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Künstler spielen Klarinette und Saxophon im Dunkeln

Konzert im Olfonium

In völliger Dunkelheit nimmt man Klänge und Musik ganz anders, viel konzentrierter wahr. Das haben die Zuhörer beim Dunkelkonzert im Olfonium gemerkt: Dort standen Katharina Bohlen und Claudius Reimann im Dunkeln auf der Bühne und spielten Klarinette, Saxophon und Percussions.

OLFEN

von Von Marie Rademacher

, 04.10.2012
Künstler spielen Klarinette und Saxophon im Dunkeln

Katharina Bohlen und Claudius Reimann gaben am Mittwoch ein "Dunkelkonzert" im Olfonium.

Katharina Bohlen und Claudius Reimann stehen hinten im Olfonium. Auf ein Zeichen schreiten beide langsam auf die Bühne des Olfener Kulturhauses. Sie spielt dabei Klarinette, er Saxophon. Unter ihren Füßen knarren die Holzdielen laut, genauso deutlich hört man, wie sich die rund 25 Besucher in die alten Lederkinosessel fläzen, sich einlassen auf alles, was da kommen mag.  

Der Raum ist spärlich beleuchtet, nur ein paar Kerzen spenden Licht. Ein Band mit den gewöhnlichen Geräuschen einer großen Stadt startet. Motorengeräusche, Schritte auf nassem Asphalt, Kinderlachen und Vogelgezwitscher bestimmen die Geräuschkulisse, während es im Olfonium nach und nach immer dunkler wird.Schließlich brennt nur noch ein kümmerliches Licht – sonst ist alles dunkel. Dann kann es richtig losgehen. Ohne optische Ablenkungen für die Zuhörer starten Katharina Bohlen und Claudius Reimann ihr „Dunkelkonzert“.  Den Begriff der Musik fassen die beiden sehr weit: Geräusche wie der knarrende Boden und Töne wie die Straßenkulisse vom Band werden bei ihnen zu Klängen, gleichbedeutend mit denen, die sie mit Klarinette, Saxophon und den Percussions erzeugen, die als Ahnung für den im Dunkeln sitzenden Besucher auf der Bühne zu erkennen sind.

Noten brauchen die beiden für ihre Art von Musik nicht. Sie improvisieren. Spontan wirkt das Konzert dadurch, aber keineswegs minder harmonisch. Es ist auf eine gewisse Weise sogar richtig besinnlich. Neben dem Licht fehlen für den Zuhörer nämlich auch allerlei Ablenkungen – viel mehr wird so mit den Ohren wahrnehmbar, wird überhaupt erst hörbar und musikalisch. Durch Konzerte in Planetarien in Bremen und Recklinghausen sind Katharina Bohlen und Claudius Reimann auf die Idee gekommen, ein Konzert mal ganz im Dunkeln zu machen. „Wir dachten, das geht auch ohne Sterne“, verrät Saxophonist Claudius Reimann.

 Dass das sogar sehr gut funktioniert, interessant, kunstvoll und unterhaltsam ist, blieb schließlich die hell leuchtende Erkenntnis dieses sonst gänzlich dunklen Konzerts.

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