Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Fische sterben im Olfener Regenrückhaltebecken

Trockenheit

Das massenhafte Fischsterben im Münsteraner Aasee hat Bürger, Experten und Politiker alarmiert. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat sich auch die Olfener Verwaltung zwangsweise mit dem Thema beschäftigen müssen.

Olfen

, 03.09.2018
Fische sterben im Olfener Regenrückhaltebecken

Insgesamt 17 Regenrückhaltebecken gibt es im Olfener Stadtgebiet, so auch am Rande des Baugebietes „Ehemaliges Kanalstadion“. Hier sind vor einigen Wochen Fische verendet, nachdem das Becken ausgetrocknet war. © Foto: Instenberg

Nachdem sich vor rund vier Wochen Anwohner aus dem Baugebiet „Ehemaliges Kanalstadion“ bei der Stadtverwaltung gemeldet und über unangenehme Gerüche im angrenzenden Regenrückhaltebecken geklagt hatten, sind Verwaltung und auf Wunsch der Stadt auch der Fischereiverein Olfen aktiv geworden.

Auf Anfrage unserer Zeitung sagte der Vorsitzende Claus Bunte, dass Vereinsmitglieder vor rund vier Wochen „tote Fische abgefischt und entsorgt haben“. Das bestätigt auf Anfrage auch Klemens Brömmel von der Stadt Olfen. Nach seinen Informationen sind rund 90 bis 100 Fische hier verendet. Ein Vorfall, der sich nach dem Willen der Stadt möglichst nicht wiederholen soll. Aber warum konnte es überhaupt soweit kommen? „Zunächst einmal handelt es sich bei den 17 Regenrückhaltebecken um technische Bauwerke“, sagt Klemens Brömmel. Und sie seien so genehmigt worden, dass sie im Sommer auch austrocknen können. „Es sind keine natürlichen Becken, die immer gespeist werden.“ Den Extremfall habe es allerdings in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Doch in diesem Sommer ist es halt an vielen Stellen anders. Klemens Brömmel räumt ein, dass die Stadt keine Kenntnisse über die Fischbestände in allen 17 Becken habe. Auch wie es um den Sauerstoffgehalt stehe, könne die Verwaltung nicht sagen.

Technisches Bauwerk ohne natürlichen Zufluss

Wie groß gerade der Unterschied zwischen den technischen Bauwerken und Fließgewässern ist, macht Claus Bunte deutlich. An den Pachtgewässern des Fischereivereins wie dem Hafenbecken, Restflächen der Alten Fahrt und vor allem weiten Teilen der Stever hätte es auch in diesem ungewöhnlich heißen Sommer keine Probleme gegeben. „In den Fließgewässern waren die Fische nicht gefährdet“, sagt Bunte. Erst am Mittwoch vergangener Woche habe der Vorstand des Fischereivereins getagt und sich mit dem Thema beschäftigt. Gleich zwei Gewässerwarte würden dem Vorstand angehören. Und die beiden seien zwei- bis dreimal vor Ort, um sich die Situation genau anzusehen und bei Bedarf schnell einzugreifen. Ein Ansatz, den auch die Stadt künftig verfolgen will. Klemens Brömmel berichtete von ersten Gesprächen mit dem Fischereiverein. Oberstes Ziel der Verwaltung sei, dass sich eine derartige Situation nicht wiederhole. „Wir wollen auch keine zehn toten Fische haben.“ Jetzt gehe es darum, wie eine Kontrolle der Regenrückhaltebecken sichergestellt werden könne.

Verein setzt Quappen aus

Während sich hier also erste Lösungsansätze andeuten, müssen die Verantwortlichen des Fischereivereins in einer anderen Frage viel Geduld aufbringen. Der Vereinsvorsitzende Claus Bunte konnte noch keine Aussage machen, wie des den im Frühjahr ausgesetzten Quappen geht. „Dafür ist es viel zu früh. Man muss in längeren Zeiträumen denken.“ Über erste Ergebnisse könne man frühestens in drei bis vier Jahren berichten. Bis dahin will der Olfener Fischereiverein seine Ansiedlungsaktion weiter fortsetzen. „In Abstimmung mit dem Landesfischereiverband werden wir vier Jahre in Folge jeweils 1500 Quappen aussetzen. Die Quappe ist in den letzten Jahrzehnten kaum noch in der Stever anzutreffen, obwohl sie ursprünglich dort heimisch war“, sagt Claus Bunte. Die Bedingungen in der Stever hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, sodass die Chancen gut erscheinen, dass der Fisch hier wieder heimisch wird.

Stadt will mit Fischereiverein kooperieren

Damit es auch den anderen Fischarten in den Pachtgewässern und in nicht vom Verein gepachteten Gewässern gut geht, kann sich der Fischereiverein eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt vorstellen. Kommt diese Vereinbarung zustande, hat der Verein auch einen Blick auf diese Restflächen. Und wenn Tiere gefährdet sind, macht der Verein darauf aufmerksam. Beim kleinen Biotop am früheren Stadion hätten nach Einschätzung von Claus Bunte einige wenige Güllefässer voll Frischwasser genügt, um das Fischsterben zu verhindern.

Lesen Sie jetzt