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Initiative sammelt online Stimmen für Brückenneubau

Initiative für Lippebrücke Ahsen

In Ahsen hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die sich für einen zügigen Neubau der Lippebrücke Ahsen einsetzt. Auch eine Petition haben die Aktivisten gestartet und die haben schon mehr als 1000 Menschen unterschrieben. Nun hoffen sie auf noch mehr Mitstreiter.

Ahsen/Olfen

, 13.06.2018
Initiative sammelt online Stimmen für Brückenneubau

Jan-Michel Tesmer und Cornelia Sonntag engagieren sich in der Interessengemeinschaft zur Lippebrücke. © Sabine Geschwinder

Wenn Cornelia Sonntag nach Olfen will, dann muss sie seit der vollständigen Sperrung der Lippebrücke Ahsen im April einen etwa zwanzigminütigen Umweg in Kauf nehmen. Und die zusätzlichen Minuten und Kilometer läppern sich: „Ich habe meine Ärzte in Olfen und gehe grundsätzlich in Olfen zum Einkaufen“, sagt Sonntag. Von den Kreisen Recklinghausen und Coesfeld, die an der Brücke beteiligt sind, fühlt sich Sonntag im Stich gelassen. „Wenn über uns bestimmt wird, kann ich nicht Ja und Amen dazu sagen.“

Deshalb engagiert sich Sonntag bei der „Interessengemeinschaft Lippebrücke Ortsumgehung“ (IGLO).

Schon viele Unterzeichner bei Online-Petition

Die Interessengemeinschaft mobilisiert seit wenigen Wochen die Ahsener Bürger und andere von der Brückenschließung-Betroffene und hat auch eine Petition gestartet, die schon viele unterschrieben haben. Deren Ziel ist es, auf lange Sicht einen zügigen Neubau der Brücke voranzutreiben und sich für eine Ortsumgehung einzusetzen. Auf kurze Sicht kämpft die Gruppe für eine Behelfsbrücke, damit Ahsen wieder über die Lippe erreichbar ist. „Eine Brücke über die Lippe muss her“, lautet der Titel der Petition. Gerichtet ist sie unter anderem an NRWs Ministerpräsidenten Armin Laschet, Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann und den Landrat im Kreis Coesfeld, Christian Schulze-Pellengahr.

Mehr als 1000 Menschen hatten diese Petition am Mittwoch bereits unterzeichnet. Das Ziel sind 10.000 Unterzeichner, dann soll die Petition an die Adressaten übergeben werden.

„Wir haben die Petition vor einer Woche online gestellt, aber erst am Montag wirklich öffentlich beworben“, sagt Jan-Michel Tesmer. Die Unterzeichner steigen stündlich. Tesmer koordiniert die Pressearbeit der Interessengemeinschaft, hat außerdem mit einem Mitstreiter eine Website veröffentlicht, auf der er alle aktuellen Informationen und Berichte über die Lippebrücke sammelt, zudem informiert er bei Facebook über Aktionen, die geplant sind. Tesmer ist selbstständiger Versicherungsberater und bei der örtlichen CDU, allerdings sagt er: „Es geht nicht um politische Kolorierung, sondern um die Menschen vor Ort.“

Private und wirtschaftliche Aspekte als Gründe

Mit der bisherigen Beteiligung bei der Petition ist er zufrieden: „Es macht Spaß zu sehen, dass immer neue Leute hinzukommen, die die Petition unterzeichnen“, sagt Tesmer. Ihn freut, dass nicht nur Ahsener, sondern auch viele von auswärts die Petition unterschrieben haben. Unter den Unterzeichnern finden sich Menschen aus Ahsenern, Olfen, Marl oder Haltern am See. Lange Umweg, ein Schaden für die Wirtschaftsbetriebe der Region und das Gefühl, abgeschnitten vom restlichen Kreis Coesfeld zu sein, sind die Begründungen, die die Unterzeichnenden angegeben haben.

„Es kann nicht sein, dass man sich planerisch und bürokratisch über viele Jahre mit einer Lösung beschäftigt, während sich die Menschen der Region täglich über lange Umwege, verlorene Zeit, entsprechende Kosten und dem möglichen Ausfall von Tourismus und Arbeitsplätzen ärgern müssen“, schreibt zum Beispiel ein Unterzeichner. Der Wirtschaftsaspekt treibt auch Jan-Michel Tesmer und Cornelia Sonntag um: Eine Imbissbude habe seit der Schließung der Brücke schon dichtgemacht, sagt Sonntag, „wenn deswegen die Gaststätte schließen müsste, kann man nach einer Beerdigung nirgends mehr zum Kaffeetrinken hingehen.“ Tesmer hofft nun, dass sich noch mehr Menschen zusammenfinden, die sich in der Interessengemeinschaft engagieren wollen, zum Beispiel Anwälte oder Architekten, die Hinweise darauf geben können, welche Aktionen aussichtsreich sein könnten.

Die Konsequenzen für Pendler haben wir hier in einem Video zusammengefasst:

Behelfsbrücke als Zwischenlösung

Die Frage nach der Behelfsbrücke zum Beispiel. Da gebe es eine Firma in Castrop-Rauxel, die auf Behelfsbrücken spezialisiert ist. „Der Weg ist also nicht mal weit“, sagt Tesmer. Er hofft, dass eine solche Lösung realisiert werden kann, damit die Ahsener nicht jahrelang bis zum Neubau der Brücke vom restlichen Kreis mehr oder weniger abgeschnitten sind.

Beim Kreis selbst ist die Frage mit der Behelfsbrücke ein Thema, das Ende Juni diskutiert werden wird, wie Jochem Manz, Pressesprecher im Kreis Recklinghausen bestätigt. Bei dem Treffen, bei dem Vertreter der Kreise Recklinghausen und Coesfeld und der Dattelner sowie der Olfener Bürgermeister dabei sein werden, soll es unter anderem darum gehen, „ob es ein Provisorium geben kann“, wie Manz sagt. „Wir sind offen für alle Überlegungen“, sagt er. Ob nun eine Seilbrücke oder andere Möglichkeiten. Bei dem Treffen ginge es darum, Vorschläge zu sammeln und in den Sommerferien eine sogenannte Machbarkeitsstudie durchzuführen. Soll heißen: Ob die vorgeschlagenen Möglichkeiten, realisierbar und finanzierbar sind, bevor der Bau einer neuen Brücke erfolgen kann.

Online-Beteiligung: Hier geht es zur Seite der Initiative: und hier zur Petition
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