Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

«Peer Gynt» eröffnet Hamburger Ballett-Tage

Hamburg (dpa) Peer Gynt, der sich überall sucht und nirgends findet, gilt als der «nordische Faust». Ballett-Chef John Neumeier hat die universelle Geschichte neu choreographiert und erntet stürmischen Applaus.

«Peer Gynt» eröffnet Hamburger Ballett-Tage

Carsten Jung als Peer Gynt und Alina Cojocaru als Solveig bei einer Probe. Foto: Markus Scholz

Als am Ende des fast einstündigen Adagios Carsten Jung seine Partnerin Alina Cojocaru ein letztes Mal in die Höhe hebt und der Vorhang sich senkt, brandet stürmischer Beifall auf.

So intensiv, so ergreifend und so voller Poesie war das Wiedersehen zwischen dem ewig rastlosen Peer Gynt und der wahrhaft liebenden Solveig, die ein Leben lang auf ihn gewartet hat, dass die Zuschauer überwältigt zurückbleiben.

Mit der Neufassung von John Neumeiers «Peer Gynt» sind am Sonntagabend die 41. Hamburger Ballett-Tage eröffnet worden. In den Hauptrollen brillierten Alina Cojocaru als Solveig und Carsten Jung als Peer Gynt sowie Anna Laudere als seine Mutter und Carolina Agüero in verschiedenen Frauenrollen. Frei nach dem dramatischen Gedicht von Henrik Ibsen erzählt das dreistündige Ballett zu der Musik von Alfred Schnittke die universelle Geschichte eines ruhelosen Menschen, der sich überall sucht und nirgends findet. Einzig allein die Liebe Solveigs, die immer zu ihm hält, kann ihn retten.

Neumeier hat sein Ballett von 1989 behutsam erneuert und einige Linien in der Choreographie klarer herausgearbeitet, auch Jürgen Roses Bühnenbild und Kostüme wurden komplett überarbeitet. Besonderer Clou der Aufführung ist die Übertragung der verschiedenen Aspekte von Peers Persönlichkeit auf vier weitere Tänzer: So verkörpert Aleix Martinez die Unschuld, Alexandre Riabko die Vision, Karen Azatyan die Aggression und Marc Jubete den Zweifel.

Die Ballett-Tage stehen in diesem Jahr ganz im Zeichen der Romantik. Bis zum 12. Juli sind Ballett-Klassiker wie «Giselle» und August Bournonvilles «Napoli» auf der Bühne der Staatsoper zu erleben, ebenso wie «Die Kleine Meerjungfrau» nach Hans Christian Andersen sowie «Tatjana» nach Alexander Puschkins Versepos «Eugen Onegin». Höhepunkt ist wie jedes Jahr die fünfstündige Nijinsky-Gala. Als Gastcompagnie hat John Neumeier das Houston Ballet mit seinem Künstlerischen Direktor Stanton Welch eingeladen.

Hamburg Ballett

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Bühne

"Etwas für mein Herz": Reid Anderson über "Cranko Pur"

Stuttgart (dpa) Für Reid Anderson geht eine Ära zu Ende. Es ist seine letzte Spielzeit als Stuttgarter Ballettintendant. Zum 90. Geburtstag des Choreographen John Cranko hat er sich etwas Besonderes ausgedacht.mehr...

Bühne

Russischer Regisseur Serebrennikow festgenommen

Moskau (dpa) Paukenschlag in Moskau: Der renommierte Theatermacher Kirill Serebrennikow wird festgenommen. Der Aufschrei seiner Kollegen ändert nichts, und in Stuttgart droht eine Opernpremiere zu platzen.mehr...

Bühne

Musical "Billy Elliot" erstmals in Deutschland

Hamburg (dpa) Ob in London, Sydney oder New York - das anrührende Musical "Billy Elliot" nach dem Film begeisterte Millionen Menschen. Nun hebt sich erstmals in Deutschland der Vorhang für den kleinen Balletttänzer, nachdem es jahrelang nicht geklappt hatte - aus Kinderschutzgründen.mehr...

Bühne

Hafen, Huren und viel Heimat: 175 Jahre St. Pauli Theater

Hamburg (dpa) Stars wie Freddy Quinn, Willy Millowitsch, Eva Mattes und Burghart Klaußner standen hier auf der Bühne, es war Mundarttheater, Varieté und Boulevardbühne. Inzwischen ist es vor allem ein modernes Volkstheater auf St. Pauli. Ende Mai feiert es den 175. Geburtstag.mehr...

Bühne

Kirchenmusik-Festival auf Entdeckungsreise

Schwäbisch Gmünd (dpa) Jahr für Jahr werden in Schwäbisch Gmünd Künstler für Verdienste um die Kirchenmusik geehrt. Diesmal ist es mit Wolfgang Rihm ein weltweit angesehener Komponist. Für das 29. Kirchenmusikfestival versprechen die Veranstalter eine europäische Entdeckungsreise.mehr...

Bühne

Stuttgarter Ballett bald ohne Haus-Choreografen

Stuttgart (dpa) Sie stehen für die größten Erfolge des Stuttgarter Balletts: die Haus-Choreografen Marco Goecke und Demis Volpi. Von beiden trennt sich die weltberühmte Compagnie - und stellt die Weichen für eine Zukunft unter dem neuen Intendanten Tamas Detrich.mehr...