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Paare im Auto: Mit Vollgas in die Krise

Worms (dpa/tmn) Er drückt leidenschaftlich gern aufs Gas, sie bevorzugt gemütliche Landstraßenfahrten: Beim Autofahren bekommen sich viele Partner regelmäßig in die Wolle.

Paare im Auto: Mit Vollgas in die Krise

Zu schnell, zu langsam, falsch abgebogen: Beim Autofahren gibt es viele Anlässe für Streit, vor allem, wenn es in der Beziehung schon rumort.

Für zwei von drei Paaren ist spätestens auf der Autofahrt Schluss mit lustig, ergab eine repräsentative Umfrage einer Kfz-Versicherung. Zu schnell, zu langsam, zu riskant, zu unkoordiniert - Gründe zu meckern gibt es genug. Für Diskussionen und Streit ist eine Autofahrt aber die denkbar schlechteste Gelegenheit.

«Frauen und Männer unterscheiden sich häufig stark im Fahrstil, das sorgt für Reibereien», sagt Marcus Damm, Diplom-Psychologe aus Worms. Er erklärt das Phänomen evolutionsgeschichtlich: «Männer sind immer noch auf der Jagd und fahren deshalb schneller und aggressiver.» Frauen hingegen verspürten nur selten den Wunsch, auf der Autobahn mit 180 Sachen den Platzhirsch zu markieren und tuckerten lieber durch die Landschaft. «Das macht Männer wahnsinnig.»

Brummt der Motor, ist es oft nicht mehr weit bis zur ersten Diskussion. «Im Auto kann keiner mal eben weg, es entsteht eine nicht zu vermeidende Zwangsnähe», erklärt Bernd Wiesner, Verkehrspsychologe beim TÜV Süd in München. Tückisch sind vor allem Langstreckenfahrten. «Wer stundenlang aufeinander hockt, hat viel Zeit zum Nachdenken.» Das monotone Motorengeräusch, das sture Geradeaus-Schauen: «Da wird es schnell langweilig», bestätigt Damm. Dann würden Themen aus der Tasche gezogen, die schon längst überfällig sind. «Wer über irgendwas wütend ist, fängt an zu nörgeln. Da kommt der Fahrstil gerade recht.»

Neben lange unterdrückten Problemen, die im Auto hochkommen, stehen realistische Sorgen. «Der Beifahrer hat häufig ein großes Kontrollbedürfnis, weil er keinen direkten Einfluss auf das Geschehen nehmen kann», erklärt Wiesner. Wenn er zum offensiven Überholmanöver ausholt und sie vor lauter Angst ihren Bremsfuß fast durch die Fußmatte bohrt, kommt es leicht zum Streit: «Du fährst wie der letzte Henker», ist dann ein typischer Satz, der schnell zum Gegenangriff führt. Die Kritik der Partnerin provoziere den Mann, sagt Damm. «Da kommt der reine Trotz hoch, nach dem Motto: Jetzt erst recht!»

Beschimpfungen und grobe Kritik haben im Auto nichts zu suchen. Doch wie soll die verängstigte Beifahrerin ihre Sorgen offenbaren? «Beschreiben Sie Ihre Gefühle, anstatt den anderen anzugreifen», rät Wiesner. Das gilt natürlich auch andersherum: Wenn die Partnerin die Grünphase verpennt, sollte er Gelassenheit zeigen. Sprüche, wie «Wolltest du heute noch mal in die Gänge kommen?» sind fehl am Platz. «Fiese Bemerkungen erhöhen den Stress beim Fahrer und die Gefahr eines Unfalls», warnt Rudi Rhode, Konflikttrainer aus Wuppertal.

Wenn der eine Beifahrer dauernd nörgelt und der Fahrer ihm nichts recht machen kann, helfen keine Diskussionen. Im Auto, so Rhode, sollten Konflikte vermieden werden. «Machen Sie Ihrem Nörgelpartner schon vor der Fahrt klar, dass Sie die Fahrerin sind und er sich zurückhalten muss.» Bringt das nichts, hilft nur Konsequenz. «Zur Not müssen Sie an der nächsten Raststätte anhalten und dort reden.» Bleibt der Partner stur, kann der Hinweis auf öffentliche Verkehrsmittel folgen. «Wer so unzufrieden ist, muss Bus fahren.»

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