Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Orchesterstreik in Dortmund und Leipzig

Dortmund/Leipzig (dpa) Wegen eines Orchesterstreiks sind am Gewandhausorchester Leipzig und am Theater Dortmund am Freitagabend Vorstellungen ausgefallen.

Orchesterstreik in Dortmund und Leipzig

Der Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly und sein Orchester haben eine Pause eingelegt.

Dieser Vorfall sei einzigartig in der 265-jährigen Geschichte, teilte das Orchester in Leipzig mit. In Dortmund habe es in den vergangenen Jahrzehnten keinen Orchesterstreik gegeben, sagte ein Sprecher des Dortmunder Theaters. Mit den Streiks reagierten die Musiker auf den aktuellen Tarifkonflikt, nachdem Mitte Oktober die Tarifverhandlungen für die 90 deutschen Opern- und Konzertorchester gescheitert waren.

Dem Streik zum Opfer fielen in Leipzig Aufführungen des Konzerts im Gewandhaus und des Balletts «Schwanensee» im Opernhaus. In Dortmund wurde eine Aufführung der Operette «Im weißen Rössl» gestrichen. Den Besuchern in Dortmund werde der Eintrittspreis zurückerstattet, hieß es vom Theater. Einige Zuschauer hätten auf die kurzfristige Absage «sehr verärgert» reagiert. Das Gewandhaus verwies auf die Gefahr eines weiteren Kulturabbaus in Deutschland. In den vergangenen Jahren seien 35 von vormals 168 Berufsorchestern geschlossen worden. «Auch der seit Jahren praktizierte Lohnverzicht vieler Musiker, vor allem in den neuen Bundesländern, hat auf Dauer keine Arbeitsplätze gerettet», erklärte das Orchester.

Vorangegangen waren Anfang Oktober zahlreiche Warnstreiks und Protestaktionen von 80 Orchestern. Die Musiker fordern die Ankoppelung ihrer Vergütung an den öffentlichen Dienst, teilten die Dortmunder Philharmoniker mit. Seit 2005 seien den Orchestern sämtliche Tariferhöhungen vorenthalten worden.

Nach dem Scheitern der Tarifgespräche drängt nun die Zeit. Wenn es bis zum 31. März 2009 keine Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gibt, wollen die Arbeitgebervertreter den Manteltarifvertrag komplett kündigen. Dann wäre jeder Arbeitgeber frei, die Bezahlung seiner Musiker selbst zu regeln.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Bühne

Johan Simons verabschiedet sich von der Ruhrtriennale

Bochum (dpa) Welche Aufgabe hat das Theater in politisch aufgeheizten Zeiten? Der Theatermacher Johan Simons hat dazu eine klare Meinung. Das hat er in drei Jahren seiner Ruhrtriennale-Intendanz bewiesen.mehr...

Bühne

Johan Simons: "Wir müssen noch offener sein"

Düsseldorf (dpa/lnw) Johan Simons hat die Ruhrtriennale politisch wie nie zuvor gemacht. Nach drei Jahren verabschiedet er sich nun als Intendant - mit einem politischen Aufruf.mehr...

Bühne

Volksbühne bietet Besetzern Räume an

Berlin (dpa) Tag 5 der Volksbühnen-Besetzung. Verhandeln statt vertreiben - so lautet das Motto der Berliner Kulturverwaltung. Nun sollen den Aktivisten Räume des Theaters zur Verfügung gestellt werden.mehr...

Bühne

"Der bewegte Mann" als turbulentes Musical

Hamburg (dpa) Mehr als 6,5 Millionen Zuschauer machten "Der bewegte Mann" zu einer der erfolgreichsten deutschen Kinokomödien der 1990er Jahre. Jetzt feiert die Geschichte um die Liebeswirrungen von Homos und Heteros als Musical im Hamburger Thalia Theater Premiere.mehr...