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Ein Storch, der keinen Nachwuchs bringt

Unfruchtbarer Storch in Olfen?

Eigentlich hätte der Nachwuchs des Storchenpaares am künftigen Skaterplatz in Olfen längst schlüpfen müssen. Obwohl sich die Eltern rührend um die Eier im Horst kümmern, tut sich nichts. Ist der Storchenvater etwa unfruchtbar?

Olfen

, 04.06.2018
Ein Storch, der keinen Nachwuchs bringt

Die Störche haben bisher noch keinen Nachwuchs bekommen. © Foto: Theo Wolters

Georg Holtmann jedenfalls, der sich seit Jahren um die Störche in der Aue kümmert, geht mittlerweile davon aus, dass in dem Horst unbefruchtete Eier liegen. Wie viele es sind, kann Holtmann nicht sagen. Die Eltern sollen schließlich nicht gestört werden. Die Situation ist unabhängig von der Zahl vor allem deshalb besonders tragisch, weil das Storchenpaar im vergangenen Sommer nach hartem Kampf ein anderes – seit Jahren in Olfen brütendes – Paar vertrieben hat.

Eier sollen nicht weggenommen werden

Wie lange die beiden Störche sich weiter um die Eier kümmern werden, ist nicht absehbar. Menschen sollen jedenfalls die Tragödie im Olfener Horst nicht beenden. Hermann Grömping, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Coesfeld, hat untersagt, dass den Störchen die Eier weggenommen werden. Damit reagierte er auf eine Anfrage von Georg Holtmann, ob diese Eier für eine geplante Auenschule gesichert werden dürfen. „Das wäre nur möglich gewesen, wenn sie für eine anerkannte Bildungseinrichtung wie eine Schule bestimmt gewesen wären“, sagt Georg Holtmann auf unsere Anfrage.

Er erklärt auch, wie sich der Verdacht der unbefruchteten Eier Tag für Tag erhärtet hat. „Bereits seit Anfang April haben die beiden Olfener Paare in den Auen – neben dem Horst am künftigen Skaterplatz gib es einen Horst in der Nähe des Anlegeplatzes des Floßes (alte Aue) – gebrütet.“ Bei einer für Weißstörche bekannten Brutzeit von 33 bis 34 Tagen war mit dem Ausschlüpfen der Jungen Anfang Mai zu rechnen.

Storchenbabys an anderer Stelle

In der alten Aue waren dann auch vier junge Störche zu erkennen. Mittlerweile sind die ausgestreckten Hälse schon sehr gut zu sehen. Die vier Jungen halten ihre Eltern mächtig auf Trapp. „In den ersten Tagen nach der Geburt bleibt immer ein Elternteil am Horst, um den Nachwuchs zu beschützen“, erklärt Holtmann. Doch irgendwann schaffe es ein Elternteil nicht mehr, den Hunger alleine zu stillen. „Bis zu einem Kilogramm Nahrung müssen pro Jungtier herangeschafft werden“, sagt Holtmann und nennt ein konkretes Beispiel für den Aufwand. Eine Maus wiege nur 20 bis 30 Gramm. Bis also ein Kilogramm für ein Jungtier gejagt sind, dauert es also. Auch deshalb, weil die Eltern in der unmittelbaren Umgebung des Horstes nach Nahrung suchen.

Georg Holtmann, der sich seit Jahren intensiv um die Tiere in der Aue kümmert, wird in den nächsten Tagen und vielleicht Wochen genau beobachten, wie lange sich das Storchenpaar in der neuen Aue um die Eier kümmert und wann es aufgibt. Er sei natürlich sehr schade, dass das Paar, das über viele Jahre in Olfen war und für Nachwuchs gesorgt hat, den Kampf um den Horst verloren hat. Woher das neue Paar kommt, kann er nicht sagen. „Wir konnten die Störche nicht identifizieren.“

„Keine Sorgen machen“

Fest steht nur, dass das Paar Ende Juli/Anfang August nach Olfen gekommen ist und nach der Horsteroberung den ganzen Winter über in Olfen geblieben ist. Neben den beiden Paaren in Olfen gibt übrigens zwei weitere Storchenpaare in Ahsen. Mit den unbefruchteten Eiern setzt sich übrigens die traurige Geschichte des Horstes am künftigen Skaterplatz aus dem vergangenen Jahr in anderer Form fort. Seinerzeit waren Jungstörche aus dem Horst geworfen worden. Ein Jungstorch wurde danach privat versorgt, starb später aber trotzdem.

Dass das Olfener Storchenpaar in diesem Jahr keinen Nachwuchs bekommt, ist nach Aussage von Heinz Kowalski „nicht ungewöhnlich“. Der Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz sagt auf unsere Anfrage, dass es verschiedene Gründe für unbefruchtete Eier geben kann. Vor allem bei sehr jungen Paaren komme das vor. Man müsse sich aus seiner Sicht keine Sorgen machen, dass das Paar auch in Zukunft keinen Nachwuchs bekomme.

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