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Weg an der alten Fahrt in Olfen soll ab August gebaut werden

Neuer Wirtschaftsweg

Ein Weg über die Alte Fahrt soll den Olfener Landwirten die Arbeit erleichtern. Im August geht der Bau los. Es gibt aber auch kritische Stimmen.

Olfen

, 20.06.2018
Weg an der alten Fahrt in Olfen soll ab August gebaut werden

Ein neuer Weg über den Kanal soll Lehmhegge und Sülsen miteinander verbinden - und damit die Wirtschaftsweg-Lücke zwischen Vinnum und Datteln schließen. Der Weg wird als Damm im Wasser aufgeschüttet. © Marie Rademacher

Olfens Wirtschaftswege sollen besser werden – Stadt und Bezirksregierung sind schon seit einiger Zeit dabei, sich diesem Ziel zu nähern. Der Beginn des nächsten Bauabschnitts steht jetzt unmittelbar bevor: An der Alten Fahrt soll es ein „Querungsbauwerk“ über den Kanal geben, das die Wirtschaftswege Lehmhegge und Sülsen miteinander verbindet. Dazu die wichtigsten Fragen und Antworten:

Die Flurbereinigungsbehörde der Bezirksregierung spricht von einem Querungsbauwerk. Was genau ist das?


Eine Brücke? Nein, es entsteht keine Brücke, sondern ein „Dammbauwerk“, wie Franz-Josef Grothues von der Flurbereinigungsbehörde der Bezirksregierung Münster erklärt. Weil die Alte Fahrt des Kanals über die Lippe führt, ist er an dieser Stelle erhöht, hat also eine sogenannte Dammlage. Um einen „gradlinigen Weg“ über den noch Wasser führenden alten Kanal zu schaffen, werde eine Straße zwischen beiden Dammkronen angeschüttet. Die Alte Fahrt, so erklärt Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann ergänzend, ist sowieso schon durch Dämme geteilt. Wie bei den bestehenden Dämmen soll auch in dem neu entstehenden ein Durchlassbau eingebaut werden, der einen Durchmesser von 1,70 Metern hat, und durch den zum einen das Wasser weiter fließen, zum anderen auch Tiere weiter ihre Wege finden können.

Was genau bringt das?


Durch den neuen Weg über den Kanal wird die durchgängige Verbindung von der Kreisstraße 2 in Vinnum bis zur Dattelner Straße (B 235) geschaffen – und zwar als Vorrangweg für landwirtschaftliche Fahrzeuge. „Nachdem im Jahr 2017 bereits die Wege von Vinnum beziehungsweise von der Dattelner Straße bis an den alten Kanal neu ausgebaut werden konnten, soll der Lückenschluss bis Ende 2018 realisiert werden“, so Grothues.

Wie sieht der Zeitplan genau aus?


Wann soll es losgehen? „Anfang August beginnen wir mit der Baumaßnahme. Das passt mit den Ruhezeiten der Tiere“, so Franz-Josef Grothues. Bis Ende November soll alles fertig sein.

Wer bezahlt das eigentlich alles?


Die Flurbereinigung in Olfen wird zu 70 Prozent durch Fördermittel von Land und Bund finanziert. In Euro sind das 2,1 Millionen Euro. Die restlichen 30 Prozent müsste laut Gesetz eigentlich die Teilnehmergemeinschaft – also die Grundstückseigentümer im betreffenden Bereich – übernehmen. In Olfen übernimmt diesen Anteil – 900.000 Euro – aber die Stadt, wie Wilhelm Sendermann erklärte.

Wie stehen die Anwohner zu dem geplanten Bau?


Klar: Die Bauerschaft ist an der entsprechenden Stelle nicht so dicht besiedelt wie andere Stellen im Olfener Stadtgebiet. Aber einer, der die Baustelle bald sozusagen direkt vor der Haustür hat, ist Norbert Scholbrock. Obwohl auch er als Landwirt den neu entstehenden Wirtschaftsweg dann bald mit Vorrang nutzen kann, überwiegt für ihn eine ganz andere Sorge. „Das Wasser sehe ich als Gefahr“, sagt er auf Anfrage der Redaktion. Zum Hintergrund: Auf der Sülsener Seite gibt es an der Alten Fahrt eine topografische Tieflage – hier sammelt sich, vor allem nach starkem Regen, immer viel Wasser, fließt unter Umständen auch auf die umliegenden Höfe.

Es gibt dort seit dem Ende der 1920er-Jahre zwar eine Rohrleitung, die teilweise nur einen Durchmesser von 50 Zentimetern hat. Viel zu eng für das ganze Wasser, meint aber Norbert Scholbrock. „Für dieses Rohr ist Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Rheine zuständig“, erklärt Franz-Josef Grothues. Eine andere Baustelle also – zu der wir beim Wasserstraßenamt gestern keinen Experten mehr erreichen konnten. Was Scholbrock, der die Pläne kennt, zwar nicht überzeugt, Franz-Josef Grothues aber als Verbesserung der Lage benennt: In dem Bereich der Tieflage wird eine neues Regenrückhaltebecken entstehen, das 1700 Kubikmeter Wasser fassen kann. Das soll die Lage entspannen und verhindern, dass Wasser auf die Höfe fließt. „Die Belastung für die Anwohner wird so minimiert“, sagt Bürgermeister Sendermann.

Besteht die Gefahr, dass Ortskundige den neuen Weg als Umgehungsstraße von Datteln nach Olfen nutzen?


„Die Gefahr besteht ganz bestimmt“, meint Anwohner Norbert Scholbrock. Auch Franz-Josef Grothues kennt zwar die Diskussion, die es in Olfen seit Vorstellung der Pläne gibt. Aber: Der Weg über den Kanal, der rund 40 Meter lang sein wird, wird zunächst nicht asphaltiert, sondern ist bewusst zunächst ein Weg aus Schotter. „Weil der Damm Zeit braucht, um sich zu setzen“, erklärt Franz-Josef Grothues. Und, so Bürgermeister Sendermann, weil die Strecke dadurch für Autofahrer vergleichsweise unattraktiv ist. Außerdem habe die Erfahrung in Olfen gezeigt, dass Autofahrer die neuen Wirtschaftswege nicht verstärkt nutzen, um möglicherweise schneller am Ziel zu sein.

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