Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Patientenschützer: Krankenhäuser sparen auf Kosten der Pflege

Berlin (dpa) Der Notstand in der Krankenhauspflege ist hausgemacht. Nach dem Motto: Ärzte bringen Geld, Pflege kostet, wurde da auf- und dort abgebaut. Die Krankenhausreform will das ein Stück weit korrigieren.

Patientenschützer: Krankenhäuser sparen auf Kosten der Pflege

Zwischen 1991 und 2013 stieg die Zahl der Behandlungen und der Ärzte in Krankenhäusern deutlich, während die Zahl der Pflegekräfte sank. Foto: Daniel Bockwoldt

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat den Krankenhäusern in Deutschland vorgeworfen, auf Kosten der Pflege zu sparen.

Nach einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Statistik der Stiftung ist die Zahl der Behandlungen in Krankenhäusern in den Jahren von 1991 bis 2013 um ein Viertel auf 19 Millionen im Jahr gestiegen, während die Zahl der Pflegekräfte um drei Prozent auf 316 000 sank. In diesem Zeitraum sei auch die Zahl der Ärzte um mehr als die Hälfte auf 147 000 angewachsen.

Stiftungsvorstand Eugen Brysch forderte einen deutschlandweiten verbindlichen Personalschlüssel, damit nicht weiterhin auf Kosten der Pflege gespart werde. «Dann wären wenigstens die Regeln für alle gleich.»

Die Pflegekräfte selbst protestieren gegen die Zustände an deutschen Krankenhäusern - zuletzt mit einem bundesweiten Aktionstag am Mittwoch. Am Berliner Universitätsklinikum Charité sind Hunderte Mitarbeiter im unbefristeten Streik. Ihre Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem mehr Personal und Quoten zu Mindestbesetzungen auf den Stationen.

Nach Berechnungen der Stiftung Patientenschutz hat sich in den vergangenen 20 Jahren die Verweildauer in den Krankenhäusern halbiert. Zugleich sei die Zahl der alten und pflegebedürftigen Menschen auf den Stationen gestiegen, die mehr Betreuung bräuchten.

«Das bedeutet: Die Akutpflege ist auf Krisenmanagement beschränkt», argumentierte Brysch. «Deshalb ist und bleibt Pflege in den Krankenhäusern hoffnungslos überfordert, wenn sich nichts ändert.» Er kritisierte ein Konzept, «nach dem Ärzte Geld bringen und Pflege Geld kostet».

Über die zwischen Bund und Ländern ausgehandelte Krankenhausstrukturreform soll die in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgebaute Zahl der Pflegekräfte wieder aufgestockt werden. Die Reform soll am 1. Januar 2016 in Kraft treten. Dafür werden 2016 bis 2018 bis zu 660 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Interessant ist an der Statistik der Stiftung, dass die höchsten Zuwachsraten bei den Ärzten in den alten Bundesländern zu verzeichnen sind: in Rheinland-Pfalz mit 75,68 Prozent, in Bayern mit 75,19 Prozent, in Hamburg mit 67,86 Prozent und in Baden-Württemberg mit 61,95 Prozent.

An der Spitze der abgebauten Pflegestellen liegt demnach mit Abstand Berlin mit 34,52 Prozent gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 13,79 Prozent und Bremen mit 12,50 Prozent. Einige Bundesländer legten gegen den allgemeinen Trend bei den Pflegekräften zu: etwa Rheinland-Pfalz um 15,44 Prozent und Bayern um 9,07 Prozent.

Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern 1991-2013

Krankenhausstatistik

Fragen und Antworten zur Krankenhausreform

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Sondierungen in Berlin

Optimismus und Skepsis nach Jamaika-Gesprächen

Berlin Jamaika ausloten, Tag zwei: FDP und Grüne wollten am Donnerstag bei ihrem Treffen bei Blumenkohlsuppe und Streuselkuchen nicht zu sehr in Verletzungen der Vergangenheit rumwühlen. Nebenbei rumort es aber ordentlich - vor allem im konservativen Lager.mehr...

Fußball: Champions League

FC Bayern schlägt Celtic Glasgow ohne Probleme

MÜNCHEN Der deutsche Fußball-Meister FC Bayern München hat den Einzug in das Achtelfinale der Champions League wieder fest im Visier. Die Münchner gewannen am Mittwoch am dritten Spieltag der Gruppe B daheim 3:0 (2:0) gegen Celtic Glasgow.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Urteil naht

13 Jahre Haft gefordert: Camperin vergewaltigt?

BONN 156 Monate Freiheitsentzug – das fordert die Staatsanwaltschaft im Fall gegen einen 31-Jährigen. Dieser soll im April in der Nähe von Bonn eine junge Frau bedroht und vergewaltigt haben. Am Donnerstag soll das Urteil fallen. Der Angeklagte hat zum Vorfall eine völlig andere Sichtweise.mehr...

Politik

Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Dresden (dpa) Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. Seine CDU wird kalt erwischt.mehr...