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Gast aus Kambodscha im Olfener Wohnheim

OLFEN Dearozet Sok ist Diplom-Psychologin an einem Gesundheitszentrum der Caritas Kambodscha für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung. Bei ihrem Besuch im Wohnheim war sie überrascht: Warum ziehen behinderte Menschen aus wohlhabenden Familien in ein Wohnheim und bleiben nicht bei ihren Verwandten zu Hause?

von Von Matthias Münch

, 13.12.2007
Gast aus Kambodscha im Olfener Wohnheim

Am Olfener Caritas-Wohnheim begrüßt dessen Leiter Ingo Emmelmann (l.) Dearozet Sok aus Kambodscha.

Soetwas sei in Kambodscha nicht vorstellbar. Da sei ein Haus wie das Caritas-Wohnheim in Olfen nur für Menschen aus armen Verhältnissen denkbar.

Verschiedene  Hilfssysteme

Ein lebhafter Dialog entspann sich zwischen Dearozet Sok und ihren Gastgebern in Olfen. Und genau das war der Zweck des Gedankenaustausches. Dearozet Sok ist Diplom-Psychologin an einem Gesundheitszentrum der Caritas Kambodscha für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung. Im Rahmen einer Kooperation mit Caritas International sind Dearozet Sok und ihr Kollege, der Psychiater Dr. Bhoomi, derzeit zu Besuch beim Caritasverband Coesfeld. Dabei geht es um einen Erfahrungsaustausch über die sehr unterschiedlichen Hilfssysteme in beiden Ländern.

Zu dem Gespräch im Olfener Caritas-Wohnheim begrüßte dessen Leiter Ingo Emmelmann unter anderem den stellvertretenden Vorsitzenden der Caritasverbands Coesfeld Valentin Kettelhake und Verbands-Geschäftsführer Thomas Appelt sowie Pfarrer Bernd de Baey.

Unterschiedlicher Stellenwert der Selbständigkeit

Wie anders beide Hilfssysteme sind, wurde rasch deutlich. Dabei verstand Dearozet Sok aber, dass die Bewohner des Caritas-Heims nicht etwa dorthin abgeschoben wurden. Vielmehr erläuterten die Gastgeber dieses Angebot für behinderte Menschen als einen Schritt zur Selbstständigkeit, als einen normalen Prozess der Loslösung aus dem Elternhaus. Dabei, so betonte Ingo Emmelmann, halten die Bewohner weiter engen Kontakt zu ihren Familien.

    Die Psychologin aus Kambodscha erkannte an diesem Punkt den kulturellen Unterschied zu ihrem Heimatland, in dem das Zusammenleben mehrerer Generationen in einer Familie noch die Regel ist und die individuelle Unabhängigkeit nicht den Stellenwert hat wie in der westlichen Gesellschaft. Gemeinsam ist der Caritasarbeit in beiden Ländern aber das Leitbild der Nächstenliebe, das im Christentum wie im Buddhismus eine tragende Rolle hat.

Fruchtbare Gespräche

Nicht nur das Wohnen, sondern auch die Arbeitswelt behinderter Menschen war Gegenstand der Gespräche. So fruchtbar war der Dialog für beide Seite, dass er in jedem Fall fortgesetzt werden soll. So will Dearozet Sok ihren Gastgebern in einigen Monaten mitteilen, wie ihre Berichte über die deutsche Caritas-Arbeit in ihrem Land aufgenommen wurden.  

 

  

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