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Warten auf den Flieger aus dem Irak

Familienzusammenführung in Olfen

Dienstags landet regelmäßig ein Airbus aus dem Irak auf dem Düsseldorfer Flughafen. Ado al Hassan, ein Iraker, der inzwischen in Olfen lebt, kann die Ankunft des Fliegers kaum erwarten. Seine Geschichte zeigt, wie Familienzusammenführung funktioniert.

Olfen

, 07.03.2018
Warten auf den Flieger aus dem Irak

Aso al Hassan (l.) freut sich auf seine Familie. Die Familie von seinem Cousin Ido ist bereits im letzten Jahr gekommen. © Theo Wolters

Wenn am Dienstag, 13. März, um 14 Uhr ein Airbus der Iraqi Airline auf dem Düsseldorfer Flughafen landet, wird Ado al Hassan in der Ankuftshalle sein.

In der Maschine sitzen seine Ehefrau und drei seiner Kinder. „Es war toll, als ich erfahren habe, dass meine Familie nun nach Deutschland kommt“, erklärte der 48-Jährige, geboren am 1. Januar 1970, in einem Gespräch mit der Redaktion. Ado und seine Familie gehören der religiösen Minderheit der Jesiden an, wohnten im Nordirak. 2015 entschloss sich Ado alHassan zur Flucht, da das Leben für Jesiden in Irak sehr gefährlich war.

Rund 10.000 Dollar zahlte er an Schleuser. „Das Geld für die Flucht reichte nur für mich“, so Ado al Hassan. Er habe seine Familie nicht gern zurückgelassen, doch habe es keine andere Möglichkeit gegeben. Die Flucht mit der ganzen Familie sei nicht zu finanzieren gewesen.

Geburtstag im April

„Ich habe gehofft, dass meine Flucht gelingt und ich meine Familie dann später bei mir habe“, erläuterte Ado. Seine Flucht verlief über die Türkei, Bulgarien, Serbien, Ungarn, Österreich nach München. In Olfen traf er am 2. September 2015 ein, er wohnt seitdem im Marienheim an der Oststraße.

Nachdem Ado al Hassan seine Aufenthaltserlaubnis erhalten hatte, ging es an die Familienzusammenführung. Dies hat sich etwas verzögert, da ein Sohn nun älter als 18 Jahre ist“, so Anna Buttaci vom ökumenischen „Arbeitskreis Asyl“. Die Ehefrau habe erklärt, sie würde ohne diesen Sohn nicht nach Deutschland aufbrechen. Doch mit Unterstützung von Rechtsanwälten darf der volljährige Sohn nun auch ausreisen. Neben seiner Ehefrau Kechi Nissan Ali Kechi, geb. am 17. Januar 1973, treffen seine Kinder Hariman, geboren am 24. Juli 1999, Shirwan, geboren am 18. Oktober 2002, und Shaha, geboren am 15. Apirl 2001, in Düsseldorf ein. Shaha kann so ihren Geburtstag bereits in Olfen feiern.


Wohnungs-Wunsch

„Schön wäre natürlich, wenn wir sofort in eine Wohnung mit deutschen Nachbarn ziehen könnten“, so Ado al Hassan. Doch dies wird wohl nicht möglich sein. „Da uns weiterhin privater Wohnraum fehlt, wird die Familie zunächst am Vinnumer Landweg untergebracht“, erklärte die Integrationsbeauftragte der Stadt Olfen Mary Marcellus.

Die Familie lebt zurzeit in einem Camp in der Nähe von Erbil. Von Erbil fliegt sie zunächst nach Bagdad. Nach einem Flug von 4 Stunden und 45 Minuten landet sie dann am 13. März in Düsseldorf. Dort empfängt Ado al Hassan, begleitet von Mitgliedern des Arbeitskreises Asyl, seine Familie. Mit nach Düsseldorf fährt auch sein Cousin Ido, mit dem er gemeinsam geflohen war. Er durfte im Mai des letzten Jahres seine Ehefrau und seine acht Kinder in Düsseldorf begrüßen.

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Kriterien für die Familienzusammenführung: „Man muss einen positiven Bescheid vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erhalten haben und somit Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis sein“, sagt Mary Marcellus, die Integrationsbeauftragte der Stadt Olfen. Innerhalb von drei Monaten muss dann der Antrag auf Familienzusammenführung bei der Ausländerbehörde gestellt werden.
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