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Oppositionskandidat Nasralla bei Wahl in Honduras vorn

Tegucigalpa. In den Umfragen war Amtsinhaber Hernández bis zuletzt der klare Favorit. Jetzt deutet alles auf einen Sieg des Herausforderers hin. Dieser steht vor großen Herausforderungen: Honduras leidet unter Korruption, sozialer Ungleichheit und Gewalt.

Oppositionskandidat Nasralla bei Wahl in Honduras vorn

Präsident Hernández hatte die Themen Sicherheit, Landwirtschaft, Gesundheit und Investitionen in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs gestellt. Foto: Rodrigo Abd

Die Honduraner haben offensichtlich für einen Wechsel gestimmt: Bei der Präsidentschaftswahl in dem mittelamerikanischen Land lag der Oppositionskandidat Salvador Nasralla am Montag entgegen den Prognosen vor Amtsinhaber Juan Orlando Hernández.

Der Kandidat des Oppositionsbündnis Allianz gegen die Diktatur kam nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen auf 45,17 Prozent, wie das Wahlamt am frühen Montagmorgen (Ortszeit) mitteilte. Für Hernández stimmten demnach 40,21 Prozent der Wähler. Der Kandidat der ultrakonservativen Partido Liberal, Luis Zelaya, kam nur auf 13,77 Prozent.

Präsident Hernández räumte seine Niederlage zunächst nicht ein. Die vorläufigen Ergebnisse spiegelten den tatsächlichen Wählerwillen nicht wider, sagt er im Morgengrauen. Er rief seine Anhänger allerdings zu Geduld und Besonnenheit auf. Es könnte bis Donnerstag dauern, bis das amtliche Endergebnis vorliegt.

Bereits in der Nacht hatten beide Kandidaten den Sieg für sich beansprucht. „Wir haben diese Wahl gewonnen“, sagte Hernández am Sonntag vor seinen Anhängern von der konservativen Nationalpartei. Salvador Nasralla rief seinen Wählern in der Nacht zu: „Ich bin der neue Präsident von Honduras.“

Der künftige Staatschef steht vor großen Herausforderungen: Mächtige Jugendbanden terrorisieren weite Teile des Landes und zwingen zahlreiche Honduraner zur Flucht in die USA. Mehr als 60 Prozent der Menschen gelten als arm, rund 38 Prozent leben sogar in extremer Armut. Zudem ist Honduras eines der Länder mit dem niedrigsten Bildungsniveau in Mittelamerika.

Nur wenig hat sich in Honduras geändert, seit Hernández seine erste Amtszeit antrat. Er habe nicht genug Zeit gehabt, sagte der 49-Jährige. Angesichts von Korruption, sozialer Ungleichheit und Gewalt stimmten die Honduraner nun offenbar für den Wechsel. Oppositionskandidat Nasralla will den Zugang zur Bildung verbessern und setzt auf Prävention zur Eindämmung der Kriminalität.

Neben dem Staatschef wurden am Sonntag auch die 128 Abgeordneten des Parlaments und die Bürgermeister der 298 Gemeinden des Landes neu gewählt. Bei den Parlamentswahlen zeichnete sich ein Sieg der konservativen Nationalpartei ab. Die Partei von Präsident Hernández kam demnach auf fast 50 Prozent der Stimmen. Auf die linke Partei Libre entfielen rund 23 Prozent, die ultrakonservative Partido Liberal holte etwa 20 Prozent.

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