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Opern-Diva Netrebko gibt auf der Bühne immer ihr Bestes

München (dpa) Es nennt sich «Gipfeltreffen der Stars», und die Veranstalter haben wohl auch recht: Anna Netrebko und Jonas Kaufmann treten bei einem großen Open-Air-Konzert auf dem Münchner Königsplatz auf. Kurz davor spricht Netrebko über Herausforderungen und ihre Rollen.

Opern-Diva Netrebko gibt auf der Bühne immer ihr Bestes

Anna Netrebko und Sänger Jonas Kaufmann werden beim «Gipfeltreffen der Stars» in München gemeinsam auftreten. Foto: Sven Hoppe

Wenn Anna Netrebko (43) an diesem Samstag gemeinsam mit Jonas Kaufmann (45) auf dem Münchner Königsplatz auftritt, dann ist das für sie eine Herausforderung - auch wenn große Opern-Klassiker auf dem Programm stehen, die sie schon oft gesungen hat.

«Ich gehe nicht auf die Bühne und denke «Ich bin die Beste», ich gehe auf die Bühne und will mein Bestes geben», sagt sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Darin verrät die russische Opern-Diva auch, ob sie sich vorstellen kann, noch mal mit ihrem Ex Erwin Schrott aufzutreten, und warum sie derzeit keine politischen Fragen beantworten will.

Musik-Fans halten Sie und Jonas Kaufmann fürdas Dream-Team klassischer Musik. Haben die recht? 

Anna Netrebko: Jonas und ich hatten noch nicht sehr oft die Chance, gemeinsam zu performen. Bislang haben wir ja erst in einer Produktion gemeinsam gesungen, 2008 in «La Traviata» am Royal Opera House in London. Jonas ist ein wundervoller Künstler, und darum freuen wir uns beide sehr auf das Konzert auf dem Königsplatz. Zusammen mit unseren Kollegen wird das ganze Team ein Dream-Team sein.

Sie präsentieren große Opern-Klassiker. Müssen Sie dafür überhaupt üben?

Anna Netrebko: Wir sind dabei, das Programm zu vollenden. Wir werden viele schöne Opern-Highlights aus all den Klassikern singen: Verdi, Puccini, Rossini und außerdem leichtes Repertoire, Operette und einige großartige Ensembles von Lieblings-Opern. Natürlich gibt es Proben mit meinen Kollegen, dem Dirigenten und dem Orchester. Oper ist Teamwork.

Fordern Sie Auftritte wie dieses «Gipfeltreffen» noch heraus?

Anna Netrebko: Jeder Auftritt ist eine Herausforderung für mich, weil ich jeden Abend mein Bestes geben will. Sicher sind die Open-Air-Atmosphäre und das Ambiente bei diesem Konzert besonders schön, aber die Konzentration ist die gleiche - ob ich in einem Opernhaus auftrete oder bei einem großen Open-Air-Konzert.

Was fordert eine so erfolgreiche Sängerin wie Sie sonst noch heraus?

Anna Netrebko: Neue Rollen sind immer eine Herausforderung, mein Job ist eine einzige Herausforderung. Disziplin ist sehr wichtig. Wenn ich zu einer Probe komme oder einen Auftritt habe, gebe ich immer 150 Prozent. Ich gehe nicht auf die Bühne und denke «Ich bin die Beste», ich gehe auf die Bühne und will mein Bestes geben.

Vor ein paar Jahren war Ihr Ex-Partner Erwin Schrott noch Teil des «Gipfeltreffens». Können Sie sich vorstellen, noch mal mit ihm zu arbeiten?

Anna Netrebko: Warum nicht - wenn unsere Kalender es zulassen. Bislang ist aber nichts geplant.

Im vergangenen Jahr haben Sie sich geweigert, «ManonLescaut» an der Münchner Oper zu singen, weil sie mit der Produktion nicht glücklich waren. Glauben Sie, Sänger sollten generell mehr Einfluss auf Inszenierungen haben? 

Anna Netrebko: Ich glaube, ich habe viele Male bewiesen, dass ich sowohl in traditionellen als auch modernen Produktionen zu Hause bin. Aber in diesem Fall war meine Sicht auf die Rolle eine komplett andere als die des Regisseurs. Wie gesagt: Ich möchte immer mein Bestes geben und hatte einfach das Gefühl, dass mir das in diesem Kontext nicht möglich war. Ich glaube aber nicht, dass Sänger generell mehr Einfluss haben sollten. Es ist nun mal der Job der Regisseure, die Inszenierung zu entwickeln. Manchmal verlangen sie nur Dinge von uns, die uns sehr schwer fallen. In solchen Fällen muss ein Sänger die Möglichkeit haben zu sagen: Stop, das kann ich nicht.

Sie geben im kommenden Jahr Ihr Debüt als Elsa in Wagners «Lohengrin». Wie gut ist denn Ihr Deutsch inzwischen?

Anna Netrebko: Letztes Jahr habe ich Strauss' «Vier letzte Lieder» gelernt und mit Daniel Barenboim in Berlin aufgeführt. Es war wundervoll. Ich liebe es auf Deutsch zu singen, obwohl es natürlich schwierig ist.

Ist die Rolle der Elsa für Sie eine besondere?

Anna Netrebko: Jede Rolle ist besonders für mich. Ich wähle nur Rollen und Charaktere, die mich interessieren. Wagners Musik im «Lohengrin» ist wunderschön, und die Musik für Elsa ist gut für die Stimme - sie hat wundervolle Melodien.

Sie haben sich im vergangenen Jahr mitYusifEyvazovverlobt. Haben Sie schon ein Datum für die Hochzeit?

Anna Netrebko: Wenn die Zeit gekommen ist, lasse ich es Sie wissen.

Ich sollte keine politischen Fragen stellen. Ist es für russische Künstler schwierig geworden, solche Fragen in Europa zu beantworten?

Anna Netrebko: Wir leben in politisch angespannten Zeiten, und wer darüber in der Öffentlichkeit spricht, dessen Äußerungen werden gerne verdreht oder aus dem Zusammenhang gerissen. Ich wünsche mir Frieden in der Welt und hoffe wirklich, dass die Dinge sich zum Besseren ändern. Das ist das Tolle an der Oper: Sie bringt Menschen aller Nationalitäten und Hintergründe zusammen. Wir schaffen mit unserer Musik etwas Schönes, das dem Publikum hoffentlich für wenigstens einen Abend Freude macht.

Zur Person: Anna Netrebko ist wohl die Opern-Diva unserer Zeit. Ihr Auftritt in München ist der erste nach einer kleinen krankheitsbedingten Auszeit. Auf ärztlichen Rat durfte sie bis zum 25. Juni nicht singen und musste darum ihre geplante Tournee mit Tschaikowskys «Iolanta» absagen. In München wird sie auch am 26. und 29 Juli bei den Opernfestspielen auf der Bühne stehen - als Tatjana in der Oper «Eugen Onegin».

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