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Opfer von Justizirrtum hofft auf Millionen

London (dpa) Nach acht Jahren Haft und der Aufhebung seines Urteils wegen Mordes an einer TV-Moderatorin hofft ein 48-jähriger Brite nun auf eine hohe Entschädigung.

Opfer von Justizirrtum hofft auf Millionen

Nach acht Jahren Haft und der Aufhebung seines Urteils wegen Mordes an einer TV-Moderatorin hofft Barry George auf eine hohe Entschädigung.

Zudem kann der Arbeitslose Barry George, der jetzt in einem Berufungsverfahren für unschuldig erklärt wurde, nach Medienangaben zwischen lukrativen Angeboten für die Veröffentlichung seiner Story wählen. Für die Haftjahre könne er - gemessen an früheren Entschädigungszahlungen - mit mehr als einer Million Pfund (1,3 Millionen Euro) rechnen, berichtete die «Times» am Samstag.

Barry George, der unter Epilepsie leidet und als geistig zurückgeblieben gilt, war 2001 schuldig befunden worden, die attraktive Jill Dando mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe vor deren Haus in London getötet zu haben. Dando hatte beim Sender BBC die populäre Show «Crimewatch» moderiert, die britische Variante von «Aktenzeichen XY... ungelöst». George war in einem Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Tat hatte er stets bestritten. «Nun ist er überwältigt von dem Freispruch, auf den er schon nicht mehr zu hoffen gewagt hatte», sagte seine Psychiaterin Susan Young am Freitag nach der Aufhebung des Mordurteils.

Mitarbeiter von Scotland Yard kritisierten die Entscheidung. Es seien damals bei den Ermittlungen, die ein ganzes Jahr dauerten, hunderte Menschen befragt und etliche Spezialuntersuchungen angestellt worden, erklärten sie. Nun sei der Freispruch nach nur acht Stunden dauernden Beratungen einer Geschworenen-Jury erfolgt, die kaum alle Fakten geprüft haben könne. Das wichtigste Indiz, das seinerzeit zur Verurteilung wegen Mordes geführt hatte, war eine Spur von Schießpulver an der Kleidung von George. Es stammte angeblich von der Mordwaffe. Über ein Motiv für die Tat hatte Scotland Yard nur spekulieren können.

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