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Verordnung soll geändert werden

Paternoster-Verbot: Nahles rudert zurück

Dortmund Rolle rückwärts: Die Paternoster-Fans in Deutschland können aufatmen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles will die Sicherheitsverordnung verändern, die eine Benutzung der alten Aufzüge aus Sicherheitsgründen unmöglich gemacht hätte. Jetzt solle vor Ort entschieden werden. Vorher müssen die Länder die Beschränkungen aufheben.

Paternoster-Verbot: Nahles rudert zurück

Paternoster-Fahrt von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Bochum. Foto: Roland Weihrauch

Der Paternoster sei "der VW Käfer unter den Aufzügen" schreibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf seiner Facebook-Seite. "Nicht besonders viele Menschen fahren ihn noch, aber viele lieben ihn." Ein Foto von Arbeitsministerin Andrea Nahles ziert den Eintrag. Die SPD-Politikerin war in die Kritik geraten, weil ihr Ministerium mit einer neuen Sicherheitsverordnung beinahe für das Aus der wenigen hundert verbliebenen Paternosteraufzüge gesorgt hätte.

"Ein Stück deutscher Geschichte"

Doch nun - nachdem schon zahlreiche Abgesänge auf die "Personenumlaufaufzüge" geschrieben und gesendet worden waren - rudert Nahles zurück. Die Paternoster seien "ein Stück deutscher Geschichte. (...) Darum habe ich mich entschlossen, dass zukünftig über die Sicherheit der einzelnen Paternoster konkret vor Ort entschieden werden soll", heißt es in dem Facebook-Eintrag. 

In der Betriebssicherheitsverordnung, die seit Montag gilt, hieß es dagegen ziemlich eindeutig: "Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Personenumlaufaufzüge nur von durch ihn eingewiesenen Beschäftigten verwendet werden." Laut Arbeitsministerium bedeutete das klar: kein öffentlicher Betrieb. In den meisten der wenigen Häuser, in denen noch Paternosteraufzüge ihre Bahnen ziehen, wurde der Betrieb daraufhin eingestellt.

DORTMUND Seit 62 Jahren hat er jedes Auf und Ab mitgemacht - doch jetzt wird der Paternoster der Volkswohl Bund Versicherungen am Südwall von Arbeitsministerin Andrea Nahles ausgebremst. Warum, erklärt uns Volkswohl-Bund-Sprecherin Simone Szydlak bei einer Fahrt mit einem der letzten Aufzüge seiner Art in Dortmund.mehr...

Doch der Gegenwind von den Paternoster-Liebhabern war ganz offensichtlich zu groß. Nahles wies ihr Ministerium an, "auf dem schnellstmöglichen Weg dafür zu sorgen, dass die Bundesländer ermächtigt werden, die Beschränkungen aufzuheben." Das heißt: Jedes Land darf nach der Änderung der Sicherheitsverordnung selbst entscheiden, wie es damit für Paternoster zukünftig umgeht.

Kaum schwere Unfälle

Zwar klemmte sich etwa in Frankfurt am Main eine Frau vor zwei Jahren die Beine ein und in Oberhausen wurde 2009 ein kleiner Junge in den Schacht gedrückt, weil er sich in Panik an der Fußbodenkante festhielt. Schwere Unfälle mit den Rundlaufumzügen sind allerdings selten, was wiederum daran liegen könnte, dass es deutschlandweit kaum noch mehr als 500 gibt (und selbst diese Zahl ist von vor zwei Jahrzehnten). 2013 hatten jedenfalls die Länder und Landkreise eine Einschränkung der Aufzüge gefordert.

Der Ball liegt also bald erneut bei den Ländern in der Frage, ob die alten Paternoster weiter für alle kreisen dürfen oder nicht.

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