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Pechstein auf Platz 13 bei Mehrkampf-WM

Amsterdam. Auch mit 46 Jahren ist Claudia Pechstein immer noch die beste Deutsche bei der Mehrkampf-WM der Eisschnellläufer. Mehr als Platz 13 war zwar nicht drin, doch zwei Altersrekorde und die Sympathien der eislaufverrückten Niederländer begeisterten die Berlinerin dennoch.

Pechstein auf Platz 13 bei Mehrkampf-WM

Claudia Pechstein in Aktion bei den Mehrkampf-Weltmeisterschaften der Eisschnellläufer. Foto: Peter Dejong

Claudia Pechstein strahlte in den verregneten Himmel über dem historischen Olympiastadion von Amsterdam und winkte den 25 000 Fans auf den Traversen zu.

Euphorisch hatten die eislaufverrückten Fans die Leistungen der 46 Jahre alten „Eis-Oma“ bei teils widrigen Bedingungen auf der Freiluftbahn honoriert, auch wenn es wie erwartet für die fünfmalige Olympiasiegerin nicht zu vorderen WM-Plätzen reichte.

„Das hat richtig Spaß gemacht. Es war ein Geschenk, hier dabei zu sein“, meinte Pechstein nach ihrem Rennen über 1500 Meter, bei dem sie sich als Elfte in 2:03,53 Minuten überraschend auch gegen Spezialistin Gabi Hirschbichler aus Inzell durchgesetzt hatte. „Ich bin wieder beste Deutsche und habe zwei Rekorde geknackt, auch wenn der ganze Wettkampf zum Ende der Saison von der Motivation her nicht gerade günstig war“, sagte Pechstein.

Mit 46 Jahren und 15 Tagen erlebte Pechstein den Auftakt zu dem Eis-Spektakel aus Anlass des 125. Jubiläums von Mehrkampf-WM als älteste WM-Teilnehmerin der Eisschnelllauf-Geschichte. Sie löste damit die Neuseeländerin Ans Kremer ab, die vier Tage vor Vollendung ihres 46. Geburtstages 1989 in Lake Placid Platz 28 belegt hatte.

Und sie genoss bei ihrer 22. Mehrkampf-WM - auch das hatte noch nie eine Eisschnellläuferin geschafft - die Anerkennung als einzige noch aktive deutsche Weltmeisterin bei einem Treffen aller noch lebenden Titelträger, die vor WM-Beginn ins berühmte Rijksmuseum von Amsterdam geladen waren und sich vor Rembrandts „Nachtwache“ zum Gruppenfoto trafen. „Die Begeisterung für unseren Sport ist hier so groß: Ich hätte stundenlang Autogramme geben können, wenn ich mich nicht auf meinem WM-Start hätte vorbereiten müssen“, meinte Pechstein.

Am Ende war sie auch gar nicht traurig, dass sie das Finale der besten Acht auf ihrer Spezialistrecke über 5000 Meter verpasst hatte. „Ich bin Realist und wusste, dass ein Wunder geschehen muss, damit ich da reinrutsche“, sagte sie, nachdem sie die WM auf Platz 13 abgeschlossen hatte. Schon zwölf Jahre ist es her, dass Pechstein die letzte ihrer elf Allround-WM-Medaillen gewann.

Den Titel bei der 76. WM-Austragung der Damen sicherte sich erstmals eine Japanerin. Miho Takagi, Mitglied des Olympiasieger-Teams, überzeugte vor allem mit Top-Leistungen über 500 und 1500 Meter. Sie ließ damit der favorisierten Niederländerin Ireen Wüst keine Chance auf deren siebten Mehrkampf-Titel. Rang drei hinter der Rekord-Olympionikin der Oranjes holte sich in Annouk van der Weijden eine weitere Niederländerin, die nach der WM ihre Karriere beendet - mit 31 Jahren. Nicht so Pechstein, die bis Olympia 2022 weitermachen will.

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