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NRW-Umweltminister Remmel war in Olfen zu Gast

Diskussion zum Thema Wasser

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel. Darin waren sich am Samstagnachmittag alle rund 120 Gäste im Saal der Gaststätte am Steverstrand in Olfen einig mit NRWs Umweltminister Johannes Remmel. Bei der Frage nach den richtigen Maßnahmen schieden sich aber die Geister. Die Gastgeber vom Grünen-Kreisverband Coesfeld stimmten zu, zahlreichen Besucher – darunter viele Bauern – sahen das anders.

OLFEN

, 31.10.2016

Der Minister sieht dringend Anlass zum Handeln. In NRW sei rund 40 Prozent des Grundwassers so stark mit Nitraten belastet, dass ohne entsprechende Aufbereitung keine Wassergewinnung von mehr möglich sei. Selbst wenn heute Verbesserungen – aus seiner Sicht strengere Vorgaben beim Düngen – in Kraft treten würden, dauerte es noch zehn Jahre, bis die sich messen ließen. Grund also, keine Zeit zu verlieren. „Dabei warten wir schon seit sechs Jahren vergebens auf die Düngeverordnung.“  

Das sei nicht nur mit Blick auf die Umwelt gefährlich, sondern könne auch teuer werden. Wenn die Verordnung und ihre Durchsetzung weiter auf sich warten ließen, drohe die Europäische Kommission vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen. Dann drohten saftige Strafzahlungen, wie Frankreich sie schon leisten müsse.

Der Minister hat die Landwirtschaft ausgemacht als Verursacher für die hohe Nitratbelastung. Der Eintrag von Nährstoffen auf landwirtschaftliche Flächen sei einfach zu groß - insbesondere durch hohe Mengen von Gülle und Gärresten. „Im Münsterland gibt es zwei Millionen Menschen und sechs Millionen Schweine. Das passt einfach nicht.“ 

"Es hilft nicht, auf andere zu verweisen"

Der Abwasserpilz, der in diesem Frühjahr vermehrt aufgetreten ist, sei ein stinkender Beleg, wie sich die Situation verschärft habe, meinte Norbert Vogelpohl, Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag. Er sieht Einleitungen aus Silagen und Biogasanlagen als Ursache dafür, dass sich Gräben durch den Pilz in Kloaken verwandelten. Den Einwurf von Anton Holz aus Seppenrade, der seit rund 30 Jahren einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Gelsenwasser und Landwirtschaft vorsteht, dass nicht allein die Landwirte den Schwarzen Peter bekommen dürften, ließ Minister Remmel  nicht gelten: „Es hilft nichts, auf andere zu verweisen.“ Die Landwirtschaft sei zu 95 Prozent Verursacher.

In NRW ist die Herbstdüngung bereits untersagt. „Es macht gar keinen Sinn zu düngen, wenn gar kein Pflanzenwachstum stattfindet“, so Remmel. Das Verbot werde aber gerne umgangen. „Die Bußgelder sind deutlich nach oben gegangen. Das deutet auf erhebliche Verstöße.“ Remmel drängte auf strengere Kontrollen.

Weniger Regeln, mehr Vertrauen

Draußen vor der Tür des Hotels Am Steverstrand hatte Rainer Möllney (FDP) mit einigen Mitstreitern ein Plakat aufgehängt: „Naturschutz mit Augenmaß“ war darauf zu lesen. Für den Gewässerschutz gelte das genauso. „Es bräuchte mehr Zutrauen zueinander und Respekt füreinander“, hatte Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann zu Beginn der Veranstaltung im Saal gesagt. Er empfahl dem Minister „weniger Regeln zu geben und den Menschen mehr zu trauen.“ 

„Es wäre gut gewesen“, so Sendermann, „wenn auch Vertreter der Landwirte Und der Grundstückseigentümer auf dem Podium hätten Platz nehmen dürfen.“ Die Grünen hatten allerdings neben Remmel nur Vertreter vom Wasserversorger Gelsenwasser, vom Lippeverband und vom Landesfischereiverband eingeladen. Letzterer konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen.  

 

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