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B 235 wird zur Problemstraße

Schwerer Unfall

In der Steverstadt lebt es sich gut und vor allem sicher – auch aus Sicht der Polizei. Eine Straße bereitet den Verantwortlichen jedoch größere Sorgen.

Olfen

, 08.07.2018
B 235 wird zur Problemstraße

Schon wieder gab es am Samstag an der Kreuzung Lüdinghauser Straße/B 474 (Richtung Seppenrade) einen schweren Unfall. Beide Straße mussten dabei am Mittag für die Unfallaufnahme längere Zeit gesperrt werden.Foto: Aschwer

Der Vorfall war typisch. Als sich Reinhard Frieling auf den Weg nach Olfen machte, wurde der Leiter der Polizeiwache Lüdinghausen nach eigener Aussage von einem Autofahrer mit sehr hoher Geschwindigkeit überholt. Dass in dem Bereich ein Tempolimit herrschte, interessierte den Fahrer nicht.

„Die hohen Geschwindigkeiten auf den Landstraßen sind ein großes Problem“, sagte Frieling im Haupt- und Finanzausschuss. Sie hätten auch dafür gesorgt, dass sich die Unfallhäufigkeit auf Olfener Straßen im Jahr 2017 im Vergleich zu 2016 leicht erhöht habe. Und auch die aktuelle Entwicklung dürfte die Polizei nachdenklich machen.

Wieder ein Großeinsatz

Die B235 zwischen Olfen und Lüdinghausen entwickelt sich immer mehr zum Unfallschwerpunkt. Bereits 2017 gab es hier zwei schwere Unfälle. Und jetzt musste innerhalb weniger Tage wieder ein Großaufgebot von Rettungskräften ausrücken. Schon nach dem schweren Unfall am Montag hatte Frieling angekündigt, dass sich die Polizei die Situation insbesondere an der Kreuzung mit der B474 (Richtung Seppenrade) „noch einmal genau ansehen muss“. Seit Samstag scheint das noch wichtiger zu sein. Wie bereits am Montag ist der Unfall nur schwer zu erklären.

Wie die Polizei auf unsere Anfrage sagte, befuhr ein Motorradfahrer mit einer Beifahrerin die B474 Richtung Olfen. An der Kreuzung mit der Lüdinghauser Straße musste er anhalten. Ein nachfolgender PKW-Fahrer sah das jedoch nicht und fuhr auf das Motorrad auf. Dabei wurde die Beifahrerin so schwer verletzt, dass sie mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden musste. Bei seinem Vortrag im Ausschuss hatte Frieling deutlich gemacht, dass die Zunahme bei den Unfällen nicht an den Fahranfängern liege. Aus seiner Sicht eine positive Folge des begleitenden Fahrens. Wenn die 17-Jährigen am Steuer mit ihren Eltern unterwegs sind, fahren sie in er Regel so vorsichtig, dass sie nur in ganz seltenen Fällen einen Unfall bauen.

Probejahr prägt

Und dieses „Probejahr“ prägt die jungen Menschen offensichtlich so sehr, dass sie auch in den Folgejahren bei voller eigener Verantwortung recht vorsichtig bleiben. Die Zeiten, in denen die 18- bis 21-Jährigen die Haupt-Unfallverursacher waren, gehören absolut der Vergangenheit an. Dafür hat die Polizei mit anderen Problemen zu kämpfen. Mal eben ein anderes Fahrzeug touchieren und abhauen, kommt auch in Olfen immer häufiger vor. Allein im Jahr 2017 musste die Polizei 61 Unfälle mit Flucht aufnehmen, 2016 waren es „nur“ 50. Sorgen bereitet den Beamten auch eine zweite Entwicklung. Immer häufiger stellen sie bei Unfallaufnahmen fest, dass sich Fahrer unter Drogeneinfluss hinters Steuer gesetzt haben. Auch hier verbietet sich der Fingerzeig auf jüngere Fahrer. Auch gestandene Fahrer (bis 50) nehmen Drogen und fahren Auto.

Umbau hilft

Wie wichtig es ist, sich die baulichen Rahmenbedingungen genau anzusehen, machte Reinhard Frieling am Beispiel des Kreisverkehrs B235/Robert-Bosch-Straße deutlich. Als es hier noch eine „normale“ Kreuzung gab, kam es immer wieder zu Unfällen. Mit dem Umbau zum Kreisverkehr hat sich die Situation grundlegend geändert. Unfälle waren nicht mehr zu beklagen. Im weiteren Verlauf (hinter der Selmer Straße) ist die B235 jedoch eine Problemstraße geblieben.

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