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Otto Group will kein Amazon-Klon sein: Vielfalt bleibt

Hamburg (dpa) Der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto setzt verstärkt auf Service und Finanzdienstleistungen. Im laufenden Jahr sollen diese beiden Unternehmensbereiche einen Anteil von bis zu 20 Prozent am Konzernumsatz erreichen, sagte Hans-Otto Schrader, der Vorstandschef der Otto Group, am Mittwoch in Hamburg.

Otto Group will kein Amazon-Klon sein: Vielfalt bleibt

Hans-Otto Schrader, der Vorstandsvorsitzende der Otto Group. Der weltgrößte Versandhändler baut jetzt auf seine starke Marktposition und will die Kosten senken. Foto: Daniel Reinhardt

Gegenwärtig sind es 17 Prozent. Die beiden Sparten wachsen schneller als das Stammgeschäft Versand- und Einzelhandel und liefern auch mehr Gewinn ab. Das Handelsgeschäft war im abgelaufenen Geschäftsjahr (29.2.) nur geringfügig gewachsen, vor allem wegen Schwierigkeiten in Frankreich und verstärkter Konkurrenz im Online-Handel. Insgesamt wuchs der Umsatz um 1,7 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro, während der Jahresüberschuss von 181 auf 23 Millionen Euro zurückging.

Das war auch auf steigende Rohstoff- und Einkaufskosten zurückzuführen. «Damit haben wir uns in einem schwierigen Umfeld gut behauptet», sagte Schrader. Im Online-Markt habe es die Otto Group mit einem aggressiven Wettbewerb zu tun. Dennoch war der E-Commerce abermals der Wachstumstreiber des Handelsgeschäfts; weltweit legte Otto hier um 9,2 Prozent oder 500 Millionen Euro zu. 53 Prozent des Geschäfts entfallen auf E-Commerce-Umsätze.

Der Hamburger Konzern hat daraus strategische Konsequenzen gezogen. «Langfristig wird es nur noch zwei Universalversender geben, Amazon und Otto», sagte Schrader. «Wir wollen aber kein Klon von Amazon werden, sondern gehen unseren eigenen Weg.» Im Gegensatz zu dem US-Unternehmen unterhält Otto nicht eine, sondern rund 60 verschiedene Online-Plattformen im Internet und setzt auf eine große Vielfalt von Unternehmen unter dem Dach der Gruppe. Zu Erfolgen von Unternehmen wie Zalando bemerkte Schrader, dass Otto auf unwirtschaftliche Online-Umsätze und Marktanteile verzichtet habe. Das Ziel sei nachhaltige Profitabilität.

Gleichwohl müsse Otto bei den Preisen wettbewerbsfähiger werden und deshalb eigene Kosten sparen. Die drei deutschen Universalversender OTTO (der frühere Otto-Versand) in Hamburg, Baur in Burgkunstadt und Schwab in Hanau sollen unter eine einheitliche Leitung gestellt und klarer positioniert werden. «Wir handeln aus einer Position der Stärke heraus», betonte der Vorstandschef. Alle drei Unternehmen arbeiten mit Gewinn. Wie viele Arbeitsplätze bei der Umstrukturierung verloren gehen werden, könne er noch nicht sagen. Insgesamt arbeiten bei den drei Unternehmen rund 7000 Beschäftigte auf 4500 Vollzeit-Stellen. Weltweit beschäftigt die Otto Group 53 100 Arbeitnehmer.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Otto mit einem einstelligen Wachstum und wieder steigenden operativen Gewinnen des Gesamtkonzerns. «Die Umsätze in Deutschland, in Russland und in den Segmenten Service und Finanzdienstleistungen sind in den vergangenen drei Monaten zum Teil zweistellig gestiegen», sagte Schrader. Nach dem Markteintritt in Brasilien nimmt die Otto Group die Türkei als nächsten Markt ins Visier.

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