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Packend: John Grishams neuer Thriller «Berufung»

New York (dpa) Er ist zurück in seinem Fahrwasser: John Grisham, Rechtsanwalt, Ex-Parlamentarier und Bestsellerautor aus Mississippi, hat nach mehreren Abstechern vom Krimi-Genre einen neuen Volltreffer gelandet.

Packend: John Grishams neuer Thriller «Berufung»

John Grishams neuer Justizthriller «Berufung» bietet spannenden Lesestoff.

«Berufung» ist die Geschichte um ein sensationelles Gerichtsurteil zugunsten mittelloser Opferfamilien, das durch schmutzige politische Tricks am Ende revidiert wird.

Packend und anhand zahlreicher schockierender Details zeichnet der Experte Grisham auf, wie Wahlen in den USA manipuliert werden können. Wie «Big Money» den Ruf einer erfahrenen Richterin beflecken und ihren Wahlkampf zunichtemachen kann. Wie «Big Money» den weit weniger erfahrenen, aber politisch genehmen, weil beeinflussbaren, Gegenkandidaten fördert und ihm zum Aufstieg an den Supreme Court des US-Bundesstaates Mississippi verhilft.

Brisanz gewinnt der Justizthriller durch seine Veröffentlichung im amerikanischen Wahljahr 2008. In den USA erschien der jüngste Grisham bereits im Januar, der Heyne Verlag in München gibt die deutsche Fassung an diesem Montag (4. August) heraus.

Der Autor selbst, dessen Empörung über «käufliche» Wahlkämpfer aus jeder Zeile zu lesen ist, nimmt in einem Nachwort Stellung. Er müsse sagen, «dass viel Wahres an dieser Geschichte ist». Und weiter: «Solange bei der Richterwahl private Gelder fließen dürfen, werden widerstreitende Interessengruppen um die Ämter kämpfen. Diese Probleme sind verbreitet (...) Die Taktiken sind nur allzu vertraut, die Ergebnisse nicht allzu weit von der Realität entfernt».

In «Berufung» wird der Industriegigant Krane Chemical Inc. zur Zahlung von 41 Millionen Dollar an eine junge Witwe in Bowmore, einem Nest in Mississippi im tiefen Süden der USA, verurteilt. Jeannette Baker hat ihren Mann und den kleinen Sohn durch Krebs verloren, den Experten auf die hochgiftigen Abwässer einer Krane-Chemical-Fabrik im Ort zurückführen.

Firmenboss und Milliardär Carl Trudeau sieht rot. Er fürchtet, dass der Spruch der Jury eine Lawine weiterer Schadensersatzprozesse auslösen könnte, und setzt von seinem Schreibtisch in New York alle Hebel in Bewegung. Natürlich geht er in Berufung. Gleichzeitig setzt er Spitzel auf das Anwaltspaar in Bowmore an, das der Witwe Baker zu Recht verhalf. Mit wenigen Anrufen hat er den finanziellen Ruin des Ehepaares in die Wege geleitet.

Danach folgt der politische Schachzug, der den Chemiekonzern am Ende ungeschoren davonkommen lässt. Trudeau finanziert durch dunkle Kanäle die Schmutzkampagne gegen jene liberale Richterin am Obersten Gerichtshof von Mississippi, mit deren Stimme die Industrie bei vergleichbaren Berufungsverfahren in der Vergangenheit meist den Kürzeren zog. Aus seiner Tasche fließt auch das Geld, das ihren Gegenkandidaten gewinnen und den Posten am Supreme Court einnehmen lässt. Ein Mann, auf dessen industriefreundliche Stimme man zählen kann.

Grishams «Berufung» ist überaus spannend, wenn auch sehr langatmig geschrieben. Wie meist, sind seine Charaktere gut oder böse, bettelarm oder superreich. New Yorks High Society besteht bei Grisham aus Frauen, die spindeldürr sind und nichts als ihre nächste Schönheits-OP im Kopf haben, während ihre Hubbies als Wall-Street-Haie nur vom Aufstieg der eigenen Aktien träumen. Wer viel Zeit hat und sich an dieser Schwarz-Weiß-Malerei nicht stört, wird den 464-Seiten-Schmöker bestimmt genießen.

John Grisham

Berufung

Aus dem Amerikanischen von

Dr. Bernhard Liesen, Bea Reiter, Kristiana Ruhl und Imke Walsh-Araya

Wilhelm Heyne Verlag, München

464 S., 19,95 Euro

ISBN: 978-3-453-00662-1

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