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Operndirigent Sawallisch feiert 85. Geburtstag

München (dpa) Es ist still geworden um ihn. Wolfgang Sawallisch, der große Operndirigent des 20. Jahrhunderts, meidet seit längerem die Öffentlichkeit. Er wird an diesem Dienstag (26. August) 85 Jahre alt.

Operndirigent Sawallisch feiert 85. Geburtstag

Der deutsche Dirigent Wolfgang Sawallisch feierte Triumphe in zahlreichen Opernhäusern.

Sawallisch lebt zurückgezogen im oberbayerischen Grassau nahe dem Chiemsee. Seit 16 Jahren hat er keine Oper mehr dirigiert, doch sind seine Interpretationen der Bühnenwerke etwa von Richard Wagner oder Richard Strauss bei Musikliebhabern präsent wie eh und je. Sawallisch war auch langjähriger Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper München. Es gibt kaum ein Opernhaus, in dem er nicht Triumphe feierte, sei es in Bayreuth, an der Mailänder Scala oder der Staatsoper in Wien.

Mit dem Opernbetrieb in der bayerischen Landeshauptstadt verbinden Sawallisch indessen nicht nur positive Erinnerungen. Ende der 1970er Jahre gab es erhebliche Spannungen mit dem damaligen Intendanten August Everding. Auch musste sich Sawallisch nachsagen lassen, die Opern-Avantgarde zu vernachlässigen. Doch das Publikum ließ sich davon nicht beeindrucken und feierte Sawallisch für seine Interpretationen aller Bühnenwerke von Wagner. Sawallisch hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sich die Inszenierung einer Oper der Musik unterzuordnen habe. Zu moderne Inszenierungen sind ihm zuwider.

Seine Laufbahn begann Sawallisch 1947 als Kapellmeister am Augsburger Stadttheater. Von 1951 bis 1953 war er als Dirigent in Salzburg, danach wechselte er bis 1958 als Generalmusikdirektor nach Aachen. Internationale Aufmerksamkeit erregte er mit gerade einmal 30 Jahren, als er zum ersten Mal am Pult der Berliner Philharmoniker stand. 1957 debütierte er bei den Bayreuther Festspielen. Es folgten Gastspiele bei den besten europäischen Orchestern. Weitere feste Stationen waren Orchester in Köln und Hamburg. In Köln hatte er zusätzlich eine Professur für Dirigieren inne. In den 1960er Jahren begann die regelmäßige Arbeit mit Orchestern in Japan. 1971 holte ihn die Bayerische Staatsoper als Chef nach München.

Mit 70 nahm Sawallisch noch einmal eine neue Herausforderung an und wurde Musikdirektor des Philadelphia Orchestra in den USA. Er erfüllte sich damit den Wunsch, nach so viel Oper auch noch alle großen sinfonischen Werke aufzuführen. Über «seine» Musiker in Philadelphia schwärmte er: «Es ist eines der hinreißendsten Orchester. Es erfüllt im Hinblick auf die klangliche Qualität, die Werkauffassung und die Schnelligkeit des musikalischen Verstehens die höchsten Ansprüche.» Sawallisch wertet die Jahre in den USA rückblickend als «Höhepunkt meiner Tätigkeit als Chefdirigent eines Orchesters».

Für Kent Nagano, den heutigen Generalmusikdirektor in München, zählt Sawallisch zu den ganz großen Dirigentenpersönlichkeiten. «Zusammen mit Günter Wand ist er für mich als Vorbild von unschätzbarer Bedeutung gewesen», sagt Nagano. Sawallischs Stil wurzele in einem traditionsgeprägten musikalischen Bewusstsein und werde von souveräner Kompetenz, urgesunder Vitalität und stets neu entfachter Neugierde getragen.

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