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Olympia: Menschenrechtler ziehen negative Bilanz

Peking (dpa) Einen Tag nach Olympia-Ende haben Menschenrechtler eine negative Bilanz der Pekinger Spiele gezogen. Chinas Regierung habe das Sportereignis für seine politischen Ziele genutzt, erklärte die Hongkonger Organisation Human Rights in China (HRIC) am Montag.

Olympia: Menschenrechtler ziehen negative Bilanz

Polizisten vor dem Ort der Olympischen Abschlussfeier in Peking.

«Die sorgfältig verputzte Fassade kann aber nicht den Polizeistaat verbergen, der auf den Menschenrechten herumtrampelt», sagte Geschäftsführerin Sharon Hom. «Das Internationale Olympische Komitee hat seinen Kopf in den Sand gesteckt, wenn es mit den Berichten über Einschränkungen der Pressefreiheit, Verhaftungen und Luftverschmutzung konfrontiert wurde», kritisierte Hom.

Den Preis der Spiele zahle die chinesische Bevölkerung. In Peking mussten rund 1,5 Millionen Menschen den olympischen Sportstätten weichen, erklärte die Organisation weiter. Während der Spiele hätten Sicherheitskräfte allein in der Wüstenregion Xinjiang 500 Uiguren willkürlich verhaftet, berichtete am Montag der in München ansässige Uigurische Weltkongress. Viele der muslimischen Uiguren im Nordwesten des Landes widersetzen sich der chinesischen Fremdherrschaft. In den vergangenen Wochen gab es in den uigurischen Oasenstädten mehrere blutige Zwischenfälle mit rund 30 Toten.

Laut der Kardinal Kung-Stiftung haben die Behörden am Sonntag auch einen 73-jährigen Bischof der katholischen Untergrundkirche festgenommen. Innerhalb der vergangenen vier Jahre sei es bereits das 12. Mal, dass Bischof Jia Zhiguo verhaftet wurde. Schon 18 Jahre seines Lebens verbrachte er im Gefängnis. Während die staatlichen Kirchen den Papst nicht anerkennen, entzieht sich die katholische Untergrundkirche der Kontrolle. Ihre Mitglieder stehen loyal zum Papst und werden verfolgt.

Die chinesische Regierung sei auch nicht ihrem Versprechen nachgekommen, den Medien uneingeschränkte Berichterstattung zu ermöglichen, wie der Club der Auslandskorrespondenten in China (FCCC) erklärte. Der Club weiß von 59 Fällen, in denen während der Olympischen Spiele Journalisten bei ihrer Arbeit behindert wurden.

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