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Partygäste grölten Nazi-Parolen

Staatsschutz ermittelt

OLFEN "Deutschland erwache!" Oder: "Deutschland den Deutschen!" Solche und andere Parolen waberten in der Nacht von Samstag auf Sonntag durch Olfen. Auf einer Geburtstagsparty wurden rechtsradikale Parolen gegrölt.

02.08.2010
Partygäste grölten Nazi-Parolen

Auch der jüdische Friedhof steht auf der Liste der Projekte.

Zu dem Gegröle war laute Musik zu hören. Etliche Nachbarn fühlten sich gestört  und riefen die Polizei. Bei der Party kamen verfassungswidrige Parolen und Symbole zum Einsatz. Deshalb erstatteten die Polizisten Strafanzeige. Eine zweite Anzeige ließen die Beamten umgehend folgen, weil sie bei ihrem Einsatz massiv beleidigt wurden.

Nun ermittelt der Staatsschutz in Münster, wie Evelin Kösters, die zuständige Pressesprecherin des münsterschen Polizeipräsidiums, am Montag auf Anfrage der Ruhr Nachrichten bestätigte. Der Olfener, der in der Nacht zum Sonntag Geburtstag feierte, so Evelin Kösters, sei dem Staatsschutz bekannt. Die Polizei rechnet ihn der rechten Szene zu. Dem Staatsschutz ist ebenfalls bekannt, dass es in den letzten Jahren wiederholt neonazistische Vorfälle in Olfen gegeben hat: von einschlägigen Plakaten, Aufklebern und Graffiti über lautstarke Parolen bis zu zwei Schändungen des ehemaligen jüdischen Friedhofs. FDP-Ratsherr Theo Watermeier erstattete im April Anzeige, als er laute antisemitische Äußerungen am Kanal gehört hatte.

Damals bestätigte Jürgen Lubritz, der Leiter des Staatsschutzes, die Häufung solcher Anzeigen aus Olfen. Zwar gebe es noch keine feste Organisation in Olfen, so Lubritz im April, aber immerhin lose Gruppierungen, die sich zu den Freien Nationalisten hingezogen fühlen. Diese „Vernetzungsbasis“, wie sich die Organisation auf ihrer Internetseite selbst nennt, „möchte jungen Nationalisten die Möglichkeit geben, sich völkisch einzubringen, ohne auf Parteien wie die NPD oder DVU zurückzugreifen“. Trotz allem sehe der Staatsschutz in Olfen kein spezielles rechtsextremes Problem, sagte Polizeipressesprecherin Kösters am Montag: „Olfen ist kein braunes Nest.“ Versuche zur Verbreitung rechten Gedankengutes gingen vor allem immer wieder von dem Olfener aus, der am Samstag Geburtstag feierte. Insgesamt, so Kösters, gebe es in Olfen eine Handvoll Leute aus diesem Umfeld.  

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