der Umgehungsstraßenvarianten würde es für die Kökelsumer Straße in Zukunft rund 800 Fahrten mehr am Tag geben, das sind 16 Prozent Verkehrszuwachs. Auf dem Eckenkamp und auf der Dattelner Straße sind es 700 bzw. 800 Fahrten mehr. Das entspricht rund, 26 bzw. 27 Prozent Zuwachs im Vergleich zu heute.

Und bei der Umwelt?

Dort wurde vom Biologen Andreas Kuhlmann von der Firma Kuhlmann und Stucht eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt. Diese berücksichtigt unter anderem die Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen. Kuhlmann empfiehlt Variante 1, da ein geringerer Waldbestand in Mitleidenschaft gezogen würde und der Flächenverbrauch geringer ist: 11,9 Hektar sind es bei Variante 1, 20 Hektar bei Variante 3. Kuhlmann muss allerdings einräumen, dass die Umweltverträglichkeitsstudie im Jahr 2012 abgeschlossen war. Das heißt: Überlegungen zur neuen Stever sind darin noch nicht enthalten.

Und wie hoch wären die Kosten?

Laut Joachim Gilbeau belaufen sie sich für Variante 1 auf 10,9 Millionen Euro. Bei Variante 3 auf 11,4 Millionen Euro.

Und welche Variante wollen Olfen und Lüdinghausen?

Die Bürgermeister sind sich darin einig, dass sie eine Umgehungsstraße befürworten. In den Varianten sind sie es nicht. Lüdinghausen Bürgermeister Richard Borgmann sagte im Gespräch mit den RN, dass für Lüdinghausen eine Beteiligung nur in Frage komme, wenn die von Lüdinghausen favorisierte Variante 1 realisiert wird. Er sieht den Handlungsdruck daher bei Olfen. „Da haben die Olfener noch Arbeit zu leisten“, so Borgmann. Borgmann gehe aber davon aus, dass es letztlich auf Variante 1 hinauslaufe, da dies auch die vom Kreis favorisierte Verkehrsführung sei. Kommt es zu Variante 1, würde sich Lüdinghausen mit rund einer Million Euro an den Kosten beteiligen. Bürgermeister Sendermann sagte, dass Olfen sich derzeit für Variante 3 ausspreche. Er sagte aber auch: „Wir müssen jetzt aber auch die anderen Erkenntnisergebnisse zur Kenntnis nehmen.“ Am 10. Juli soll dann die Entscheidung zur K 8n im Olfener Rat gefällt werden.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt